Interview mit Jo aus der Schweiz, Vater einer 10-jährigen Tochter

Jo aus der Schweiz ist bereits seit über zwei Jahren Mitglied bei „Mein Papa kommt“ und übernachtet regelmäßig bei Gastgebern in Bonn.

In diesem Interview berichtet Jo wie es ist, wenn das Kind nicht nur weit entfernt lebt, sondern auch in einem anderen Land und Kulturkreis.

 

Wo lebst Du und wo Deine Tochter?

„Ich lebe in Bern, meine 10-jährige Tochter Luisa seit zwei Jahren in Bonn. Das ist eine Entfernung von 570 km.“

 

Wie war Eure Situation bevor Luisa nach Deutschland gezogen ist?

„Luisas Mutter und ich haben gemeinsam in Bern gelebt bis Luisa eineinhalb Jahre alt war. Nach der Trennung lebten wir zunächst nur 500 m voneinander entfernt. Obwohl wir so nah beieinander lebten, hat mir die Mutter von Luisa ziemlich von Anfang an den Umgang erschwert. Ich habe das gemeinsame Sorgerecht beantragt und wollte gerne das Wechselmodell leben. Luisas Mutter hat versucht, mit allen Mitteln dagegen anzugehen und zu bewirken, dass Luisa keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater möchte. Damit hatte sie jedoch keinen Erfolg. Ich vermute, dass sie deshalb von heute auf morgen ohne Ankündigung nach Deutschland gezogen ist. Als sie im Februar 2016 mit Luisa wegzog, waren noch nicht einmal die Wohnung und die Arbeitsstelle gekündigt. Die Mitteilung über den Wegzug erhielt ich dann über meinen Anwalt. Die offizielle Begründung für den Wegzug war von der Mutter der Grund, dass sie in der Nähe ihrer Eltern leben wollte. Ich wandte mich an das KESB (Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, vergleichbar dem Jugendamt in Deutschland, Anm. der Redaktion). Doch die Behörde verwies auf die deutschen Behörden, da das KESB nun nicht mehr zuständig sei. Als ich mich an das Jugendamt in Bonn wendete, erhielt ich dort die Auskunft, dass das Jugendamt erst agieren könnte, wenn die Mutter das Kind angemeldet hätte oder das Kind in einer Schule gemeldet sei. Beides war zunächst nicht der Fall.

 

Ich recherchierte viel im Internet und wurde in einem Forum von einer Mutter auf das Besuchsprogramm Mein Papa kommt aufmerksam gemacht. Mir wurden Gastgeber in Bonn vermittelt. Als ich der Mutter mitteilte, dass ich nach Bonn kommen würde und Luisa besuchen wollte, hat sie mir den Umgang verweigert. Ich wusste zu dem Zeitpunkt aber bereits, zu welcher Schule Luisa ging und habe sie dort zum Schulschluss überrascht und auf dem Schulweg nach Hause begleitet. Luisa muss sich dann zuhause sehr für ein Treffen am nächsten Tag eingesetzt haben, denn ihre Mutter stimmte zu und so konnten wir uns am Folgetag für zwei Stunden sehen. Regelmäßigen Umgang musste ich mir nach diesem ersten Treffen jedoch vor Gericht erstreiten.“

 

Wie verlief das Gerichtsverfahren?

„Ich habe mir vor dem Gericht in Bonn den Umgang erstritten. Meine Tochter hatte einen Verfahrensbeistand, der „Mein Papa kommt“ kannte. Das Jugendamt Bonn kannte das Besuchsprogramm damals noch nicht, hielt es aber gleich für eine gute Lösung. Da ich nicht nur Wochenend-Papa sein wollte und auch die Möglichkeit haben wollte, zu Lehrergesprächen oder Schulveranstaltungen unter der Woche gehen zu können, war mir der Umgang auch an Wochentagen wichtig. Die Mutter von Luisa wollte mir nur die Hälfte der Schulferien, insgesamt sechs Wochen, sowie ein verlängertes Wochenende zugestehen. Mir wurde der Umgang alle 14 Tage im Wechsel von Donnerstag bis Samstag und von Freitag bis Sonntag gewährt. Seit dem Sommer 2016 habe ich dann Luisa regelmäßig alle zwei Wochen gesehen.

 

Für mich war es zunächst schwierig, mich mit den deutschen Behörden, der deutschen Gesetzgebung und der deutschen Rechtslandschaft insgesamt zurecht zu finden. Für das deutsche Gerichtsverfahren musste ich mir entsprechend einen deutschen Anwalt nehmen. Mit dem Gerichtssystem habe ich aber sehr positive Erfahrungen gemacht. In der Schweiz wird nur aufgrund von Akteneintragungen entschieden. Die Parteien erscheinen nicht vor Gericht. Ich empfand es als viel gerechter, persönlich vor Gericht angehört zu werden und für mich war es vorteilhaft, dass auch die Meinung meiner Tochter durch den Verfahrensbeistand vertreten war und sich die Mutter von Luisa vor Gericht erklären musste. Ich habe mich als Vater vor Gericht erstmals ernst genommen gefühlt. Im Gegensatz zur Schweiz.“

 

Wie reist Du zu Deiner Tochter?

„Ich reise immer mit der Bahn nach Bonn und brauche von Haustür zu Haustür sieben Stunden. Manchmal begleitet mich meine Freundin. Und auch meine Mutter hat mich schon begleitet, wenn ich Luisa in Bonn besucht habe.“

 

Wie oft besuchst Du Luisa?

„Von Sommer 2016 bis Herbst 2017 habe ich wie in dem Gerichtsurteil festgelegt Luisa regelmäßig alle zwei Wochenenden in Bonn besucht. Dann hat Luisa den Wunsch geäußert, dass sie nur noch alle vier Wochen von mir besucht werden wollte. Das war natürlich eine bittere Pille für mich. Ich habe aber den Wunsch meiner Tochter respektiert, wollte jedoch dafür gerne an dem einzigen Wochenende im Monat dann einen Tag länger Luisa sehen, also statt zwei Tage nun drei Tage. Dagegen hat sich Luisas Mutter zunächst gewehrt, jedoch eingelenkt, als ich mit einer Abänderungsklage gedroht habe. Seitdem fahre ich alle vier Wochen nach Bonn und bleibe von Donnerstag bis Sonntag.“

 

Besucht Dich Luisa auch bei Dir zu Hause?

