Partnersuche für Singles mit Kind(erwunsch)

Im Interview verrät Thomas Alpen von „Patchworkglück“, was hinter der besonderen Singlebörse steckt.

Wie kam es zur Gründung der Singlebörse Patchworkglück?

Thomas Alpen: „Patchworkglück wurde 2006 von Cornelia Glunde gegründet. Sie hatte als Alleinerziehende die Plattform Amiki (Alleinerziehend mit Kind) ins Leben gerufen, auf der sich Alleinerziehende austauschen konnten und Tipps miteinander teilten. Darüber hinaus gab es auch Veranstaltungen wie zum Beispiel die ‚AmiKi-Picknicks‘, bei denen immer wieder mal aus regem Austausch mehr geworden ist. Für Cornelia Glunde lag es daher nahe eine spezielle Plattform für diesen Zweck zu schaffen und das war Patchworkglück. Wenn man drüber nachdenkt ist es auch vollkommen plausibel, denn als Alleinerziehnder ist die Zeit ‚konventionell‘ jemanden kennenzulernen sehr eingeschränkt und das Budget meist auch. Ich selbst bin 2014 erst als Mitglied und dann Vollmitglied auf die Plattform gekommen und habe sie im November 2017 dann von Cornelia Glunde übernommen, da ich es wichtig finde dass es eine Alternative zu den komerziellen Anbietern gibt.“

Wie ist bei Patchworkglück die Zusammensetzung der Mitglieder?

Thomas Alpen: „Patchworkglück hat bereits über 14.000 Mitglieder und die Zahl steigt stetig an. Es liegt wohl in der Natur der Definition ‚alleinerziehend‘, denn Patchworkglück hat einen sehr großen Frauenüberschuss – gut drei Viertel –  wobei die Männer im Allgemeinen aktiver sind. Auch beim Alter sind logischerweise wenig ganz Junge angemeldet. Es beginnt bei ca. 30 Jahren und geht im Durchschnitt dann bis 50 Jahre, natürlich mit einigen Ausnahmen. Bei der Kinderzahl ist so ziehmlich alles vertreten. Von einem Kind bis – ich meine der Spitzenreiter hat momentan acht Kinder! Ich selbst habe übrigens vier Kinder.“

Dürfen sich nur Singles mit Kind anmelden?

Thomas Alpen: „Nein, Patchworkglück steht allen offen, die sich eine Partnerschaft mit Kind oder Partner mit Kind vorstellen können. Wichtig ist der wirkliche Wunsch nach einer ernsthaften Beziehung.“

Was kostet die Mitgliedschaft?

Thomas Alpen: „Die Mitgliedschaft ist für Basismitglieder kostenfrei. Man kann sich kostenlos registrieren, sich Profile ansehen und in ihnen suchen und die Funktion der ‚Lieblingsprofile‘ nutzen. Nur wer selbst aktiv werden und andere Mitglieder anschreiben möchte bzw. angeschrieben wurde und antworten möchte, benötigt die Vollmitgliedschaft. Diese bleibt dann unbegrenzt gültig bis man sein Glück gefunden hat oder aus anderen Gründen kündigt. Ersteres ist mir natürlich am liebsten.“

Wie sind die Daten der Mitglieder geschützt?

Thomas Alpen: „Das haben die Mitglieder selbst in der Hand. Jedes Mitglied kann für sich entscheiden, ob es als ‚Beispielprofil‘ sichtbar sein möchte. Diese sind dann auch im öffentlichen Bereich von Patchworkglück verfügbar. Wer etwas mehr Privatsphäre mag, deaktiviert diese Option und ist dann nur noch für registrierte Mitglieder sichtbar. Es sind hierbei keine Namen oder Adressen sichtbar, sondern nur der Nickname und die ungefähre Wohngegend. Der Austausch erfolgt dann auch erst einmal über das interne Mailsystem, also auch ohne Telefonnummer oder Mail-Adresse preis zu geben. Übrigens, wer gerade eine Pause in der Partnersuche einlegt, weil er oder sie im Begriff ist jemanden kennen zu lernen, kann sich auch auf ‚unsichtbar‘ stellen und muss nicht sofort seine Mitgliedschaft kündigen.“

Erfahren Sie manchmal, was aus den ersten Flirts bei Patchworkglück geworden ist?

Thomas Alpen: „Aber sicher! Es gibt schon eine ganze Reihe von sehr schönen Patchworkglück-Erfolgsgeschichten. Darunter auch schon einige sehr glückliche Ehepaare in bunter Patchworkglück-Konstellation. Es freut mich immer sehr, wenn mir Mitglieder schreiben, dass sie ein Zusammenziehen, die Hochzeit oder sogar gemeinsamen Nachwuchs planen oder bereits umgesetzt haben. Hier ein Auszug aus den vielen glücklichen Erfolgsgeschichten.“

Warum sollten sich Singles mit Kind bzw. Langstrecken-Väter oder -Mütter von Mein Papa kommt bei Patchworkglück anmelden anstatt bei herkömmlichen Singlebörsen?

