Spendenkampagne „Scheidungsringe für Kinder“

Wir laden Geschiedene dazu ein, uns ihre alten Eheringe zu spenden. Wie es zu dieser Idee kam, verraten wir in diesem Blogartikel.

Scheidungsringe für Kinder Flechtwerk 2+1

Nach dem Motto „Eheringe helfen Scheidungskindern“ haben wir von Flechtwerk 2+1 die Spendenkampagne Scheidungsringe für Kinder gestartet. Wir laden Geschiedene dazu ein, ihre alten Eheringe für unser Besuchsprogramm Mein Papa kommt zu spenden. Auch abgelegter Schmuck aus Edelmetall kann gespendet werden. Mit dem Erlös der Spendenaktion finanzieren wir Sozialplätze für bedürftige Väter und Mütter und den Erhalt und weiteren Ausbau unseres Besuchsprogramms Mein Papa kommt. Die Finanzierung durch unseren Hauptförderer Auridis gGmbH läuft Ende dieses Jahres aus. Wir erhalten keine staatliche Förderung und die Mitgliedsbeiträge von Vätern und Müttern decken nur teilweise unsere Kosten.

 

Eine besondere Spende zündete die Idee

Foto Ellen Keßler
Die Spende von Ellen Keßler über den Erlös ihres alten Eheringes brachte uns auf die Idee zur Spendenkampagne „Scheidungsringe für Kinder“.

Ellen Keßler aus Rheinfelden an der schweizerischen Grenze hatte sich nach ihrer Scheidung 2007 immer wieder gefragt, was sie mit ihrem alten Ehering machen sollte. Wie so viele Geschiedene verwahrte sie ihn in einer Kommode auf. Wegschmeißen kam für sie nicht in Frage. Und zu Geld machen wollte sie ihn auch nicht. Durch die Segnung der Ringe bei ihrer katholischen Trauung ist der Ehering auch nach der Scheidung für Ellen Keßler etwas Besonderes geblieben. Daher überlegte sie sich, den Ring einschmelzen zu lassen und den Erlös für eine gemeinnützige Organisation zu spenden, die sich für Scheidungskinder engagiert.

 

Doch die Beratungsstellen vor Ort – wie zum Beispiel die Caritas – waren ihr zu sehr auf die Probleme der Eltern fixiert. Ihr fehlte der direkte Bezug zu den Kindern und vor allem zur Bindung zwischen Eltern und Kindern. Als sie dann im Frühjahr 2015 zufällig in der Badischen Zeitung von unserer Initiative Mein Papa kommt las, wusste sie sofort, dass eine Spende für unser Besuchsprogramm genau ihrem Wunsch entsprechen würde. Die Heilerziehungspflegerin hat selbst keine Kinder, doch ihr ist bewusst, dass die Kinder immer die größten Leidtragenden bei einer Trennung sind. Zum Thema „große räumliche Distanz“ hat sie einen persönlichen Bezug, da ihr Ex-Mann nach der Trennung an den Niederrhein gezogen ist. Wenn sie sich vorstellt, dass sie und ihr geschiedener Mann Kinder gehabt hätten, dann wären regelmäßige Besuche des Vaters sehr erschwert und ein Programm wie Mein Papa kommt sehr hilfreich gewesen.

 

Nachdem wir von Mein Papa kommt erfahren hatten, was der Beweggrund für die Geldspende der unbekannten Dame aus Rheinfelden war, begannen wir uns mit der Frage zu beschäftigen: Was passiert eigentlich nach einer Trennung mit all den abgelegten Eheringen? Dieses Symbol der Unendlichkeit und des Versprechens einer gemeinsamen Zukunft landet allzu oft sprichwörtlich in der Schublade. Unsere Recherche ergab, dass mehr als 300.000 Eheringe in Deutschland so jährlich ihre Funktion verlieren. Und ein hoher Materialwert an Gold und Silber ungenutzt bleibt. Mit unserer Spendenaktion wollen wir diesen Schatz heben und diesem emotionalen Symbol eine neue Bestimmung geben! Als wir beinahe drei Jahre später Frau Keßler erzählten, was ihre außergewöhnliche Spende damals ins Rollen gebracht hatte, war sie sehr gerührt.

 

Nachahmer waren schnell gefunden

Die ersten Ringe ließen nicht lange auf sich warten. Seit dem Start der Spendenaktion haben wir 28 Spendenboxen an interessierte Spender versandt und 9 Schmuckspenden im Gesamtwert von rund 980 Euro erhalten. Wir merkten schnell, dass die Spender den sinnstiftenden Zweck und den rituellen Aspekt der Spende zu schätzen wissen. So schrieb uns Kristin Bauer (Name geändert): „Für mich fühlte sich die Spende und schon allein das Einpacken und Verschicken der Ringe wirklich befreiend und erlösend an. Ich bin super glücklich mit dieser Entscheidung und kann es nur jedem, der auch den Gedanken ‚Was mache ich mit den Ringen?‘ mit sich trägt, weiterempfehlen!“

 

Nicht nur Eheringe können gespendet werden

Schmuckspende Laura Haverkamp
Laura Haverkamp spendete gleich mehrere geerbte Schmuckstücke. Sie findet „Mein Papa kommt“ klasse, da sie Patchwork und weite Distanzen zur Familie aus der eigenen Kindheit kennt.

Laura Haverkamp aus Hamburg kramte im Schmuckkästchen nach Erbstücken ihrer 1994 verstorbenen Mutter und spendete unter anderem deren Ehe- bzw. Scheidungsring (die Eltern lebten getrennt seitdem Laura 1,5 Jahre war) sowie andere Schmuckstücke. Ihre Motivation: Nicht nur bei den eigenen Eltern erlebte sie Patchwork (wenn auch nicht über eine große Entfernung). Auch die zweite Ehe des Vaters, aus der Laura eine geliebte (Halb-)Schwester hat, zerbrach. Das Patchwork hier: über 500 km Fahrt und alle Ungewissheit und Belastung, die Patchwork so mit sich bringen kann. An unzähligen Sonntagen hätten Laura Haverkamp, ihrer Schwester und ihrem Vater Kinderzimmer auf Zeit, wie sie von Mein Papa kommt angeboten werden, geholfen, die Zeit zwischen Hotelcheckout und „zur Mutter bringen“ zu überbrücken.

 

So kannst Du uns unterstützen:

Vielleicht hast auch Du einen alten Ehering oder anderen Schmuck, der nicht mehr getragen wird und darauf wartet, für einen guten Zweck eingeschmolzen zu werden? Oder kennst jemanden in Deinem Freundes- und Familienkreis, für den eine Schmuckspende genau das Richtige wäre? Informationen zur Spendenaktion und zum Anfordern unserer eigens entwickelten Spendenbox  findest Du unter scheidungsringe-fuer-kinder.de.

 

Wir freuen uns über Deine Unterstützung! Spread the News! Über Facebook und Co. oder die altbewährte Mund-zu-Mund-Werbung. Vielleicht hast Du auch interessante Kontakte zu Netzwerken und Medien, die uns bei der Bekanntmachung unserer Spendenkampagne helfen können? Schreib einfach eine Email an Danièle Böhm (PR & Marketing Referentin Flechtwerk 2+1).

 

 

Wir danken im Namen der Kinder mit zwei Elternhäusern!

 

Scheidungsringe

boehm@flechtwerk-ggmbh.de

Autor: boehm@flechtwerk-ggmbh.de

PR & Marketing Referentin