„In den Ferien verbringt Luisa die Hälfte der Zeit bei mir. Sie ist gerne bei mir und in der Schweiz, ihrer Heimat, die sie nur ungerne verlassen hat. Ihre Freundinnen in der Schweiz zählt sie immer noch zu ihren besten Freundinnen.“

 

Spielen die zwei unterschiedlichen Kulturen für Euch eine Rolle?

„Für mich ist Deutschland ein fremdes Land, auch wenn ich einige deutsche Freunde habe. Und auch Bonn ist eine fremde Stadt. Die Mentalität ist einfach eine andere. Das merke ich an Kleinigkeiten im Alltag, zum Beispiel am Umgangston in der Bäckerei. Luisa möchte mit mir immer in Schwizerdütsch sprechen. Darauf besteht sie in der Schweiz, aber auch in Bonn. Da Luisa jedoch nicht tagtäglich Schwizerdütsch spricht, erweitert sich ihr Wortschatz kaum. Das ist natürlich schade. Falls Luisa in einigen Jahren den Wunsch äußern sollte, dass sie gerne bei mir leben möchte, müsste sie sich wieder an ein neues System gewöhnen. Besonders das Schulsystem ist ganz anders. Das wäre natürlich anders, wenn sie in der Schweiz an einem anderen Ort leben würde, wobei es auch hier Unterschiede gibt. Als Luisa mit acht Jahren nach Deutschland zog, kannte sie das Land kaum. Sie hat vorher vielleicht ein bis zwei Mal pro Jahr dort ihre Großeltern besucht. Aber sie hat sich gut zurechtgefunden. Im Grunde blieb ihr ja auch nichts anderes übrig.“

Spenden für Kinder mit zwei Elternhäusern

Der Erlös der Spendenkampagne Scheidungringe für Kinder kommt der Initiative Mein Papa kommt zugute. Wir bieten Vätern/Müttern, die in einer schwierigen finanziellen Situation sind –  sei es durch Ausbildung, Studium, Arbeitslosigkeit oder Verschuldung – Sozialplätze an. Diese Plätze sind zu 100 Prozent spendenfinanziert und befreien den Vater/die Mutter so lange vom Mitgliedsbeitrag, wie es notwendig ist.

 

Jetzt spenden

 

Jo im Zeitungsartikel „Die Welt“

Vor diesem Interview hatte sich Jo bereits im Dezember 2016 spontan als Interview-Partner für „Die Welt“ angeboten, woraus dieser tolle Artikel über „Mein Papa kommt“ geworden ist. Dafür möchten wir ihm an dieser Stelle noch einmal sehr danken!

Regelmäßige Besuche dank unserer Sozialplätze

Manche Eltern können selbst die 12 Euro Mitgliedsbeitrag für „Mein Papa kommt“ nicht zahlen. Spenden ermöglichen in diesen Fällen die Besuche am Wochenende.

Manchmal sind schon 12 Euro zu viel

Wer für 12 Euro eine oder mehrere Nächte pro Monat bei einem privaten Gastgeber von Mein Papa kommt übernachtet, spart eine Menge Geld. Je nach anfallender Hotel- oder Pensionskosten und Anzahl an Besuchen können das mehrere hundert Euro pro Monat sein. Doch was, wenn selbst die 12 Euro Monatsgebühr bzw. 144 Euro Jahresgebühr für unser Besuchsprogramm nicht drin sind? Wenn an allen Ecken gespart werden muss, damit überhaupt ein – meist seltener – Besuch möglich ist?

 

Regelmäßige Papa-Wochenenden dank Sozialplatz

Stefan (Name geändert) lebte vor seiner Trennung zusammen mit seiner Frau und seinem 8jährigen Sohn in Hamburg. Für seine Ausbildung zum Altenpfleger musste der Vater im letzten Sommer von der Hansestadt nach München ziehen. Der Auszubildende verdient im ersten Ausbildungsjahr 900 Euro brutto. Das Leben in München ist teuer. Die Fahrten zu seinem Sohn kommen mit über 800 km Distanz noch hinzu. Trotz seines geringen Lohnes versucht Stefan mit allen Kräften, seinen Sohn regelmäßig zu besuchen. Neben seiner Ausbildung verdient er sich noch etwas dazu. Dennoch kann sich der Altenpflegeschüler eine Hotelübernachtung in Hamburg nicht leisten. Stefan befürchtete, dass er deshalb den Kontakt zu seinem Sohn verlieren könnte. Im vergangenen Herbst las er im „Spiegel“ von Mein Papa kommt und meldete sich bei unserem Besuchsprogramm an. Als wir von Mein Papa kommt von seiner prekären finanziellen Situation hörten, boten wir ihm einen Sozialplatz an. Stefan nahm den spendenfinanzierten Platz im Besuchsprogramm gerne an, da bereits die 12 Euro Mitgliedsbeitrag die knappe Kasse des Auszubildenden sehr belasteten. Nun kann er seinen Sohn beim Papa-Wochenende in Hamburg auch mal in den Zoo oder zum Eisessen einladen.

 

Schenke einen Sozialplatz!

Wir von Mein Papa kommt bieten Vätern/Müttern, die in einer schwierigen finanziellen Situation sind –  sei es durch Ausbildung, Studium, Arbeitslosigkeit oder Verschuldung – einen Sozialplatz an. Diese Plätze sind zu 100 Prozent spendenfinanziert und befreien den Vater/die Mutter so lange vom Mitgliedsbeitrag, wie es notwendig ist. Denn der Umgang sollte immer unabhängig vom Kontostand der Eltern sein!

 

Möchtest auch Du einen Sozialplatz finanzieren? Mit einer Spende von 144 Euro kannst Du dafür sorgen, dass ein Vater wie Stefan über ein Jahr lang regelmäßig sein Kind besuchen kann. Oder eine weit reisende Mutter in der gleichen Situation ihr Kind. Auch eine kleine Spende hilft. Denn aus vielen kleinen Spenden wird ein großer Betrag, der dringend benötigte Sozialplätze ermöglicht.

 

 

Jetzt spenden

 

 

Wir danken im Namen der Kinder mit zwei Elternhäusern!

Geschichten von unseren Gastgebern

Für viele unserer Gastgeber ist das Engagement eine Bereicherung. Sie bekommen einiges zurück, manchmal entstehen auch langjährige Freundschaften.

Gastgeber suchen Gastgeber

Eine langjährig engagierte Gastgeberin aus Braunschweig kann seit einiger Zeit ihren „Besuchspapa“ nicht mehr als Gast empfangen, da sie Pflegekinder in Obhut genommen hat. Doch sie hat selbst einen neuen Gastgeber gefunden: ein Mieter in ihrem Haus bietet nun weiterhin verlässlich einen Schlafplatz für den Vater. Wir sind dankbar, dass uns viele Gastgeber über die Gastfreundschaft hinaus unterstützen und beim Ausbau unseres Gastgebernetzwerkes aktiv helfen.

Väter im Doppelpack erwünscht

Bei Julia Freudenberg und ihrer Familie in Hamburg finden gleich mehrere Väter eine Herberge. Wenn sich wie vor kurzem die Umgangswochenenden von zwei Vätern überschneiden, ist das für die engagierte junge Familie auch kein Problem. „Da wurde es richtig gesellig, besonders weil beide Väter etwas Leckeres für die ganze Runde gekocht haben. Am ersten Abend gab es was Mexikanisches und am zweiten Abend ein französisches Gericht!“, erzählte uns Julia Freudenberg begeistert.

 

Zusage vom Flechtwerk-Vater in Rekordzeit

Auf eine Anfrage an unser Gastgeber-Netzwerk für die Mutter eines 13jährigen Jungen meldete sich nur eine Minute später Michael zurück. Michel ist nicht nur Gastgeber. Wir konnten ihm einige Monate zuvor ein „Kinderzimmer auf Zeit“ vermitteln, in dem er Kuschelstunden mit seiner erst wenige Monate alten Tochter verbringen kann. Wir sind begeistert, dass sich auch immer wieder betroffene Väter und Mütter als Gastgeber anbieten und dadurch etwas zurückgeben! 

 

Eine Tagesmutter bietet ihre Wohnung als „Kinderzimmer auf Zeit“ an

Wir suchten gerade in Dresden für einen Vater aus Freising Gastgeber, bei denen der Vater mit seinem einjährigen Sohn tagsüber spielen könnte… Da meldete sich doch tatsächlich eine Tagesmutter als Gastgeberin im Flechtwerk an. Samt ihrer Tagesbetreuungswohnung, die am Wochenende nicht genutzt wird. Ein kindgerechter Rückzugort für Papa und Sohn. Wir sind begeistert!

 

Möchtest Du auch Gastgeber bei „Mein Papa kommt werden? 

Melde Dich einfach mit wenigen Klicks auf unserer Website an. Sobald wir eine passende Anfrage eines Vaters oder einer Mutter haben, nehmen wir Kontakt zu Dir auf. Wir danken im Namen der Kinder mit zwei Elternhäusern!

 

 

Gastgeber werden

Zu Gast bei Gastgebern

Wer engagiert sich eigentlich für „Mein Papa kommt“? Und warum? Zwei Münchener Gastgeber haben uns zu sich nach Hause eingeladen und von ihren Erfahrungen erzählt.

„Mein Haus ist offen“

Die drei Kinder von Barbara Baum sind schon lange aus dem Haus. In ihrem mehrstöckigen Reihenhaus im Stadtteil Bogenhausen ist daher viel Platz für Gäste. Schon immer lebt Frau Baum nach dem Motto des „offenen Hauses“. So vermietet sie immer wieder mal zwei der ehemaligen Kinderzimmer für wenig Geld an Studenten. Und auch wenn Verwandte und Bekannte oder deren Kinder mal einen Unterschlupf für einige Zeit brauchen, öffnet sie gerne ihre Tür. Daher war sie gleich begeistert, als sie über einen persönlichen Kontakt von der Initiative Mein Papa kommt erfuhr. Und meldete sich an.

 

Gastgeberin Mein Papa kommt
Barbara Baum hat einen großen Garten, in dem der Papa mit seinem Kind toben kann.

Für Flechtwerk-Eltern stellt sie das dritte ehemalige Kinderzimmer zur Verfügung. In dem großzügigen Raum gibt es neben einem großen Bett eine Schlafcouch und viele Brettspiele und Kinderbücher. Sogar mit einem Kleinkindbett könnte Frau Baum durch ihre Enkelkinder aushelfen. Einem Aufenthalt mit Kind steht also nichts im Wege. Im Gegenteil, Frau Baum würde sich sehr freuen! „Allerdings habe ich erst ein einziges Mal einen Vater als Gast empfangen“, berichtet sie. Ein anderer Vater hatte sich bei Frau Baum vorgestellt, dann aber doch nicht von der Übernachtungsmöglichkeit Gebrauch gemacht. Sie vermutet, dass ihr Haus zu weit entfernt vom Wohnort des Kindes liegt. Und ein dritter Vater hatte Kontakt aufgenommen, dann aber wieder abgesagt, da der geplante Umgangstermin von der Mutter des Kindes abgesagt worden war.

 

Frau Baum hat Verständnis für die missliche Lage der Väter und ist auch interessiert an den persönlichen Geschichten. „Ich würde mich aber nie einmischen“, betont sie. „Und natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn ein Vater oder eine Mutter regelmäßig zu mir käme. Denn es ist mir eine Herzensangelegenheit, mich zu engagieren.“

 

„Einfach mal jemandem Raum schenken“

Zu Bernd Hawe kommen schon seit dem Jahr 2014  Väter zu Besuch, aber keiner von ihnen regelmäßig. Manchmal hat er einige Wochenenden hintereinander Gäste, dann wieder einen längeren Zeitraum keine Anfragen. Er bekommt die ganzen Geschichten und teilweise Dramen rund um die Organisation des Papa-Wochenendes in München mit. „Die Väter müssen so viel arrangieren und ärgern sich, wenn es nicht so rund läuft. Ist doch toll, wenn die Väter dann wissen, dass dank Mein Papa kommt wenigstens die Übernachtung geregelt ist!“

 

Gastgeber Mein Papa kommt
Bernd Hawe räumt gerne für „seine“ Väter – und auch deren Kinder oder Partnerinnen – sein Bett.

Mit kurzfristigen Absagen hat der Gastgeber kein Problem. Und er sieht sich durch die Gäste überhaupt nicht eingeschränkt. Den Vätern überlässt er während der Besuchszeit sein geräumiges Schlafzimmer und zieht sich selbst in das Wohnzimmer mit Schlafcouch zurück. Wenn er seinen Gast nicht persönlich in seiner Zweizimmerwohnung mitten in München empfangen kann, bittet er einen Nachbarn um die Schlüsselübergabe. „Bisher lief jeder Besuch ganz unkompliziert ab. Alles wird immer tiptop hinterlassen. Es klappt einfach, den Raum zu teilen“, schwärmt er.

 

Seine Gäste beschreibt er als sehr unaufdringlich und dankbar. „Bei einem Vater habe ich mit der Zeit rausgehört, dass er gerne auch mal seine neue Partnerin mitnehmen würde. Und am liebsten auch sein Kind über Nacht bei sich hätte. Für mich kein Problem. Ich habe sie gleich alle drei eingeladen!“ Und da die neue Partnerin nicht bei der Mutter des Kindes willkommen ist, frühstückt Bernd Hawe mit ihr, während der Vater sein Kind bei der Mutter abholt. „Auch die Schwester oder ein Freund des Vaters sind schon bei mir untergekommen, wenn sie die den Vater begleiten wollten.“

 

Er kennt die Initiative noch aus den Anfangszeiten, als Annette Habert zunächst aus einem privaten Engagement heraus eine Lösung für anreisende Trennungsväter suchte. Bis heute spürt man die Leidenschaft, mit der er hinter seinem ehrenamtlichen Engagement steht. Natürlich freut er sich, wenn er durch kleine Aufmerksamkeiten von seinen Gästen überrascht wird. Mal ist es eine Teemischung, mal ein kleiner Gutschein. „Einmal habe ich eine selbstgemalte Dankeskarte von einem Kind bekommen. Da geht einem natürlich das Herz auf!“

 

 

Überall, wo Kinder leben, suchen wir Gastgeber!

Möchtest auch Du Gastgeber werden?  Oder es Freunden empfehlen? Hier geht es zur Anmeldung:

 

 

Gastgeber werden

 

 

Im nächsten Newsletter würden wir gerne Gastgeber vorstellen, die einen Vater über einen längeren Zeitraum unterstützt haben. Dürfen wir ein telefonisches Interview mit Dir führen? Bitte komm auf uns zu!

Gewinner-Comics vom Vatertag

Viele berührende Geschichten habt Ihr uns geschickt. Diese zwei haben uns am meisten beeindruckt und sind von unserem Cartoon-Zeichner illustriert worden!

 

Zum Vatertag 2017 wollten wir von Flechtwerk 2+1 zwei Vätern ihren ganz persönlichen Comic schenken. Dem Aufruf „Ein Cartoon von Dir und Deinem Kind“ sind so einige Papas gefolgt und haben uns ihre Erlebnisse geschrieben. Darunter waren lustige und auch traurige Geschichten. Die Auswahl fiel schwer. Am Ende haben wir uns für die Bildergeschichten „Lang lebe das Sparschwein“ und „Das schönste Geschenk“ entschieden. Sie erzählen, was viele andere Väter ähnlich erlebt haben. Unser Cartoon-Zeichner Marcelo hat sie wunderbar in Szene gesetzt.

 

“Cartoon mein Papa kommt“

Für immer verewigt

Die Gewinner erhalten die Mini-Comics als gerahmtes Unikat und digital – auch in einer Schwarz-weiß-Version als Malvorlage. Die Bildergeschichte wird sie immer an diesen besonderen und auch herausfordernden Moment erinnern. Dem Vater mit der Geschichte „Das schönste Geschenk“ wünschen wir von Herzen, dass sein Sohn ihn bald sehen kann. Dem zweiten Vater helfen unsere engagierten Gastgeber, dass sein Sparschwein satt wird und die Reisekosten zum Kind endlich gesichert sein können.

 

“Cartoon mein Papa kommt“

Erzählt uns Eure Geschichten!

Comics können wir aus Kostengründen erst einmal nicht mehr anfertigen lassen – leider! Aber natürlich könnt Ihr zu besonderen Gelegenheiten wie dem Schuleintritt oder dem ersten runden Geburtstag des Kindes bei uns Euren individuellen Cartoon in Auftrag geben.

 

In jedem Fall: Wir freuen uns immer sehr, wenn Ihr uns von Erlebnissen mit Euren Kindern berichtet. Schreibt eine Email an boehm@flechtwerk-ggmbh.de.

 

Ab auf die Insel

In diesem Sommer konnten Flechtwerk-Väter einen ganz besonderen Urlaub auf der holländischen Insel Schiermonnikoog machen. Ein Vater berichtet von seinen Erlebnissen.

Bei unserer Nutzerbefragung Ende letzten Jahres konnten wir als Dankeschön unter allen Teilnehmern einen Urlaub auf der holländischen Insel Schiermonnikoog verlosen. Die Aktion wurde möglich durch Christine und Lothar vom „Schierlicht“. Die beiden bauen momentan ein Gäste- und Seminarhaus auf und freuen sich über Urlaubsgäste. Zu unserer großen Überraschung haben uns die beiden dann im Mai angeboten, dass wir auch andere interessierte Flechtwerk-Väter einladen dürfen zu einem ganz besonderen Urlaub auf Schiermonnikoog in diesem Sommer. Die Unterkunft gibt es für die Väter und ihre Kinder gratis. Mancher hilft auch ein bisschen bei den Renovierungsarbeiten. Für die Anreise und Verpflegung kommen die Väter selbst auf. Gratis dazu gibt es viele tolle Tipps für Unternehmungen auf der Insel. Das ist ein Urlaub für Papa und Kind mal anders: mit viel Raum und Zeit für gemeinsame Entdeckungstouren zwischen Watt und Dünen und obendrein kostengünstig. Für Ulrich und seine sechsjährige Tochter Julia kam die Urlaubseinladung im Mai wie gerufen.

 

Kapitänshaus Schierlicht
Das „Kapitänshaus“ im Schierlicht wird gerade renoviert.

Das wichtigste zuerst: Wie hat Deine Tochter reagiert, als Du Ihr erzählt hast, dass Ihr im „Kapitänshaus Schierlicht“ Urlaub machen werdet?
Julia war begeistert! Ich hatte ihr im Frühjahr etwas blauäugig versprochen, dass wir Urlaub an der Nordsee machen werden. Als ich nach Unterkünften suchte, war bereits alles ausgebucht. Dann kam noch hinzu, dass mein Auto einen Totalschaden hatte und fraglich war, ob ich überhaupt einen Urlaub finanzieren könnte. Da kam das Angebot mit der kostenfreien Unterkunft auf Schiermonnikoog genau richtig. Julia war überrascht, dass wir sogar auf eine Insel fahren und in einem Kapitänshaus wohnen werden.

 

Gästehaus Schierlicht
Auch am Gästehaus im großzügigen Garten wird noch gewerkelt.

Wie lange ward Ihr dort?
13 Tage. Das war genau richtig, nicht zu lang und nicht zu kurz.

 

Wie lief der Urlaub ab und was hat Euch erwartet?
Zunächst gab es noch einen Wermutstropfen, denn wir hatten eigentlich die zweite Augustwoche geplant. In diesem Zeitraum sollten mehrerer Väter und Mütter mit ihren Kindern Urlaub im „Schierlicht“ machen. Julias Mutter hat diesem Zeitraum jedoch leider nicht zugestimmt, daher mussten wir den Urlaub vorziehen. Aber auch zu unserer Urlaubszeit war dort in der ersten Woche ein Vater mit drei Kindern und in der zweiten Woche eine Familie. Bei Christine und Lothar ist ein ständiges Kommen und Gehen der Gäste, es ist viel Bewegung. Aber genau das hat Julia gut gefallen. Besonders das Frühstück und Abendessen in größerer Runde haben wir sehr genossen.

 

Kühe auf Schiermonnikoog
Es ist nie weit bis zur nächsten Kuh auf Schiermonnikoog!

Was habt Ihr tagsüber gemacht?
Wir waren oft draußen unterwegs. Das Wetter war überwiegend gut. Und auch, wenn es am Morgen mal schlecht ist auf Schiermonnikoog, bläst der Wind die Wolken schnell weg, sodass es am Mittag schon wieder schön ist. Lothar gab uns den Tipp, dass ein Fahrradverleih extra Tandems für Eltern und Kinder anbietet. So haben wir auf dem Zweigespann die Insel erkundet, vorne Julia auf dem „Kindersitz“ und ich mit der Lenkung hinten. Die Insel bietet Natur pur. Endlose Strände und Wiesen mit vielen Kühen und Schafen. Es gibt kaum Autos, dafür umso mehr Fahrräder. Natürlich haben wir auch eine Wattwanderung gemacht und eine riesige Tüte voll Muscheln gesammelt. Und auch das Meer war warm genug, um in die Wellen zu springen. Es gibt viel zu entdecken auf Schiermonnikoog: den Yachthafen, das Museumsdorf, den Süßwassersee, an dem man nicht nur Kanufahren und Schwimmen, sondern auch wunderbar Vögel beobachten kann. An einem Tag hat uns Lothar einen Drachen geliehen, mit dem wir zum Strand gegangen sind. Da wir vorher noch nie einen Drachen in der Hand gehabt hatten, mussten Julia und ich uns sehr gedulden. Am Strand haben wir auch den alten Bus entdeckt, wo die Kinder malen können. Erst war Julia schüchtern, aber ich habe sie ermutigt, mitzumachen. Dann fand sie es ganz toll. Mit Christine sind wir auch einmal zu einem Bauernhof, wo wir Milch geholt haben. Julia konnte dort die Kälbchen sehen und beim Melken zuschauen.

 

Malaktion für Kinder Schiermonnikoog
Eine Fata Morgana? Nein, ein ausrangierter Bus stand als Malatelier für die kleinen Urlaubsgäste am Strand bereit. Julia hat natürlich auch gleich mit Pinsel und Farbe losgelegt.

Hattet Ihr auch ein besonderes Erlebnis während Eures Urlaubs?
Ja, eine abenteuerliche Fahrradtour durch die Dünen. Als wir mit dem Tandem unterwegs waren, hat Julia gesehen, wie BMX-Fahrer in einen Weg eingebogen sind. Sie wollte dann unbedingt schauen, wohin der Weg führt, obwohl ich Zweifel hatte, dass er für ein schweres Tandem geeignet war. So kam es dann auch. Irgendwann musste ich das Tandem schieben und Julia laufen. Wir hatten uns zudem verlaufen. Julia hatte Sorge, dass wir nicht zurück finden könnten. Aber ich hatte natürlich eine grobe Orientierung und konnte ihr Sicherheit geben. Ich denke, dass ihr diese Situation mal wieder gezeigt hat, dass sie sich auf ihren Papa hundertprozentig verlassen kann. Es war ein besonderes Papa-Tochter-Erlebnis, das uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Badesee auf Schiermonnikoog
Julia ist mit ihrem Papa natürlich auch zum Badesee gefahren. Ideal für eine Runde im oder auf dem See: und zwar mit dem Kanu.

War es der erste Urlaub für Euch beide im Zweigespann?
Nein, aber es war der erste richtige Urlaub seit langem.

 

Würdest Du anderen Flechtwerk-Vätern diesen Papa-Kind-Urlaub auf Schiermonnikoog empfehlen?
Ja! Er ist super für alle, die gerne in der Natur unterwegs sind, es ruhig und beschaulich mögen. Die Uhren ticken dort wirklich langsamer. Vieles geht auf Vertrauensbasis. Niemand auf der Insel schließt zum Beispiel sein Haus ab. Für den Aufenthalt im „Schierlicht“ ist natürlich von Vorteil, wenn man gerne herumwerkelt. Als wir dort waren, wurde gerade ein Hühnerstall gebaut und gepflastert. Christine und Lothar haben auch ein tolles Händchen für Kinder. Sie haben uns wirklich herzlich aufgenommen. Als Lothar meine Tochter bei der Abreise fragte, ob wir wiederkommen würden, hat sie spontan geantwortet: Nächstes Jahr! Ich hätte nichts dagegen, wobei es natürlich auch noch andere schöne Urlaubsorte gibt.

 

Drachen Schiermonnikoog
Drachen los!

Welche Unterstützung hast Du bisher über das Urlaubsangebot hinaus von „Mein Papa kommt“ erhalten?
Ich nutze das Angebot, bei ehrenamtlichen Gastgebern zu übernachten. Mittlerweile bleibt auch meine Tochter über Nacht. Bei meinem ersten Gastgeber lief es leider nicht so gut. Aber die Flechtwerker haben mir einen anderen Gastgeber vermittelt, der sehr nett ist. Es hat sich schnell ein familiäres und vertrauensvolles Verhältnis entwickelt. Julia fühlt sich ebenfalls sehr wohl. Außerdem hat mir Annette beim pädagogischen Eltern-Coaching hilfreiche Tipps gegeben, jetzt zum Beispiel für die Einschulung. Denn Julia kommt nach den Sommerferien in die erste Klasse.

 

Die Fotos hat uns Ulrich zur Verfügung gestellt.

„Mein Papa kommt“ mit einem Artikel in die Berliner Zeitung

„Mit Papa in die Herberge“ – von Alena Hecker – erschienen am 26.04.2017

Wenn Eltern sich trennen, leiden die Kleinsten. Besonders kompliziert wird es, wenn Vater und Mutter nach ihrer Trennung auch räumlich auf Distanz gehen. Eine Initiative vermittelt kostenlose Gästezimmer für Elternteile, die weit reisen, um ihr Kind zu besuchen.

 

Familiencafés, Indoorspielplätze, Tierparks, Kindermuseen: Berlin bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie Eltern sich und ihren Nachwuchs am Wochenende beschäftigen können. Immer mehr Mütter und Väter wollen jedoch gerade weg vom großen Trubel. Sie sind weit gereist, um ihr Kind zu besuchen, möchten ungestört Zeit mit ihm verbringen – und wissen nicht, wo. Ronald Leber, der in Wirklichkeit einen anderen Namen hat, ist einer von ihnen. Seit sieben Jahren pendelt er einmal im Monat übers Wochenende zwischen seinem Wohnort im Westen Deutschlands nach Berlin, wo seine Tochter mit ihrer Mutter, deren neuen Mann und ihren Geschwistern zusammenlebt.

 

Laut einem Bericht des Deutschen Jugendinstituts (DJI) führt „die konstant hohe Zahl von Trennungen und Scheidungen in Deutschland dazu, dass sich das Familienleben nach Trennung oder Scheidung oftmals verteilt über mehrere Haushalte und mitunter an verschiedenen Orten abspielt.“ Zunehmend mehr Kinder, Väter und Mütter seien zwischen den verschiedenen Wohnorten der Familie unterwegs, um in Kontakt miteinander zu bleiben – eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Anfangs holt Ronald Leber seine Tochter noch in Berlin ab und nimmt sie zu sich nach Hause, doch das geht nicht lange gut. Also bleibt er selbst über Nacht und mietet sich übers Wochenende in Hostels und Pensionen ein. Doch was ihm fehlt, ist ein Rückzugsort, an dem er mit seinem Kind auch einmal ungestört zu zweit sein, spielen, malen, kochen kann.

 

Schließlich wird Leber auf das Besuchsprogramm „Mein Papa kommt“ aufmerksam. Das von der gemeinnützigen Gesellschaft Flechtwerk 2+1 betriebene Netzwerk will es Kindern aus sogenannten multilokalen Familien ermöglichen, regelmäßigen Kontakt zu ihren weit entfernt lebenden Vätern und Müttern zu haben. Alleinlebende oder Familien am Wohnort des Kindes, die zu Hause noch ein Zimmer frei haben, bieten es Eltern, und manchmal auch den zugehörigen Kindern, kostenlos zum Übernachten an.

 

Rund 800 Elternteile, die Mehrheit von ihnen Väter, haben darüber bereits eine Herberge in der Nähe ihres Kindes gefunden.„Es gibt viele Gründe, weshalb ein Elternteil weit entfernt von seinem Kind lebt“, weiß Annette Habert, Initiatorin des Besuchsprogramms – sei es der Umzug der alleinerziehenden Mutter in die Nähe ihrer Verwandtschaft, Arbeitssuche, Folgepartnerschaft oder eine konfliktreiche Elternschaft. Auf die Trennung vom Partner dürfe nicht auch noch die Trennung vom Kind folgen. Das Besuchsprogramm sieht Habert darum als eine Art Erste Hilfe in turbulenten Zeiten: „Es funktioniert, weil jeder die Sehnsucht kennt, mit Mutter und Vater verbunden zu sein.“

 

In Berlin liest Katharina Müller über die Initiative. Gastfreundschaft ist für sie etwas Selbstverständliches, schon ihre Eltern haben zu DDR-Zeiten während der Ferien Kinder aus Großstädten zu sich nachHause eingeladen, damit diese Urlaub auf dem Land verbringen konnten. „Das waren immer tolle Leute, die kamen.“ Die 62-Jährige sagt sich: Wenn es Menschen gibt, die mit ihrem Angebot etwas anfangen können, warum sollte sie sich dann nicht als Gastgeberin melden?

 

Kurze Zeit später steht zum ersten Mal Ronald Leber in ihrer Zweizimmerwohnung. Die beiden sind sich sympathisch, haben bald ein vertrauensvolles Verhältnis zueinander. „Meistens kam er schon am Donnerstagabend, und wir haben noch ein bisschen gequatscht. Am nächsten Tag war dann auch seine Tochter hier.“ Häufig essen Vater und Tochter zusammen mit ihrer Gastgeberin, als Dank für die Unterkunft kauft Ronald Leber mehr Lebensmittel ein, als er für sich und seine Tochter braucht.

 

Allein in Berlin engagieren sich aktuell mehr als 50 ehrenamtliche Gastgeber für Flechtwerk 2+1, deutschlandweit sind es rund 900. „Überall, wo Kinder leben, gibt es Trennungen“, so Habert. Umso dankbarer ist sie den ehrenamtlich Engagierten, dass sie nicht nur in den Metropolen, sondern auch in Urlaubsregionen und auf dem Land Übernachtungsplätze bereitstellen.

 

Zusätzlich kooperieren Habert und ihr Team mit Mütter- und Familienzentren, Kirchengemeinden, Kindergärten und anderen Einrichtungen. Diese bieten „Kinderzimmer auf Zeit“ an, in denen Eltern mit ihren Kindern am Wochenende spielen können. Aus Gesprächen weiß die Pädagogin, dass der Bedarf an solchen Rückzugsmöglichkeiten groß ist. Vollkommen unbefangen könnten sich Eltern und Kind nur begegnen, wenn sie auch einmal unter sich seien.

 

Ronald Leber und seine Tochter kommen in Berlin mittlerweile bei einem anderen Gastgeber unter. Katharina Müller hat nun regelmäßig ihren alleinerziehenden Sohn zu Besuch,wenn er mit seinen Kindern nach Berlin kommt, damit sie die von ihnen getrennt lebende Mutter besuchen können.

 

(Von Alena Hecker, erschienen in der Berliner Zeitung am 26.04.2017)

Unser Geschenk zum Vatertag

Gewinn eine Comic-Story exklusiv für Dich und Dein Kind. Unser Cartoon-Zeichner illustriert Euer ganz persönliches Erlebnis.

Ein Cartoon von Dir und Deinem Kind. Das wäre doch was! Zum Vatertag schenken wir von Mein Papa kommt zwei Vätern ihren ganz persönlichen Comic. Illustriert wird die Geschichte von dem Cartoon-Zeichner Marcello, der für uns bereits kleine Comics gezeichnet hat.

 

So kannst Du mitmachen:

Welcher Moment oder welche kleine Geschichte verbindet Dich von Herzen mit Deinem Kind? Ganz gleich, ob es ein lustiges oder trauriges Erlebnis ist. Schreib uns in ein paar einfachen Sätzen per Email, welcher Moment Dich besonders berührt hat. Zwei Geschichten, die uns am meisten beeindrucken, werden von Marcello als Mini-Comic mit drei bis vier Bildern illustriert. Mit etwas Glück kannst Du  Deinem Kind schon bald eure Geschichte als Comic schenken.

 

Wenn Du das große Los gezogen hast, erhältst Du den Comic als gerahmtes Unikat. Stell Dir vor, wie stolz Dein Kind sein wird! Die Bildergeschichte wird Euch immer an diesen einen besonderen Moment erinnern. Und vielleicht ist es der Anfang einer Comic-Serie, die ihr von nun an weitermalt. Natürlich werden wir den Comic im Mein Papa kommt-Blog veröffentlichen. Anonym versteht sich. Die Bildrechte bleiben bei Mein Papa kommt. Aber Du bekommst den Comic auch als Druckdatei.

 

Einsendeschluss ist der 8. Juni 2017.

 

Los geht’s!

Deine Geschichte schickst Du an boehm@flechtwerk-ggmbh.de mit dem Betreff „Comic Vatertag“.

 

Das Team von Mein Papa kommt wünscht viel Glück!

 

Comic-Figur Mio "Mein Papa kommt"Comic-Figur Mia "Mein Papa kommt"

 

… die beiden Flechtzwerge Mio und Mia natürlich auch!

 

Mutterliebe braucht Mut

Mütter wollen immer das Beste für ihre Kinder. Und geben dafür viel. Manchmal sogar den Verzicht auf das tägliche Zusammensein mit ihrem Kind!

Aus Liebe macht man viel. Und eine Mutter alles Menschenmögliche. Und manchmal auch alles Menschenunmögliche. Mutterliebe. Das Wort weckt so viele Bilder. Und bei jeder Mutter sofort das Gefühl der tiefen Verbundenheit zu ihrem Kind. Manche Mütter verzichten sogar aus Liebe zu ihren Kindern auf das tägliche Zusammenleben mit ihnen. Auch wenn es ihnen das Herz zerreißt. Und sie sich zusätzlich immer wieder dafür rechtfertigen müssen. Warum ist denn Dein Kind nicht bei Dir? Da stimmt doch etwas nicht? Viele Fragezeichen im Gesicht, wenn Außenstehende auf die selten gelebten Familienmodelle blicken, die nicht die „Jeden-Tag-Mama“ vorsehen. Sei es, weil sich die Eltern für das Wechselmodell entschieden haben und das Kind abwechselnd eine Woche bei der Mama, eine Woche beim Papa lebt. Gerne werden diese Mütter als „Teilzeitmutter“ betitelt. Als würde die Mutterrolle aufhören, sobald das Kind nicht nur im eigenen Haushalt lebt! Besonders große Fragezeichen aber tauchen auf, wenn das Residenzmodell gewählt wird – nur eben andersherum als in 90 Prozent der Fälle, in denen das Kind bei der Mutter wohnt. Eine Mutter, die nur alle zwei Wochen ihr Kind am Wochenende sieht? Und die Mutter lebt nicht einmal im gleichen Ort, sondern hunderte Kilometer entfernt?

 

Die Mutter lässt los, das Kind findet Halt

Selbst für viele Menschen, die für absolute Gleichberechtigung sind, ist dies unvorstellbar. Doch es ist Realität. Manchmal muss die Mutter weit weg ziehen und möchte ihren Kindern nicht zumuten, sie aus dem gewohnten Umfeld zu reißen. Oder aber die Mutter kann den Kindern alleinerziehend nicht in dem Maße Unterstützung bieten, wie es der Vater kann. Viel zu selten erfahren diese Mütter Zuspruch und Anerkennung. Dafür, dass sie für ihre Kinder das Beste wollen. Zu ihren Gunsten entscheiden. Und für sie da sind. Nicht jeden Tag vor Ort, aber in Gedanken, am Telefon und immer wieder am Wochenende.

 

Die Mutter fliegt aus, der Vater fliegt ins Nest

Es gibt auch Mütter, die den Alltag mit ihren Kindern teilen und dennoch in regelmäßigen Abständen zu einem großen Opfer bereit sind. Im Zuge des Nestmodells quartieren sie sich selbst zum Beispiel alle zwei Wochen aus ihrer eigenen Wohnung aus, damit der Vater mit den Kindern das Wochenende in ihrer Wohnung verbringen kann. Die Mutter überlässt dem Ex-Partner den eigenen Rückzugsort mit allen privaten Dingen, damit die Kinder in der vertrauten Wohnung Zeit mit ihrem Papa verbringen können. Ein komfortables Nest für die Kinder, eine Zerreißprobe für die Mutter. Und eine Herausforderung für die Unterbringung der Mutter in dieser Zeit. Denn wer sich nicht noch eine dritte Wohnung leisten kann, der braucht einen anderen Ausweichort. Das kann ein neuer Partner der Mutter sein. Doch wenn es den nicht gibt, was dann?

 

Unterstützung für den eigenen Weg

Ein Hoch auf all die Mütter, die oft an ihre Grenzen gehen – aus Liebe zu ihren Kindern! Wir Flechtwerker haben großen Respekt vor den individuellen Wegen, die die Mütter gehen. Was wäre das passende „Muttertagsgeschenk“?  Wir freuen uns, wenn wir bei großer räumlicher Distanz zum Kind oder im Falle des gelebten Nestmodells mit kostenfreien Übernachtungen bei ehrenamtlichen Gastgebern helfen können. Und auch Ihr könnt die Mütter unterstützen! Zum Muttertag starten wir eine Spendenaktion für fünf Sozialplätze bei betterplace.

 

Suchst Du auch nach einer Lösung für Dich und Dein Kind? Gastgeber am Wohnort des Kindes oder ein Kinderzimmer auf Zeit, wo Du in Ruhe mit Deinem Kind spielen kannst? Melde Dich am besten gleich an beim Programm Meine Mama kommt! Und schon bald begrüßen wir Dich mit einem „Willkommensanruf“.

 

Zur Anmeldung

Eine einfache Rechnung

Mit „Mein Papa kommt“ lässt sich ordentlich Geld sparen. Wie genau, erfährst Du hier!

Zwei plus Zwei macht Vier. Das weiß jeder Dreikäsehoch. Dass Flechtwerk-Väter/-Mütter mit dem Besuchsprogramm Mein Papa kommt Geld sparen können, ist genauso logisch. Wenngleich die Rechnung individuell ausfällt. Hier eine Beispielrechnung, wie sie viele pendelnde Eltern am Ende des Monats auf dem Tisch liegen haben.

 

Teure Pendelwochenenden

Gut, wenn sich der kleine Ben auch am Wohnort seines Papas wohlfühlt! Bevor Thorsten (alle Namen im Artikel geändert) das Besuchsprogramm Mein Papa kommt nutzte, fuhr er im Schnitt alle vier Wochen von Fürstenfeldbruck nach Berlin, um seinen zweieinhalbjährigen Sohn Ben zu sich zu holen. Häufig fuhr er am Freitagabend nach der Arbeit mit dem Auto nach Berlin, wo er spät abends eintraf und eine Nacht im Hotel schlief. Am nächsten Morgen holte er seinen Sohn ab, mit dem er zurück nach Fürstenfeldbruck fuhr. Vier Tage später brachte er Ben dann wieder zurück nach Berlin. Wenn Thorsten weniger Umgangstage hatte, fuhr er mit dem Kleinen statt nach Fürstenfeldbruck zu seinen Eltern nach Hamburg.

 

Ausgaben ohne „Mein Papa kommt“

55 Euro Tankfüllung Fürstenfeldbruck-Berlin
+ 55 Euro Tankfüllung Berlin-Fürstenfeldbruck*
+ 55 Euro Tankfüllung Fürstenfeldbruck-Berlin
+ 55 Euro Tankfüllung Berlin-Fürstenfeldbruck
+ 50 Euro Hotelübernachtung Berlin

___________________________________

270 Euro

(*Tankfüllung Berlin-Hamburg 25 Euro)

 

Ausgaben mit „Mein Papa kommt“

55 Euro Tankfüllung Fürstenfeldbruck-Berlin
+ 55 Euro Tankfüllung Berlin-Fürstenfeldbruck
+ 12 Euro Mitgliedsbeitrag für Mein Papa kommt
_____________________________________

122 Euro

 

Ersparnis dank „Mein Papa kommt“

270 Euro
– 122 Euro
_____________________________________
148 Euro

 

Das sind bis zu 1.776 Euro im Jahr!

 

Thorstens persönliche Rechnung

Der Papa aus Fürstenfeldbruck möchte seine bisherigen Hotelübernachtungen in Berlin durch eine Übernachtung bei Gastgebern ersetzen und zusätzlich drei bis vier Mal im Jahr an kurzen Umgangswochenenden für zwei Nächte mit seinem Sohn bei einer Gastfamilie am Wohnort seines Sohnes in Berlin übernachten. Dadurch spart Thorsten im Jahr etwa 750 Euro.

 

Und das bekommt Thorsten noch obendrauf!

Die einfache Rechnung überzeugt. Doch Thorsten gewinnt noch viel mehr durch Mein Papa kommt: Er übernachtet nicht mehr in einem anonymen Hotel, sondern bei Gastgebern, die ihn in seiner Vaterschaft wertschätzen. Außerdem kann er mit seinem Sohn auch einmal in Berlin übernachten. Ben fährt gerne mit Papa Auto. Aber es muss nicht immer von Berlin nach Fürstenfeldbruck oder Hamburg sein. Und Ben kann nun auch mal morgens von Papa zum Kindergarten gebracht werden, mit Papa zum Zahnarzt gehen oder mit ihm die neue Schaukel ausprobieren. Oder aber Papa und Sohn nutzen das Kinderzimmer auf Zeit, um gemeinsam an einem kindgerechten Ort zu toben und zu kuscheln. Und zusätzlich gibt es bei Mein Papa kommt noch das Pädagogische Eltern-Coaching mit vielen praktischen Tipps.

 

Auch Du willst Geld sparen?

Mein Papa kommt ist so viel mehr als eine Übernachtung in einem privaten Gästezimmer. Für 12 Euro Mitgliedsbeitrag pro Monat bekommen Flechtwerk-Väter/-Mütter dieses Leistungspaket.

 

Du willst auch von den Vorteilen durch Mein Papa kommt profitieren? Dann melde Dich am besten gleich an! Und schon bald begrüßen wir Dich mit einem „Willkommensanruf“.

 

Zur Anmeldung

 

 

 

Bild: I-vista / pixelio.de