Thomas Alpen: „Der wohl wichtigste Grund ist, dass es schwer ist jemandem ohne Kinder die eigene Situation zu erklären oder nachvollziehbar zu machen. Eben dass es schon jemanden im Leben gibt, der ungemein wichtig, vielleicht sogar am wichtigsten ist, nämlich die eigenen Kinder. Dann kommt immer noch der Ex-Partner hinzu. Diesen kann man nicht über Bord werfen, denn man ist immer noch gemeinsam Eltern.

Bei Langstrecken-Eltern ist dies nochmal schwerer zu vermitteln. Wie soll jemand ohne die eigene Erfahrung verstehen, warum man die Besuche über die große Distanz x-mal im Monat auf sich nimmt. Und dies, statt Zeit mit dem neuen Partner zu verbringen. Für jeden Alleinerziehenden ist es hingegen absolut verständlich.

Außerdem ist Patchworkglück fair und preiswert. Es ist von Alleinerziehenden für Alleinerziehende. Der einmalige Preis ist knapp kalkuliert, so dass er in etwa die Kosten trägt und liegt in etwa da, was die ‚Großen‘ monatlich veranschlagen. Keine monatlichen Zusatzkosten, keine regelmäßigen kostenpflichtigen Verlängerungen, jederzeit kündbar, kein Datenverkauf und auf keinen Fall Fake-Profile.“

Auf der Suche nach einer neuen Liebe?

Dann melde Dich doch einfach bei Patchworkglück.de an. Kostenfrei als Basismitglieder oder (später) einmalig für 49 Euro als Vollmitglied. Vielleicht gibt es irgendwann auch eine Mein Papa kommt – Patchworkglück-Geschichte! Wir würden uns sehr freuen.

Bilder: Patchworkglück

Bildergalerie zur Jubiläumsfeier

Wir haben mit unseren Gästen besondere Stunden anlässlich  der Jubiläumsfeier 10 Jahre Mein Papa kommt verbracht. Unter ihnen waren von Jung bis Alt Flechtwerk-Kinder und -Eltern, Gastgeber und Fachkräfte aus den unterschiedlichen bereichen der Familienhilfe. Sie haben unser Fest mit kraftvollen Worten, warmherzigen Glückwünschen und Spenden bereichert. Uns bleibt nicht nur die Erinnerung an einen unvergesslichen Abend, sondern auch die Gewissheit, dass wir einfach ein fantastisches Flechtwerk an Unterstützern haben. Wir danken allen Gästen fürs Kommen und Mitfeiern.

 

Gefeiert wurde im Impact Hub Munich – der Co-Working Space, in dem sich unser kleines Büro befindet.
Alle Besucher konnten sich auf kurzen Steckbriefen vorstellen.
In entspannter Atmosphäre kamen Eltern, Gastgeber und Fachkräfte ins Gespräch. Unser Team von Mein Papa kommt freute sich, bekannte Gesichter zu sehen und neue Freunde des Netzwerkes persönlich kennen zu lernen.
Zu unserer Freude war auch Ellen Kessler unter den Gästen – die Ideengeberin für unsere Spendenkampagne Scheidungsringe für Kinder. Frau Kessler wollte nach ihrer Scheidung ihren Ehering einschmelzen lassen und spenden. Als sie zufällig von unserer Initiative in der Zeitung las, hatte sie sich spontan für eine Spende an Mein Papa kommt entschieden.
Ganz besonders gefreut haben wir uns auch über die Anwesenheit von Jessica Friese vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). 
Florian Kaiser, Fachreferent im Bayrischen Landesjugendamt, überbrachte uns Grußworte.
Auch Ronald Wirth, Leiter der Abteilung Kinder, Jugend und Familien im Stadtjugendamt München, würdigte in seiner Rede unsere Arbeit.
Annette Habert berichtete, wie es zu der Idee kam, das einzigartige Besuchsprogramm Mein Papa kommt für Kinder mit zwei Elternhäusern zu initiieren.
Zusätzlich zum Grußwort der Schirmherrin an uns Erwachsene hat Frau Bundesfamilienministerin Giffey uns einen großen Wunsch erfüllt: Das „Kindergrußwort an die Kinder mit zwei Elternhäusern“, unterschrieben mit „Deine Franziska“ – verlesen vom elfjährigen Lorenz.
Jobst Münderlein, geschäftsführender Gesellschafter und Co-Gründer von Flechtwerk 2+1, präsentierte die erfolgreiche Entwicklung von Mein Papa kommt innerhalb der letzten 10 Jahre: Aus einer großartigen Idee wurde durch den Einsatz der beiden Gründer ein bundesweites Netzwerk aus ehrenamtichen Gastgebern, die hunderten Eltern regelmäßig eine kostenfreie Unterkunft für die Papa- oder Mama-Kind-Wochenenden anbieten.
Paar- und Traumatherapeutin Frau Dr. Katharina Klees vom Aufwind Institut gab in ihrem Vortrag Einblicke in die Hoffnungen auf eine stabile Beziehung.
Die musikalische Untermalung der Jubiläumsfeier übernahm Georgia Huber von Clowns ohne Grenzen und spielte unter anderem das gefühlvolle Stück „Yukali, das Land wo man geachtet wird und sich geborgen fühlt“.
Im Anschluss an die Vorträge gab es eine rege Diskussion, in der Eltern, Gastgeber und Fachkräfte von ihren Erfahrungen berichteten. Einige nutzten die Gelegenheit, dass Frau Friese aus dem Bundesfamilienministerium zu Gast war und richteten ihre Apelle an die Politik.
Die kleinen Netzwerker bei der Arbeit.
Bei einem leckeren Buffet konnten die Gäste und das Team von Mein Papa kommt den Abend ausklingen lassen.
Fotos: Axel Öland

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey wird Schirmherrin von Mein Papa kommt

Mein Papa kommt wird 10 und bekommt ein Geschenk aus Berlin.

Mein Papa kommt wird 10 und bekommt ein Geschenk aus Berlin

Vor zehn Jahren brachte uns der kleine Sven auf die Idee, unsere bundesweite Initiative Mein Papa kommt ins Leben zu rufen. Der Vater des neunjährigen schlief tatsächlich im Auto, wenn er am Umgangswochenende von weither anreiste. Die Übernachtungskosten in einem Hotel konnte er sich nicht leisten. Seit 2008 entlasten wir getrennt lebende Eltern finanziell und vermitteln ihnen und ihrem Kind eine Umgebung, die sich ein bisschen wie „zuhause“ anfühlt. Mit unserem pädagogischen Angebot stärken wir die Eltern und verhindern Bindungsabbrüche.

 

Zu unserem zehnjährigen Jubiläum hat nun Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Schirmherrschaft für unsere Initiative übernommen. Die neue Unterstützung aus Berlin erfüllt uns mit großer Freude und Dankbarkeit und ermutigt uns, unsere Pionierarbeit fortzusetzen. Die politische Unterstützung ist ein wichtiger Meilenstein, damit sich in Zukunft unsere gesellschaftlichen Strukturen zunehmend auf die Multilokalität von Familien einstellt.

 

Bezugnehmend auf das Schicksal von Trennungskindern betont Bundesministerin Giffey: „Ich will, dass es jedes Kind packt. Auch die Kinder, die Trennung oder Scheidung erleben; auch Kinder, die in zwei Elternhäusern aufwachsen. Dauerhafter, regelmäßiger, guter Kontakt zu beiden Elternteilen gibt Kindern Stabilität und Geborgenheit.

 

 

Grußwort unserer Schirmherrin

 

 

In Deutschland sind jedes Jahr um die 140.000 Kinder und Jugendliche von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. Tausende weitere Kinder erleben die Trennung ihrer unverheirateten Eltern. Viele der Kinder leben anschließend Hunderte Kilometer von einem Elternteil entfernt. In 2018 zählt unser bundesweites Netzwerk bereits 1.320 getrennt lebende Eltern und rund 1.300 Gastgeber. Wir danken Euch für das Vertrauen in unsere Arbeit!

 

 

Mehr Infos zu Mein Papa kommt

 

Regelmäßige Besuche dank unserer Sozialplätze

Manche Eltern können selbst die 12 Euro Mitgliedsbeitrag für „Mein Papa kommt“ nicht zahlen. Spenden ermöglichen in diesen Fällen die Besuche am Wochenende.

Manchmal sind schon 12 Euro zu viel

Wer für 12 Euro eine oder mehrere Nächte pro Monat bei einem privaten Gastgeber von Mein Papa kommt übernachtet, spart eine Menge Geld. Je nach anfallender Hotel- oder Pensionskosten und Anzahl an Besuchen können das mehrere hundert Euro pro Monat sein. Doch was, wenn selbst die 12 Euro Monatsgebühr bzw. 144 Euro Jahresgebühr für unser Besuchsprogramm nicht drin sind? Wenn an allen Ecken gespart werden muss, damit überhaupt ein – meist seltener – Besuch möglich ist?

 

Regelmäßige Papa-Wochenenden dank Sozialplatz

Stefan (Name geändert) lebte vor seiner Trennung zusammen mit seiner Frau und seinem 8jährigen Sohn in Hamburg. Für seine Ausbildung zum Altenpfleger musste der Vater im letzten Sommer von der Hansestadt nach München ziehen. Der Auszubildende verdient im ersten Ausbildungsjahr 900 Euro brutto. Das Leben in München ist teuer. Die Fahrten zu seinem Sohn kommen mit über 800 km Distanz noch hinzu. Trotz seines geringen Lohnes versucht Stefan mit allen Kräften, seinen Sohn regelmäßig zu besuchen. Neben seiner Ausbildung verdient er sich noch etwas dazu. Dennoch kann sich der Altenpflegeschüler eine Hotelübernachtung in Hamburg nicht leisten. Stefan befürchtete, dass er deshalb den Kontakt zu seinem Sohn verlieren könnte. Im vergangenen Herbst las er im „Spiegel“ von Mein Papa kommt und meldete sich bei unserem Besuchsprogramm an. Als wir von Mein Papa kommt von seiner prekären finanziellen Situation hörten, boten wir ihm einen Sozialplatz an. Stefan nahm den spendenfinanzierten Platz im Besuchsprogramm gerne an, da bereits die 12 Euro Mitgliedsbeitrag die knappe Kasse des Auszubildenden sehr belasteten. Nun kann er seinen Sohn beim Papa-Wochenende in Hamburg auch mal in den Zoo oder zum Eisessen einladen.

 

Schenke einen Sozialplatz!

Wir von Mein Papa kommt bieten Vätern/Müttern, die in einer schwierigen finanziellen Situation sind –  sei es durch Ausbildung, Studium, Arbeitslosigkeit oder Verschuldung – einen Sozialplatz an. Diese Plätze sind zu 100 Prozent spendenfinanziert und befreien den Vater/die Mutter so lange vom Mitgliedsbeitrag, wie es notwendig ist. Denn der Umgang sollte immer unabhängig vom Kontostand der Eltern sein!

 

Möchtest auch Du einen Sozialplatz finanzieren? Mit einer Spende von 144 Euro kannst Du dafür sorgen, dass ein Vater wie Stefan über ein Jahr lang regelmäßig sein Kind besuchen kann. Oder eine weit reisende Mutter in der gleichen Situation ihr Kind. Auch eine kleine Spende hilft. Denn aus vielen kleinen Spenden wird ein großer Betrag, der dringend benötigte Sozialplätze ermöglicht.

 

 

Jetzt spenden

 

 

Wir danken im Namen der Kinder mit zwei Elternhäusern!

Über Ländergrenzen hinweg

Manche Eltern müssen internationale Grenzen überqueren – und dadurch weitere Hürden überwinden – damit sie nicht die Bindung zum Kind verlieren.

In der Community von Mein Papa kommt gibt es über 100 Väter/Mütter, die nicht wie ihre Kinder in Deutschland leben, sondern im europäischen Ausland oder auch zum Beispiel in Ländern wie Argentinien oder der Ukraine. Derzeit übernachten 18 „internationale“ Väter aus dem Ausland bei Gastgebern von Mein Papa kommt. Sie reisen aus Frankreich, Portugal, Großbritannien, der Schweiz, Italien, Österreich, Luxemburg, Tschechien, Russland und der Türkei an. Andererseits konnten wir auch schon einigen Vätern/Müttern aus Deutschland Gastgeber am Wohnort des Kindes in Österreich, der Schweiz und Südtirol vermitteln.

 

Gastgeber in den USA

Vor einigen Jahren haben wir sogar durch einen glücklichen Zufall für einen Vater aus Berlin Gastgeber in New York City gefunden! Ohne Absprachen war die Mutter seiner Tochter nach der Geburt von Berlin ins 6.400 km entfernte New York gezogen. Obwohl der Vater gut verdiente, war er finanziell überfordert. Im Rahmen einer Weiterbildung des Flechtwerk-Teams erfuhr damals die Referentin aus New York von dem Fall und stellte sich spontan als Gastgeberin zur Verfügung. Da der Vater durch Mein Papa kommt keine teuren Hotelübernachtungen mehr bezahlen musste, kann er seitdem alle drei Monate für zehn Tage seine Tochter besuchen.

 

Bild multilokale Familien

Sprache kann verbinden – und zum Hindernis werden

Flechtwerk-Vater Jo aus der Schweiz berichtet stolz, dass seine 10-jährige Tochter Luisa, die vor zwei Jahren nach Bonn gezogen ist, nach wie vor darauf besteht, mit ihm auf Schwizerdütsch zu sprechen. Ganz gleich, ob sie zusammen in Bonn beim Gastgeber übernachten oder Luisa ihren Papa in der alten Heimat besucht. Gleichzeitig merkt Jo jedes Mal bei Besuchen in Bonn auch an der Sprache, dass seine Tochter in einem anderen Kulturraum aufwächst. Und dadurch gefühlt noch ein bisschen weiter als 570 km entfernt von ihm ist. (Erfahrt mehr über Jo in diesem Interview.)

 

Dramatische Folgen kann es für die Eltern-Kind-Bindung haben, wenn ein Elternteil mit dem Kind in einen anderen Sprachraum zieht, dessen Sprache der andere Elternteil nicht spricht. So erzählte uns ein Vater aus England vor einiger Zeit, wie schwer es für ihn ist, die Bindung zu seinem eineinhalb Jahre alten Sohn zu halten. Der Engländer spricht kaum Deutsch. Sein Sohn beginnt gerade erst Sprechen zu lernen und wird natürlich vom deutschsprachigen Umfeld geprägt. Daher versucht der Vater so oft es geht mit dem Kleinen zu skypen – was aufgrund des Alters nicht immer einfach ist.

 

Bei Erdinç aus der Türkei stellt die Sprache glücklicherweise kein Problem dar. Seine Tochter Stella, die bei der Mutter in Ingolstadt lebt, spricht beide Sprachen fließend und findet sich daher sehr gut zurecht, wenn sie ihren Papa während der Sommerferien in Istanbul besucht. Und da der Vater gut Englisch spricht, kann er sich gut bei seinen Reisen nach Deutschland verständigen – auch mit seinen Gastgebern, die wir ihm bisher vermittelt haben.

 

Bild asiatische Familie

„Mein Papa kommt“ speaks English

Wir von Mein Papa kommt können gut auf Englisch weiterhelfen. Kürzlich haben wir den englischsprachigen Bereich unserer Website ausgebaut. Einige unserer Mitarbeiter können auch auf Französisch und Italienisch Auskunft geben. Doch nicht alle Eltern sprechen diese Sprachen. Bisher haben sich aber immer gute Lösungen gefunden, zum Beispiel für Eltern mit Fluchterfahrung, die anfangs nur Arabisch oder Persisch gesprochen haben. In diesen Fällen konnte entweder das Jugendamt Übersetzer organisieren oder Bekannte der Eltern haben bei Telefonaten und Emailkontakt unterstützt.

 

Andere Länder, andere Gesetze

Getrennte Eltern, deren Kinder in anderen Ländern leben, sind nicht nur häufig mit einer anderen Sprache und einem fremden Kulturkreis konfrontiert, sondern müssen sich auch in einem fremden System zurechtfinden. Dies ist besonders herausfordernd, wenn ein Vater wie der Schweitzer Jo in Deutschland vor Gericht den regelmäßigen Umgang erstreiten muss. Nachdem er sich durch Rechtsstreitigkeiten mit Luisas Mutter bereits mit der Schweizer Justiz vertraut gemacht hatte, musste er sich mit der deutschen Rechtslandschaft auseinandersetzen und einen deutschen Anwalt finden. Im Vergleich zur Schweiz fühlte er sich jedoch in Deutschland erstmals als Vater vor Gericht ernst genommen. In seinem Heimatland erscheinen die Parteien nicht vor Gericht, entschieden wird nur aufgrund von Akteneintragungen. Jo empfand es als viel gerechter, persönlich vor Gericht angehört zu werden und für ihn war es vorteilhaft, dass auch die Meinung seiner Tochter durch den Verfahrensbeistand vertreten war. Für Jo ging das Gerichtsverfahren gut aus. Und seine Deutschkenntnisse und seine Fähigkeit, sich mit den deutschen Gesetzmäßigkeiten vertraut machen zu können, haben ihm sehr geholfen. Dies ist nicht für jeden Vater oder jede Mutter aus dem Ausland möglich und die Gefahr eines Bindungsabbruchs dadurch erhöht.

 

Unterhalt – Wohnort des Kindes entscheidet

Die Mutter von Luisa wollte nicht nur den Umgang verweigern, sondern auch erwirken, dass Jo nach wie vor den Schweizer Unterhaltssatz von über 700 Euro pro Monat zahlt. Die Rechtslage ist hier jedoch eindeutig. Lebt das Kind in Deutschland, muss der in Deutschland übliche Satz gezahlt werden. Dies ist für Unterhaltszahler aus dem Ausland, in dem das Einkommensniveau geringer als in Deutschland ist, eine große Herausforderung. Das Pendant zu Jo bildet ein Münchner Vater, der mit Mein Papa kommt sehr verbunden ist. Da seine beiden Söhne in der Schweiz leben, muss der Vater den schweizer Unterhaltssatz zahlen – eine enorme Summe an deutschem Gehalt gemessen.

 

Internationale Eltern-Kind-Konflikte

Bei grenzüberschreitenden Kindschaftskonflikten können sich Eltern, Jugendamtsmitarbeiter*innen, Richter*innen und Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte an den Internationalen Sozialdienst (ISD) wenden. Der ISD ist eine von der Bundesregierung beauftragte zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte. So berät der ISD z.B. Eltern bei drohender Kindesentführung zu Sicherungsmöglichkeiten und wie mit der jeweiligen Situation am besten umgegangen werden sollte. Wir von Mein Papa kommt sind im Austausch mit dem ISD und manch „internationaler“ Flechtwerk-Vater hat über den ISD von unserem Besuchsprogramm erfahren.

 

Wenn Kinderherzen sprechen

Wir von Mein Papa kommt freuen uns sehr, dass dank des großzügigen Engagements und der weltoffenen Haltung unserer Gastgeber Eltern aus der ganzen Welt willkommen sind und die Kinder nun nicht nur sagen „Mein Papa kommt“, sondern auch „Babam geliyor“ (Türkisch), „Voilà papa“ (Französisch), „Arrivo mio papà“ (Italienisch) und „Abi quadim“ (Arabisch) – um nur einige Sprachen zu nennen.

Spendenkampagne „Scheidungsringe für Kinder“

Wir laden Geschiedene dazu ein, uns ihre alten Eheringe zu spenden. Wie es zu dieser Idee kam, verraten wir in diesem Blogartikel.

Nach dem Motto „Eheringe helfen Scheidungskindern“ haben wir von Flechtwerk 2+1 die Spendenkampagne Scheidungsringe für Kinder gestartet. Wir laden Geschiedene dazu ein, ihre alten Eheringe für unser Besuchsprogramm Mein Papa kommt zu spenden. Auch abgelegter Schmuck aus Edelmetall kann gespendet werden. Mit dem Erlös der Spendenaktion finanzieren wir Sozialplätze für bedürftige Väter und Mütter und den Erhalt und weiteren Ausbau unseres Besuchsprogramms Mein Papa kommt. Die Finanzierung durch unseren Hauptförderer Auridis gGmbH läuft Ende dieses Jahres aus. Wir erhalten keine staatliche Förderung und die Mitgliedsbeiträge von Vätern und Müttern decken nur teilweise unsere Kosten.

 

Eine besondere Spende zündete die Idee

Foto Ellen Keßler
Die Spende von Ellen Keßler über den Erlös ihres alten Eheringes brachte uns auf die Idee zur Spendenkampagne „Scheidungsringe für Kinder“.

Ellen Keßler aus Rheinfelden an der schweizerischen Grenze hatte sich nach ihrer Scheidung 2007 immer wieder gefragt, was sie mit ihrem alten Ehering machen sollte. Wie so viele Geschiedene verwahrte sie ihn in einer Kommode auf. Wegschmeißen kam für sie nicht in Frage. Und zu Geld machen wollte sie ihn auch nicht. Durch die Segnung der Ringe bei ihrer katholischen Trauung ist der Ehering auch nach der Scheidung für Ellen Keßler etwas Besonderes geblieben. Daher überlegte sie sich, den Ring einschmelzen zu lassen und den Erlös für eine gemeinnützige Organisation zu spenden, die sich für Scheidungskinder engagiert.

 

Doch die Beratungsstellen vor Ort – wie zum Beispiel die Caritas – waren ihr zu sehr auf die Probleme der Eltern fixiert. Ihr fehlte der direkte Bezug zu den Kindern und vor allem zur Bindung zwischen Eltern und Kindern. Als sie dann im Frühjahr 2015 zufällig in der Badischen Zeitung von unserer Initiative Mein Papa kommt las, wusste sie sofort, dass eine Spende für unser Besuchsprogramm genau ihrem Wunsch entsprechen würde. Die Heilerziehungspflegerin hat selbst keine Kinder, doch ihr ist bewusst, dass die Kinder immer die größten Leidtragenden bei einer Trennung sind. Zum Thema „große räumliche Distanz“ hat sie einen persönlichen Bezug, da ihr Ex-Mann nach der Trennung an den Niederrhein gezogen ist. Wenn sie sich vorstellt, dass sie und ihr geschiedener Mann Kinder gehabt hätten, dann wären regelmäßige Besuche des Vaters sehr erschwert und ein Programm wie Mein Papa kommt sehr hilfreich gewesen.

 

Nachdem wir von Mein Papa kommt erfahren hatten, was der Beweggrund für die Geldspende der unbekannten Dame aus Rheinfelden war, begannen wir uns mit der Frage zu beschäftigen: Was passiert eigentlich nach einer Trennung mit all den abgelegten Eheringen? Dieses Symbol der Unendlichkeit und des Versprechens einer gemeinsamen Zukunft landet allzu oft sprichwörtlich in der Schublade. Unsere Recherche ergab, dass mehr als 300.000 Eheringe in Deutschland so jährlich ihre Funktion verlieren. Und ein hoher Materialwert an Gold und Silber ungenutzt bleibt. Mit unserer Spendenaktion wollen wir diesen Schatz heben und diesem emotionalen Symbol eine neue Bestimmung geben! Als wir beinahe drei Jahre später Frau Keßler erzählten, was ihre außergewöhnliche Spende damals ins Rollen gebracht hatte, war sie sehr gerührt.

 

Nachahmer waren schnell gefunden

Die ersten Ringe ließen nicht lange auf sich warten. Seit dem Start der Spendenaktion haben wir 28 Spendenboxen an interessierte Spender versandt und 9 Schmuckspenden im Gesamtwert von rund 980 Euro erhalten. Wir merkten schnell, dass die Spender den sinnstiftenden Zweck und den rituellen Aspekt der Spende zu schätzen wissen. So schrieb uns Kristin Bauer (Name geändert): „Für mich fühlte sich die Spende und schon allein das Einpacken und Verschicken der Ringe wirklich befreiend und erlösend an. Ich bin super glücklich mit dieser Entscheidung und kann es nur jedem, der auch den Gedanken ‚Was mache ich mit den Ringen?‘ mit sich trägt, weiterempfehlen!“

 

Nicht nur Eheringe können gespendet werden

Schmuckspende Laura Haverkamp
Laura Haverkamp spendete gleich mehrere geerbte Schmuckstücke. Sie findet „Mein Papa kommt“ klasse, da sie Patchwork und weite Distanzen zur Familie aus der eigenen Kindheit kennt.

Laura Haverkamp aus Hamburg kramte im Schmuckkästchen nach Erbstücken ihrer 1994 verstorbenen Mutter und spendete unter anderem deren Ehe- bzw. Scheidungsring (die Eltern lebten getrennt seitdem Laura 1,5 Jahre war) sowie andere Schmuckstücke. Ihre Motivation: Nicht nur bei den eigenen Eltern erlebte sie Patchwork (wenn auch nicht über eine große Entfernung). Auch die zweite Ehe des Vaters, aus der Laura eine geliebte (Halb-)Schwester hat, zerbrach. Das Patchwork hier: über 500 km Fahrt und alle Ungewissheit und Belastung, die Patchwork so mit sich bringen kann. An unzähligen Sonntagen hätten Laura Haverkamp, ihrer Schwester und ihrem Vater Kinderzimmer auf Zeit, wie sie von Mein Papa kommt angeboten werden, geholfen, die Zeit zwischen Hotelcheckout und „zur Mutter bringen“ zu überbrücken.

 

So kannst Du uns unterstützen:

Vielleicht hast auch Du einen alten Ehering oder anderen Schmuck, der nicht mehr getragen wird und darauf wartet, für einen guten Zweck eingeschmolzen zu werden? Oder kennst jemanden in Deinem Freundes- und Familienkreis, für den eine Schmuckspende genau das Richtige wäre? Informationen zur Spendenaktion und zum Anfordern unserer eigens entwickelten Spendenbox  findest Du unter scheidungsringe-fuer-kinder.de.

 

Wir freuen uns über Deine Unterstützung! Spread the News! Über Facebook und Co. oder die altbewährte Mund-zu-Mund-Werbung. Vielleicht hast Du auch interessante Kontakte zu Netzwerken und Medien, die uns bei der Bekanntmachung unserer Spendenkampagne helfen können? Schreib einfach eine Email an Danièle Böhm (PR & Marketing Referentin Flechtwerk 2+1).

 

 

Wir danken im Namen der Kinder mit zwei Elternhäusern!

 

Scheidungsringe

Tagesmutter-Wohnung als „Kinderzimmer auf Zeit“

Wir sind begeistert vom Engagement einer Tagesmutter aus Dresden und hoffen auf viele Nachahmer unter Tagesmüttern und Umgangsbegleitern.

Stanley fährt alle zwei Wochen von Freising (bei München) nach Dresden, um seinen mittlerweile zweijährigen Sohn Julian (Name geändert) zu besuchen. Bevor Stanley Mitglied bei Mein Papa kommt wurde, hatte er meistens bei seinem Vater in Dresden übernachtet, manchmal auch im Hotel, das den 31-jährigen einmal über die Weihnachtsfeiertage 350 Euro gekostet hatte. In der kleinen Wohnung seines Vaters war er nie alleine mit seinem Sohn und die Umgebung nicht kindgerecht. Der Aufenthalt im Hotelzimmer war auch keine geeignete Alternative. Der kleine Raum bot wenig Möglichkeiten zum Spielen. Eine gemütliche Atmosphäre für die Papa-Tage fehlte. Daher hat Stanley anfangs viel Zeit mit dem Kleinen draußen verbracht und ist mittags zum Füttern und den Mittagsschlaf zurück in die Wohnung von Julians Mutter. Doch dann ist die Mutter eine neue Beziehung eingegangen und die Lösung war für alle Beteiligten keine Option mehr, obwohl sich Stanley nach wie vor sehr gut mit Julians Mutter versteht.

 

Suche nach einem „Kinderzimmer auf Zeit“

Ein Raum für den Tagesumgang war daher am wichtigsten für Stanley, als er sich an Mein Papa kommt wendete. In Dresden hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch keine Kooperation mit einem Kindergarten oder einem Familienzentrum. Und auch unsere privaten Gastgeber, die einen Aufenthalt mit Kind ermöglichen, waren bereits alle vermittelt. Doch nach einigen Monaten meldete sich eine neue Gastgeberin aus Dresden in unserem Netzwerk an. Zu unserer großen Überraschung bot sie ihre gesamte angemietete Tagesmutter-Wohnung für die Umgangswochenenden an – und zwar samt Übernachtung mit Kind. Die Tagesmutter hatte von unserem Besuchsprogramm erfahren und sofort entschieden, dass sie ihre am Wochenende ungenutzten Räume anbieten wollte. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir Stanley und dem kleinen Julian diese ganz besondere Umgangslösung anbieten konnten.

 

Ferienwohnung im Kita-Stil gefunden

Stanley meldete sich sofort bei der Gastgeberin und wollte sich bei ihr vorstellen. Er war sehr überrascht, dass sie ihm einen großen Vertrauensvorschuss gab und einfach für das nächste Umgangswochenende den Schlüssel hinterlegte. Stanley schaute sich die Wohnung erst einmal alleine an und sah sofort, dass sie perfekt war für die Umgangswochenenden. Seit der Vermittlung im letzten Spätsommer übernachtet nun das Papa-Sohn-Gespann immer in der Zwei-Zimmer-Wohnung, die wie eine „Kita in Klein“ ist: Es gibt einen Schlafraum mit sechs Kinderbettchen, der komplett verdunkelt werden kann, was für den kleinen Julian sehr wichtig ist. Im Wohn- und Spielraum gibt es nur kleine Tische und Stühle und alles an Spielzeugen, was das kleine Kinderherz begehrt. Die Wohnung ist groß genug, dass Julian auch mit dem Laufrad seine Runden drehen kann. Der Kleine fühlt sich sehr wohl und kennt sich schon super in der Tagesmutter-Wohnung aus. Wenn Papa jetzt sagt, dass es Zeit für den Mittagsschlaf ist, stapft Julian gleich los ins Schlafzimmer.

 

Sorgenfrei ins Umgangswochenende

Früher war Stanley mit Julian im Hotel, wo der Raum klein war und er alle Spielzeuge mitbringen musste. Der Vater musste sich immer Gedanken machen, was sie den Tag über unternehmen sollten und wo sie essen werden. Diese Sorgen hat er durch das Kinderzimmer auf Zeit jetzt nicht mehr. Stanley übernachtet nun regelmäßig alle zwei Wochen zusammen mit Julian in der Tagesmutter-Wohnung, manchmal sogar öfter im Monat. Er kann die Wohnung immer von Freitag Abend bis Montag Morgen nutzen und hat ein Kühlschrankfach für seine Sachen, sodass die beiden kochen können. Bettwäsche für sich und seinen Sohn bringt er immer mit. Dass er die Wohnung gereinigt hinterlässt, ist für ihn selbstverständlich. Stanley kündigt seinen Aufenthalt jedes Mal vorher an. Nach wie vor hinterlegt die Gastgeberin ganz unkompliziert den Schlüssel, sodass beide zeitlich nicht an eine persönliche Übergabe gebunden sind. Für Stanley ist die Lösung mit der Tagesmutter-Wohnung für seine derzeitige Situation perfekt. Am Anfang fand er es verwunderlich, dass die Tagesmutter ihm einfach die Wohnung kostenfrei überlässt. Stanley würde sogar für eine Kita mit Übernachtungsmöglichkeit zahlen, wenn es so etwas gäbe. Zu Weihnachten hat er der Tagesmutter ein Schokoladen-Geschenk gemacht.

 

Weitere „Kinderzimmer auf Zeit“ dringend gesucht!

Das Beispiel von Stanley und dem kleinen Julian zeigt, wie wichtig kindgerechte Räume gerade für den Umgang mit kleinen Kindern sind. Viele unserer Flechtwerk-Väter und -Mütter sehen ihre Kleinkinder nur für einige Stunden am Tag. Für einen qualitätsvollen Umgang sind Kinderzimmer auf Zeit in Kitas, Kindergärten, Mütter- und Familienzentren oder kirchlichen Einrichtungen unerlässlich.

 

Habt Ihr in Eurer Einrichtung auch einen kindgerechten Raum, den Ihr am Wochenende stundenweise zur Verfügung stellen könnt? Es muss keine voll ausgestattete Kita sein! Ein kindgerechter Raum mit einigen Spielzeugen und Zugang zu einer Toilette genügen. Wir haben bisher nur diese eine Tagesmutter-Wohnung in Dresden als Kinderzimmer auf Zeit. Vielleicht kennt Ihr auch eine Tagesmutter oder eine Umgangsbegleiterin, die eine Wohnung angemietet hat und diese am Wochenende zur Verfügung stellen kann? Wir brauchen Kinderzimmer auf Zeit in allen Städten, in denen kleine Kinder von einem weit entfernt lebenden Elternteil besucht werden.

 

Aktuell suchen wir dringend Kooperationspartner in:

 

Berlin
Ennepetal
Münster
Oldenburg
Stuttgart

 

Wir freuen uns über Eure Unterstützung! Und danken im Namen der Kinder mit zwei Elternhäusern!

 

 

Zur Anmeldung

 

 

 

 

 

 

Umgangskosten-Rechner

Berechne hier, wie viel Du mit „Mein Papa kommt“ sparen kannst.

Hast Du auch immer hohe Übernachtungskosten, wenn Du Dein Kind besuchst? