Handlungsempfehlungen für Fachkräfte in der grenzüberschreitenden Kinder- und Jugendhilfe

Der Internationale Sozialdienst (ISD) veröffentlicht praxisorientierte Arbeitshilfe für Fachkräfte.

Jugendämter und Gerichte sind zunehmend mit grenzüberschreitenden Fragestellungen zum Sorge- und Umgangsrecht, Kinderschutz, zu migrationsspezifischen Situationen und beim Wegzug des Kindes ins Ausland konfrontiert. In komplexen interkulturellen und grenzüberschreitenden Fällen ist es wichtig, dass Fachkräfte in der Jugendhilfe professionelle und verlässliche Unterstützung bekommen, denn ein internationales Jugendamt existiert nicht.

 

Jedes Land hat eigene Familienrechts- und Jugendhilfesysteme, in denen sich Privatpersonen sowie Fachkräfte bewegen müssen. Hinzu kommen kulturelle Unterschiede und Sprachbarrieren, was leicht zu Missverständnissen bei den Betroffenen führen und den Hilfeprozess erschweren kann. Zusätzlich müssen internationale Übereinkommen zwischen den Staaten und auf europäischer Ebene beachtet werden.

Praxisorientierte Hilfestellung für Fachkräfte

Anhand zahlreicher Praxisbeispiele bietet die Handreichung zur grenzüberschreitenden Einzelfallarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe des Internationalen Sozialdienstes (ISD) im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. den Fachkräften eine alltagstaugliche Arbeitshilfe. Sie nennt rechtliche Grundlagen, die es zu beachten gilt und zeichnet Handlungsempfehlungen auf.

 

Der Internationale Sozialdienst (ISD) ist Teil eines weltweiten Netzwerks des International Social Service (ISS) und steht beratend und vermittelnd zur Seite. Seit 2016 ist die Flechtwerk 2+1 gGmbH Mitglied im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V.

 

Regelmäßige Besuche dank unserer Sozialplätze

Manche Eltern können selbst die 12 Euro Mitgliedsbeitrag für „Mein Papa kommt“ nicht zahlen. Spenden ermöglichen in diesen Fällen die Besuche am Wochenende.

Manchmal sind schon 12 Euro zu viel

Wer für 12 Euro eine oder mehrere Nächte pro Monat bei einem privaten Gastgeber von Mein Papa kommt übernachtet, spart eine Menge Geld. Je nach anfallender Hotel- oder Pensionskosten und Anzahl an Besuchen können das mehrere hundert Euro pro Monat sein. Doch was, wenn selbst die 12 Euro Monatsgebühr bzw. 144 Euro Jahresgebühr für unser Besuchsprogramm nicht drin sind? Wenn an allen Ecken gespart werden muss, damit überhaupt ein – meist seltener – Besuch möglich ist?

 

Regelmäßige Papa-Wochenenden dank Sozialplatz

Stefan (Name geändert) lebte vor seiner Trennung zusammen mit seiner Frau und seinem 8jährigen Sohn in Hamburg. Für seine Ausbildung zum Altenpfleger musste der Vater im letzten Sommer von der Hansestadt nach München ziehen. Der Auszubildende verdient im ersten Ausbildungsjahr 900 Euro brutto. Das Leben in München ist teuer. Die Fahrten zu seinem Sohn kommen mit über 800 km Distanz noch hinzu. Trotz seines geringen Lohnes versucht Stefan mit allen Kräften, seinen Sohn regelmäßig zu besuchen. Neben seiner Ausbildung verdient er sich noch etwas dazu. Dennoch kann sich der Altenpflegeschüler eine Hotelübernachtung in Hamburg nicht leisten. Stefan befürchtete, dass er deshalb den Kontakt zu seinem Sohn verlieren könnte. Im vergangenen Herbst las er im „Spiegel“ von Mein Papa kommt und meldete sich bei unserem Besuchsprogramm an. Als wir von Mein Papa kommt von seiner prekären finanziellen Situation hörten, boten wir ihm einen Sozialplatz an. Stefan nahm den spendenfinanzierten Platz im Besuchsprogramm gerne an, da bereits die 12 Euro Mitgliedsbeitrag die knappe Kasse des Auszubildenden sehr belasteten. Nun kann er seinen Sohn beim Papa-Wochenende in Hamburg auch mal in den Zoo oder zum Eisessen einladen.

 

Schenke einen Sozialplatz!

Wir von Mein Papa kommt bieten Vätern/Müttern, die in einer schwierigen finanziellen Situation sind –  sei es durch Ausbildung, Studium, Arbeitslosigkeit oder Verschuldung – einen Sozialplatz an. Diese Plätze sind zu 100 Prozent spendenfinanziert und befreien den Vater/die Mutter so lange vom Mitgliedsbeitrag, wie es notwendig ist. Denn der Umgang sollte immer unabhängig vom Kontostand der Eltern sein!

 

Möchtest auch Du einen Sozialplatz finanzieren? Mit einer Spende von 144 Euro kannst Du dafür sorgen, dass ein Vater wie Stefan über ein Jahr lang regelmäßig sein Kind besuchen kann. Oder eine weit reisende Mutter in der gleichen Situation ihr Kind. Auch eine kleine Spende hilft. Denn aus vielen kleinen Spenden wird ein großer Betrag, der dringend benötigte Sozialplätze ermöglicht.

 

 

Jetzt spenden

 

 

Wir danken im Namen der Kinder mit zwei Elternhäusern!

Malwettbewerb „10 Jahre Mein Papa kommt“

Liebe Väter und Mütter,
liebe Gastgeberinnen und Gastgeber,

vor 10 Jahren brachte uns der kleine Sven auf die Idee, die Initiative Mein Papa kommt ins Leben zu rufen. Seitdem konnten wir viel Gutes für Kinder mit zwei Elternhäusern bewirken. Dies ist unser gemeinsames Jubiläum – herzlichen Dank an alle für die tolle langjährige Unterstützung!

Dürfen wir uns etwas wünschen?

Zum 10. Geburtstag wünschen wir uns etwas ganz Besonderes: Sicherlich finden sich unter den Flechtwerk-Kindern zahlreiche begabte Zeichner, die unseren Wunsch erfüllen möchten. Wir freuen uns über Geburtstagsgrüße in Form von kunterbunten Kinderzeichnungen! Kuchen, Luftballons, Blumen in vielen leuchtenden Farben – Papa, Mama, Kinder und Gastgeber dürfen natürlich auch mit aufs Bild!

Seid Ihr dabei?

Wir sind jetzt schon auf die kleinen Kunstwerke gespannt, die wir natürlich gerne unter anderem auf unserer Webseite verwenden möchten*.

 

Einsendeschluss:

Dienstag, 31. Juli 2018

 

Format:

DIN A4 – Querformat. Die Verwendung von bunten Filzstiften wäre toll, damit die Farben auch eingescannt schön wirken.

 

Versand:

Bitte sendet die Zeichnungen eingescannt oder schön abfotografiert an pastore@flechtwerk-ggmbh.de.

 

Und natürlich werden wir die besten Künstler mit den schönsten Zeichnungen prämieren. Den Hauptpreis für die aller-allerschönste Zeichnung können wir schon verraten: ein Jahresabonnement des Magazins Süddeutsche Zeitung Familie. Das Magazin sind in Wahrheit 2 Magazine: eines für Papa und Mama und eines für Kinder im Alter zwischen 4 und 11 Jahren.

 

Das Team von Mein Papa kommt freut sich jetzt schon riesig!

 

*Mit der Einsendung gebt Ihr uns Euer Einverständnis, das gemalte und eingeschickte Bild anonymisiert für Kommunikationszwecke zu verwenden.

Allgemeine Rechtsauskunft für Flechtwerk-Eltern

Mitglieder von „Mein Papa kommt“ erhalten auf ihre allgemeinen Rechtsfragen kostenfrei fachkundige Antworten von einer Anwältin für Familienrecht.

Im Rahmen der pädagogischen Elternbegleitung von Mein Papa kommt und auch durch Anrufe auf unserer Hotline richten Eltern immer wieder Rechtsfragen an uns, die wir bisher leider nicht beantworten konnten. Für allgemeine Rechtsfragen von Flechtwerk-Eltern können wir nun eine fachkundige Auskunft einholen.

 

Neuer Service zur Rechtsauskunft

Seit kurzem können wir aber dank der Pro-bono-Unterstützung einer Fachanwältin für Familienrecht pro Monat zwei allgemeine Fragen von Flechtwerk-Vätern oder -Müttern schriftlich beantworten. Die Weitergabe der Fragen an die Anwältin erfolgt natürlich anonym. Die fachkundigen Antworten geben wir anschließend an die Eltern weiter und veröffentlichen sie zudem in einem Blogbeitrag, da wir merken, dass viele Eltern die gleichen Fragen rund um die Themen Umgang, Kindeswohl etc. beschäftigen.

 

Was sind „allgemeine“ Rechtsfragen?

Am Beispiel Unterhalt wäre eine allgemeine Rechtsfrage folgende: „Können Reisekosten in der Berechnung der Unterhaltshöhe berücksichtigt werden?“ Diese und ähnliche Fragen kann die Anwältin beantworten und gibt wenn möglich auch obergerichtliche Entscheidungen zu vergleichbaren Fällen an. Nicht beantworten kann sie Fragen zur individuellen Unterhaltssituation.

 

Beispiel Mitgabe von Kindersitz und Co.

In der pädagogischen Elternbegleitung erzählte uns ein Vater, dass die Mutter seiner drei Kinder (zweijährige Zwillinge und ein fünfjähriges Kind) weder Kindersitze noch den Kinderwagen für den Umgang zur Verfügung stellt.

 

Wir leiteten diese Frage an die Anwältin weiter:

„Muss die Mutter dem Vater Kinderwagen und/oder Autokindersitze für die drei Kinder aushändigen? Oder muss der Vater dies selbst anschaffen und jeweils mitbringen?“

 

Die Antwort der Anwältin:

„Die Mutter muss Kindersitz, Kinderwagen, Kinderfahrrad etc. mitgeben, solange der Vater sich bisher einwandfrei verhalten und z.B. nichts von mitgegebenen Dingen einbehalten oder beschädigt hat. Das folgt aus der Wohlverhaltenspflicht der Mutter, da sie die Gegenstände ja während der Besuchszeit nicht benötigt. Eine eindeutige obergerichtliche Entscheidung dazu habe ich nicht gefunden; jedoch z.B. eine Entscheidung darüber, dass ein Sportgerät (Tennisschläger) mitgegeben werden muss, wenn es während des Umgangs vom Kind benutzt wird.“

 

Schickt uns Eure Fragen!

Wenn Ihr Mitglied bei Mein Papa kommt seid, könnt Ihr uns vergleichbare allgemeine Rechtsfragen per Email schicken. Da wir die ehrenamtliche Tätigkeit der Anwältin nicht überstrapazieren möchten, leiten wir pro Monat maximal zwei Fragen weiter. Daher kann es je nach Anzahl der Fragen ein bisschen dauern, bis wir auf jede Frage eine Antwort geben können.

 

Weitere Unterstützung von Anwälten gesucht!

Der Bedarf an allgemeinen Rechtsauskünften ist groß, der Aufwand für die Beantwortung von ein bis zwei Rechtsfragen pro Monat für Fachkräfte relativ gering. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir weitere Fachanwälte für Familienrecht für die Pro-bono-Rechtsauskunft für weit reisende getrennte Eltern gewinnen könnten. Kennt Ihr durch Euer berufliches oder privates Umfeld eine Anwältin oder einen Anwalt, die/der Interesse an einem ehrenamtlichen Engagement hätte? Dann leitet unsere Anfrage bitte weiter.

 

Wir stehen jederzeit per Email oder telefonisch über unsere kostenfreie Hotline 0800 – 21 21 777 für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

Über Ländergrenzen hinweg

Manche Eltern müssen internationale Grenzen überqueren – und dadurch weitere Hürden überwinden – damit sie nicht die Bindung zum Kind verlieren.

In der Community von Mein Papa kommt gibt es über 100 Väter/Mütter, die nicht wie ihre Kinder in Deutschland leben, sondern im europäischen Ausland oder auch zum Beispiel in Ländern wie Argentinien oder der Ukraine. Derzeit übernachten 18 „internationale“ Väter aus dem Ausland bei Gastgebern von Mein Papa kommt. Sie reisen aus Frankreich, Portugal, Großbritannien, der Schweiz, Italien, Österreich, Luxemburg, Tschechien, Russland und der Türkei an. Andererseits konnten wir auch schon einigen Vätern/Müttern aus Deutschland Gastgeber am Wohnort des Kindes in Österreich, der Schweiz und Südtirol vermitteln.

 

Gastgeber in den USA

Vor einigen Jahren haben wir sogar durch einen glücklichen Zufall für einen Vater aus Berlin Gastgeber in New York City gefunden! Ohne Absprachen war die Mutter seiner Tochter nach der Geburt von Berlin ins 6.400 km entfernte New York gezogen. Obwohl der Vater gut verdiente, war er finanziell überfordert. Im Rahmen einer Weiterbildung des Flechtwerk-Teams erfuhr damals die Referentin aus New York von dem Fall und stellte sich spontan als Gastgeberin zur Verfügung. Da der Vater durch Mein Papa kommt keine teuren Hotelübernachtungen mehr bezahlen musste, kann er seitdem alle drei Monate für zehn Tage seine Tochter besuchen.

 

Bild multilokale Familien

Sprache kann verbinden – und zum Hindernis werden

Flechtwerk-Vater Jo aus der Schweiz berichtet stolz, dass seine 10-jährige Tochter Luisa, die vor zwei Jahren nach Bonn gezogen ist, nach wie vor darauf besteht, mit ihm auf Schwizerdütsch zu sprechen. Ganz gleich, ob sie zusammen in Bonn beim Gastgeber übernachten oder Luisa ihren Papa in der alten Heimat besucht. Gleichzeitig merkt Jo jedes Mal bei Besuchen in Bonn auch an der Sprache, dass seine Tochter in einem anderen Kulturraum aufwächst. Und dadurch gefühlt noch ein bisschen weiter als 570 km entfernt von ihm ist. (Erfahrt mehr über Jo in diesem Interview.)

 

Dramatische Folgen kann es für die Eltern-Kind-Bindung haben, wenn ein Elternteil mit dem Kind in einen anderen Sprachraum zieht, dessen Sprache der andere Elternteil nicht spricht. So erzählte uns ein Vater aus England vor einiger Zeit, wie schwer es für ihn ist, die Bindung zu seinem eineinhalb Jahre alten Sohn zu halten. Der Engländer spricht kaum Deutsch. Sein Sohn beginnt gerade erst Sprechen zu lernen und wird natürlich vom deutschsprachigen Umfeld geprägt. Daher versucht der Vater so oft es geht mit dem Kleinen zu skypen – was aufgrund des Alters nicht immer einfach ist.

 

Bei Erdinç aus der Türkei stellt die Sprache glücklicherweise kein Problem dar. Seine Tochter Stella, die bei der Mutter in Ingolstadt lebt, spricht beide Sprachen fließend und findet sich daher sehr gut zurecht, wenn sie ihren Papa während der Sommerferien in Istanbul besucht. Und da der Vater gut Englisch spricht, kann er sich gut bei seinen Reisen nach Deutschland verständigen – auch mit seinen Gastgebern, die wir ihm bisher vermittelt haben.

 

Bild asiatische Familie

„Mein Papa kommt“ speaks English

Wir von Mein Papa kommt können gut auf Englisch weiterhelfen. Kürzlich haben wir den englischsprachigen Bereich unserer Website ausgebaut. Einige unserer Mitarbeiter können auch auf Französisch und Italienisch Auskunft geben. Doch nicht alle Eltern sprechen diese Sprachen. Bisher haben sich aber immer gute Lösungen gefunden, zum Beispiel für Eltern mit Fluchterfahrung, die anfangs nur Arabisch oder Persisch gesprochen haben. In diesen Fällen konnte entweder das Jugendamt Übersetzer organisieren oder Bekannte der Eltern haben bei Telefonaten und Emailkontakt unterstützt.

 

Andere Länder, andere Gesetze

Getrennte Eltern, deren Kinder in anderen Ländern leben, sind nicht nur häufig mit einer anderen Sprache und einem fremden Kulturkreis konfrontiert, sondern müssen sich auch in einem fremden System zurechtfinden. Dies ist besonders herausfordernd, wenn ein Vater wie der Schweitzer Jo in Deutschland vor Gericht den regelmäßigen Umgang erstreiten muss. Nachdem er sich durch Rechtsstreitigkeiten mit Luisas Mutter bereits mit der Schweizer Justiz vertraut gemacht hatte, musste er sich mit der deutschen Rechtslandschaft auseinandersetzen und einen deutschen Anwalt finden. Im Vergleich zur Schweiz fühlte er sich jedoch in Deutschland erstmals als Vater vor Gericht ernst genommen. In seinem Heimatland erscheinen die Parteien nicht vor Gericht, entschieden wird nur aufgrund von Akteneintragungen. Jo empfand es als viel gerechter, persönlich vor Gericht angehört zu werden und für ihn war es vorteilhaft, dass auch die Meinung seiner Tochter durch den Verfahrensbeistand vertreten war. Für Jo ging das Gerichtsverfahren gut aus. Und seine Deutschkenntnisse und seine Fähigkeit, sich mit den deutschen Gesetzmäßigkeiten vertraut machen zu können, haben ihm sehr geholfen. Dies ist nicht für jeden Vater oder jede Mutter aus dem Ausland möglich und die Gefahr eines Bindungsabbruchs dadurch erhöht.

 

Unterhalt – Wohnort des Kindes entscheidet

Die Mutter von Luisa wollte nicht nur den Umgang verweigern, sondern auch erwirken, dass Jo nach wie vor den Schweizer Unterhaltssatz von über 700 Euro pro Monat zahlt. Die Rechtslage ist hier jedoch eindeutig. Lebt das Kind in Deutschland, muss der in Deutschland übliche Satz gezahlt werden. Dies ist für Unterhaltszahler aus dem Ausland, in dem das Einkommensniveau geringer als in Deutschland ist, eine große Herausforderung. Das Pendant zu Jo bildet ein Münchner Vater, der mit Mein Papa kommt sehr verbunden ist. Da seine beiden Söhne in der Schweiz leben, muss der Vater den schweizer Unterhaltssatz zahlen – eine enorme Summe an deutschem Gehalt gemessen.

 

Internationale Eltern-Kind-Konflikte

Bei grenzüberschreitenden Kindschaftskonflikten können sich Eltern, Jugendamtsmitarbeiter*innen, Richter*innen und Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte an den Internationalen Sozialdienst (ISD) wenden. Der ISD ist eine von der Bundesregierung beauftragte zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte. So berät der ISD z.B. Eltern bei drohender Kindesentführung zu Sicherungsmöglichkeiten und wie mit der jeweiligen Situation am besten umgegangen werden sollte. Wir von Mein Papa kommt sind im Austausch mit dem ISD und manch „internationaler“ Flechtwerk-Vater hat über den ISD von unserem Besuchsprogramm erfahren.

 

Wenn Kinderherzen sprechen

Wir von Mein Papa kommt freuen uns sehr, dass dank des großzügigen Engagements und der weltoffenen Haltung unserer Gastgeber Eltern aus der ganzen Welt willkommen sind und die Kinder nun nicht nur sagen „Mein Papa kommt“, sondern auch „Babam geliyor“ (Türkisch), „Voilà papa“ (Französisch), „Arrivo mio papà“ (Italienisch) und „Abi quadim“ (Arabisch) – um nur einige Sprachen zu nennen.

Pressebilder – Mein Papa kommt

Download Pressebilder

Die Pressefotos sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur nach schriftlicher Absprache mit uns genutzt werden. Fotograf: Miguel Perez

 

Pressefoto_Mein Papa kommt_Vater mit Baby

 

Pressefoto_Mein Papa kommt_Vater mit Tochter Seifenblase

 

Pressefoto_Mein Papa kommt_Vater mit Tochter

 

Pressefoto_Mein Papa kommt_Ankunft Vater und Tochter

 

 

Pressefoto_Mein Papa kommt_Vater mit Sohn_

Jobst Münderlein, geschäftsführender Gesellschafter Flechtwerk 2+1 gGmbH
Annette Habert, Initiatorin Mein Papa kommt und Gesellschafterin Flechtwerk 2+1 gGmbH

 

 

Spendenkampagne „Scheidungsringe für Kinder“

Wir laden Geschiedene dazu ein, uns ihre alten Eheringe zu spenden. Wie es zu dieser Idee kam, verraten wir in diesem Blogartikel.

Nach dem Motto „Eheringe helfen Scheidungskindern“ haben wir von Flechtwerk 2+1 die Spendenkampagne Scheidungsringe für Kinder gestartet. Wir laden Geschiedene dazu ein, ihre alten Eheringe für unser Besuchsprogramm Mein Papa kommt zu spenden. Auch abgelegter Schmuck aus Edelmetall kann gespendet werden. Mit dem Erlös der Spendenaktion finanzieren wir Sozialplätze für bedürftige Väter und Mütter und den Erhalt und weiteren Ausbau unseres Besuchsprogramms Mein Papa kommt. Die Finanzierung durch unseren Hauptförderer Auridis gGmbH läuft Ende dieses Jahres aus. Wir erhalten keine staatliche Förderung und die Mitgliedsbeiträge von Vätern und Müttern decken nur teilweise unsere Kosten.

 

Eine besondere Spende zündete die Idee

Foto Ellen Keßler
Die Spende von Ellen Keßler über den Erlös ihres alten Eheringes brachte uns auf die Idee zur Spendenkampagne „Scheidungsringe für Kinder“.

Ellen Keßler aus Rheinfelden an der schweizerischen Grenze hatte sich nach ihrer Scheidung 2007 immer wieder gefragt, was sie mit ihrem alten Ehering machen sollte. Wie so viele Geschiedene verwahrte sie ihn in einer Kommode auf. Wegschmeißen kam für sie nicht in Frage. Und zu Geld machen wollte sie ihn auch nicht. Durch die Segnung der Ringe bei ihrer katholischen Trauung ist der Ehering auch nach der Scheidung für Ellen Keßler etwas Besonderes geblieben. Daher überlegte sie sich, den Ring einschmelzen zu lassen und den Erlös für eine gemeinnützige Organisation zu spenden, die sich für Scheidungskinder engagiert.

 

Doch die Beratungsstellen vor Ort – wie zum Beispiel die Caritas – waren ihr zu sehr auf die Probleme der Eltern fixiert. Ihr fehlte der direkte Bezug zu den Kindern und vor allem zur Bindung zwischen Eltern und Kindern. Als sie dann im Frühjahr 2015 zufällig in der Badischen Zeitung von unserer Initiative Mein Papa kommt las, wusste sie sofort, dass eine Spende für unser Besuchsprogramm genau ihrem Wunsch entsprechen würde. Die Heilerziehungspflegerin hat selbst keine Kinder, doch ihr ist bewusst, dass die Kinder immer die größten Leidtragenden bei einer Trennung sind. Zum Thema „große räumliche Distanz“ hat sie einen persönlichen Bezug, da ihr Ex-Mann nach der Trennung an den Niederrhein gezogen ist. Wenn sie sich vorstellt, dass sie und ihr geschiedener Mann Kinder gehabt hätten, dann wären regelmäßige Besuche des Vaters sehr erschwert und ein Programm wie Mein Papa kommt sehr hilfreich gewesen.

 

Nachdem wir von Mein Papa kommt erfahren hatten, was der Beweggrund für die Geldspende der unbekannten Dame aus Rheinfelden war, begannen wir uns mit der Frage zu beschäftigen: Was passiert eigentlich nach einer Trennung mit all den abgelegten Eheringen? Dieses Symbol der Unendlichkeit und des Versprechens einer gemeinsamen Zukunft landet allzu oft sprichwörtlich in der Schublade. Unsere Recherche ergab, dass mehr als 300.000 Eheringe in Deutschland so jährlich ihre Funktion verlieren. Und ein hoher Materialwert an Gold und Silber ungenutzt bleibt. Mit unserer Spendenaktion wollen wir diesen Schatz heben und diesem emotionalen Symbol eine neue Bestimmung geben! Als wir beinahe drei Jahre später Frau Keßler erzählten, was ihre außergewöhnliche Spende damals ins Rollen gebracht hatte, war sie sehr gerührt.

 

Nachahmer waren schnell gefunden

Die ersten Ringe ließen nicht lange auf sich warten. Seit dem Start der Spendenaktion haben wir 28 Spendenboxen an interessierte Spender versandt und 9 Schmuckspenden im Gesamtwert von rund 980 Euro erhalten. Wir merkten schnell, dass die Spender den sinnstiftenden Zweck und den rituellen Aspekt der Spende zu schätzen wissen. So schrieb uns Kristin Bauer (Name geändert): „Für mich fühlte sich die Spende und schon allein das Einpacken und Verschicken der Ringe wirklich befreiend und erlösend an. Ich bin super glücklich mit dieser Entscheidung und kann es nur jedem, der auch den Gedanken ‚Was mache ich mit den Ringen?‘ mit sich trägt, weiterempfehlen!“

 

Nicht nur Eheringe können gespendet werden

Schmuckspende Laura Haverkamp
Laura Haverkamp spendete gleich mehrere geerbte Schmuckstücke. Sie findet „Mein Papa kommt“ klasse, da sie Patchwork und weite Distanzen zur Familie aus der eigenen Kindheit kennt.

Laura Haverkamp aus Hamburg kramte im Schmuckkästchen nach Erbstücken ihrer 1994 verstorbenen Mutter und spendete unter anderem deren Ehe- bzw. Scheidungsring (die Eltern lebten getrennt seitdem Laura 1,5 Jahre war) sowie andere Schmuckstücke. Ihre Motivation: Nicht nur bei den eigenen Eltern erlebte sie Patchwork (wenn auch nicht über eine große Entfernung). Auch die zweite Ehe des Vaters, aus der Laura eine geliebte (Halb-)Schwester hat, zerbrach. Das Patchwork hier: über 500 km Fahrt und alle Ungewissheit und Belastung, die Patchwork so mit sich bringen kann. An unzähligen Sonntagen hätten Laura Haverkamp, ihrer Schwester und ihrem Vater Kinderzimmer auf Zeit, wie sie von Mein Papa kommt angeboten werden, geholfen, die Zeit zwischen Hotelcheckout und „zur Mutter bringen“ zu überbrücken.

 

So kannst Du uns unterstützen:

Vielleicht hast auch Du einen alten Ehering oder anderen Schmuck, der nicht mehr getragen wird und darauf wartet, für einen guten Zweck eingeschmolzen zu werden? Oder kennst jemanden in Deinem Freundes- und Familienkreis, für den eine Schmuckspende genau das Richtige wäre? Informationen zur Spendenaktion und zum Anfordern unserer eigens entwickelten Spendenbox  findest Du unter scheidungsringe-fuer-kinder.de.

 

Wir freuen uns über Deine Unterstützung! Spread the News! Über Facebook und Co. oder die altbewährte Mund-zu-Mund-Werbung. Vielleicht hast Du auch interessante Kontakte zu Netzwerken und Medien, die uns bei der Bekanntmachung unserer Spendenkampagne helfen können? Schreib einfach eine Email an Danièle Böhm (PR & Marketing Referentin Flechtwerk 2+1).

 

 

Wir danken im Namen der Kinder mit zwei Elternhäusern!

 

Scheidungsringe

Fachvorträge bei interdisziplinären Arbeitskreisen

Kürzlich haben wir in Erfurt Fachkräfte über multilokale Familiensettings und unser Besuchsprogramm informiert.

Wir von Mein Papa kommt berichten immer wieder vor Fachkreisen von unserer Arbeit und den besonderen Herausforderungen von „Familienleben an mehreren Orten“ nach Trennung und Scheidung. Zuletzt waren wir am 16. Januar 2018 in Erfurt beim interdisziplinären Arbeitskreis „Kinder in Trennung und Scheidung“ eingeladen. Die rund 25 Teilnehmer – darunter überwiegend Familienrichter, aber auch Mitarbeiter vom Jugendamt und von Familienberatungsstellen sowie Verfahrenspfleger und Umgangsbegleiter – kamen aus Erfurt und Weimar. In dieser Region ist unser Programm noch nicht so sehr bekannt und unser Gastgeber-Netzwerk bisher wenig ausgebaut. Daher haben wir uns ganz besonders über diese Einladung gefreut. Nach dem Vortrag kam noch ein Pressekontakt zum MDR Hörfunk zustande, der kürzlich in einem Interview mit Jobst Münderlein (geschäftsführender Gesellschafter) über Mein Papa kommt berichtet hat.

 

Rollenspiele zum besseren Verständnis

Damit sich die Teilnehmer besser in die Situation von unseren weitreisenden Eltern hineinversetzen können, beleben wir unsere Vorträge gerne durch kurze Rollenspiele anhand von Kurzprofilen unserer Eltern. Auch Playmobil-Figuren kommen zum Einsatz… Was bedeutet es, wenn zum Beispiel die Mutter des Kindes nun schon zum dritten Mal innerhalb von fünf Jahren umzieht, immer wieder in eine andere Stadt? Oder wenn das Kind von heute auf Morgen nach Freiburg zieht und man als Elternteil in Flensburg lebt? Durch die anschaulichen Beispiele können die Teilnehmer noch besser verstehen, wo unsere Arbeit von Mein Papa kommt ansetzt und wie wir ganz pragmatisch den betroffenen Eltern durch die Vermittlung von ehrenamtlichen Gastgebern und Kinderzimmern auf Zeit helfen können.

 

 

Folie Fachvortrag
In unseren Vorträgen geben wir detaillierte Einblicke in die Scheidungszahlen von Deutschland.

 

Fakten und Fragen

Neben den Rollenspielen und Informationen über die Angebote von Mein Papa kommt liefern wir auch detaillierte Fakten zu Scheidungszahlen und deren Entwicklungen. Aus den Teilnehmerkreisen kommen häufig Fragen wie „Wäre Couchsurfing nicht eine Alternative?“ oder „Warum habt ihr in unserer Region noch so wenig Gastgeber?“. Im Austausch werden den Teilnehmern dann die Probleme, die die große räumliche Distanz zwischen den Eltern hervorruft, sehr bewusst, und die Notwendigkeit z.B. einer ortsunabhängigen pädagogischen Eltern-Begleitung wird deutlich. Wir freuen uns, dass die Bereitschaft, unser Besuchsprogramm Mein Papa kommt weiter zu empfehlen, nach unseren Vorträgen immer groß ist.

 

Wir freuen uns über Eure Einladungen!

Möchtet auch Ihr unser Experten-Know-how für Euren Arbeitskreis oder den nächsten Fachtag nutzen? Dann schreibt uns eine Email an info@flechtwerk-ggmbh.de und wir überlegen gemeinsam, in welchem Rahmen der Vortrag am besten geeignet ist.

 

 

 

Geschichten von unseren Gastgebern

Für viele unserer Gastgeber ist das Engagement eine Bereicherung. Sie bekommen einiges zurück, manchmal entstehen auch langjährige Freundschaften.

Gastgeber suchen Gastgeber

Eine langjährig engagierte Gastgeberin aus Braunschweig kann seit einiger Zeit ihren „Besuchspapa“ nicht mehr als Gast empfangen, da sie Pflegekinder in Obhut genommen hat. Doch sie hat selbst einen neuen Gastgeber gefunden: ein Mieter in ihrem Haus bietet nun weiterhin verlässlich einen Schlafplatz für den Vater. Wir sind dankbar, dass uns viele Gastgeber über die Gastfreundschaft hinaus unterstützen und beim Ausbau unseres Gastgebernetzwerkes aktiv helfen.

Väter im Doppelpack erwünscht

Bei Julia Freudenberg und ihrer Familie in Hamburg finden gleich mehrere Väter eine Herberge. Wenn sich wie vor kurzem die Umgangswochenenden von zwei Vätern überschneiden, ist das für die engagierte junge Familie auch kein Problem. „Da wurde es richtig gesellig, besonders weil beide Väter etwas Leckeres für die ganze Runde gekocht haben. Am ersten Abend gab es was Mexikanisches und am zweiten Abend ein französisches Gericht!“, erzählte uns Julia Freudenberg begeistert.

 

Zusage vom Flechtwerk-Vater in Rekordzeit

Auf eine Anfrage an unser Gastgeber-Netzwerk für die Mutter eines 13jährigen Jungen meldete sich nur eine Minute später Michael zurück. Michel ist nicht nur Gastgeber. Wir konnten ihm einige Monate zuvor ein „Kinderzimmer auf Zeit“ vermitteln, in dem er Kuschelstunden mit seiner erst wenige Monate alten Tochter verbringen kann. Wir sind begeistert, dass sich auch immer wieder betroffene Väter und Mütter als Gastgeber anbieten und dadurch etwas zurückgeben! 

 

Eine Tagesmutter bietet ihre Wohnung als „Kinderzimmer auf Zeit“ an

Wir suchten gerade in Dresden für einen Vater aus Freising Gastgeber, bei denen der Vater mit seinem einjährigen Sohn tagsüber spielen könnte… Da meldete sich doch tatsächlich eine Tagesmutter als Gastgeberin im Flechtwerk an. Samt ihrer Tagesbetreuungswohnung, die am Wochenende nicht genutzt wird. Ein kindgerechter Rückzugort für Papa und Sohn. Wir sind begeistert!

 

Möchtest Du auch Gastgeber bei „Mein Papa kommt werden? 

Melde Dich einfach mit wenigen Klicks auf unserer Website an. Sobald wir eine passende Anfrage eines Vaters oder einer Mutter haben, nehmen wir Kontakt zu Dir auf. Wir danken im Namen der Kinder mit zwei Elternhäusern!

 

 

Gastgeber werden

Tagesmutter-Wohnung als „Kinderzimmer auf Zeit“

Wir sind begeistert vom Engagement einer Tagesmutter aus Dresden und hoffen auf viele Nachahmer unter Tagesmüttern und Umgangsbegleitern.

Stanley fährt alle zwei Wochen von Freising (bei München) nach Dresden, um seinen mittlerweile zweijährigen Sohn Julian (Name geändert) zu besuchen. Bevor Stanley Mitglied bei Mein Papa kommt wurde, hatte er meistens bei seinem Vater in Dresden übernachtet, manchmal auch im Hotel, das den 31-jährigen einmal über die Weihnachtsfeiertage 350 Euro gekostet hatte. In der kleinen Wohnung seines Vaters war er nie alleine mit seinem Sohn und die Umgebung nicht kindgerecht. Der Aufenthalt im Hotelzimmer war auch keine geeignete Alternative. Der kleine Raum bot wenig Möglichkeiten zum Spielen. Eine gemütliche Atmosphäre für die Papa-Tage fehlte. Daher hat Stanley anfangs viel Zeit mit dem Kleinen draußen verbracht und ist mittags zum Füttern und den Mittagsschlaf zurück in die Wohnung von Julians Mutter. Doch dann ist die Mutter eine neue Beziehung eingegangen und die Lösung war für alle Beteiligten keine Option mehr, obwohl sich Stanley nach wie vor sehr gut mit Julians Mutter versteht.

 

Suche nach einem „Kinderzimmer auf Zeit“

Ein Raum für den Tagesumgang war daher am wichtigsten für Stanley, als er sich an Mein Papa kommt wendete. In Dresden hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch keine Kooperation mit einem Kindergarten oder einem Familienzentrum. Und auch unsere privaten Gastgeber, die einen Aufenthalt mit Kind ermöglichen, waren bereits alle vermittelt. Doch nach einigen Monaten meldete sich eine neue Gastgeberin aus Dresden in unserem Netzwerk an. Zu unserer großen Überraschung bot sie ihre gesamte angemietete Tagesmutter-Wohnung für die Umgangswochenenden an – und zwar samt Übernachtung mit Kind. Die Tagesmutter hatte von unserem Besuchsprogramm erfahren und sofort entschieden, dass sie ihre am Wochenende ungenutzten Räume anbieten wollte. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir Stanley und dem kleinen Julian diese ganz besondere Umgangslösung anbieten konnten.

 

Ferienwohnung im Kita-Stil gefunden

Stanley meldete sich sofort bei der Gastgeberin und wollte sich bei ihr vorstellen. Er war sehr überrascht, dass sie ihm einen großen Vertrauensvorschuss gab und einfach für das nächste Umgangswochenende den Schlüssel hinterlegte. Stanley schaute sich die Wohnung erst einmal alleine an und sah sofort, dass sie perfekt war für die Umgangswochenenden. Seit der Vermittlung im letzten Spätsommer übernachtet nun das Papa-Sohn-Gespann immer in der Zwei-Zimmer-Wohnung, die wie eine „Kita in Klein“ ist: Es gibt einen Schlafraum mit sechs Kinderbettchen, der komplett verdunkelt werden kann, was für den kleinen Julian sehr wichtig ist. Im Wohn- und Spielraum gibt es nur kleine Tische und Stühle und alles an Spielzeugen, was das kleine Kinderherz begehrt. Die Wohnung ist groß genug, dass Julian auch mit dem Laufrad seine Runden drehen kann. Der Kleine fühlt sich sehr wohl und kennt sich schon super in der Tagesmutter-Wohnung aus. Wenn Papa jetzt sagt, dass es Zeit für den Mittagsschlaf ist, stapft Julian gleich los ins Schlafzimmer.

 

Sorgenfrei ins Umgangswochenende

Früher war Stanley mit Julian im Hotel, wo der Raum klein war und er alle Spielzeuge mitbringen musste. Der Vater musste sich immer Gedanken machen, was sie den Tag über unternehmen sollten und wo sie essen werden. Diese Sorgen hat er durch das Kinderzimmer auf Zeit jetzt nicht mehr. Stanley übernachtet nun regelmäßig alle zwei Wochen zusammen mit Julian in der Tagesmutter-Wohnung, manchmal sogar öfter im Monat. Er kann die Wohnung immer von Freitag Abend bis Montag Morgen nutzen und hat ein Kühlschrankfach für seine Sachen, sodass die beiden kochen können. Bettwäsche für sich und seinen Sohn bringt er immer mit. Dass er die Wohnung gereinigt hinterlässt, ist für ihn selbstverständlich. Stanley kündigt seinen Aufenthalt jedes Mal vorher an. Nach wie vor hinterlegt die Gastgeberin ganz unkompliziert den Schlüssel, sodass beide zeitlich nicht an eine persönliche Übergabe gebunden sind. Für Stanley ist die Lösung mit der Tagesmutter-Wohnung für seine derzeitige Situation perfekt. Am Anfang fand er es verwunderlich, dass die Tagesmutter ihm einfach die Wohnung kostenfrei überlässt. Stanley würde sogar für eine Kita mit Übernachtungsmöglichkeit zahlen, wenn es so etwas gäbe. Zu Weihnachten hat er der Tagesmutter ein Schokoladen-Geschenk gemacht.

 

Weitere „Kinderzimmer auf Zeit“ dringend gesucht!

Das Beispiel von Stanley und dem kleinen Julian zeigt, wie wichtig kindgerechte Räume gerade für den Umgang mit kleinen Kindern sind. Viele unserer Flechtwerk-Väter und -Mütter sehen ihre Kleinkinder nur für einige Stunden am Tag. Für einen qualitätsvollen Umgang sind Kinderzimmer auf Zeit in Kitas, Kindergärten, Mütter- und Familienzentren oder kirchlichen Einrichtungen unerlässlich.

 

Habt Ihr in Eurer Einrichtung auch einen kindgerechten Raum, den Ihr am Wochenende stundenweise zur Verfügung stellen könnt? Es muss keine voll ausgestattete Kita sein! Ein kindgerechter Raum mit einigen Spielzeugen und Zugang zu einer Toilette genügen. Wir haben bisher nur diese eine Tagesmutter-Wohnung in Dresden als Kinderzimmer auf Zeit. Vielleicht kennt Ihr auch eine Tagesmutter oder eine Umgangsbegleiterin, die eine Wohnung angemietet hat und diese am Wochenende zur Verfügung stellen kann? Wir brauchen Kinderzimmer auf Zeit in allen Städten, in denen kleine Kinder von einem weit entfernt lebenden Elternteil besucht werden.

 

Aktuell suchen wir dringend Kooperationspartner in:

 

Berlin
Ennepetal
Münster
Oldenburg
Stuttgart

 

Wir freuen uns über Eure Unterstützung! Und danken im Namen der Kinder mit zwei Elternhäusern!

 

 

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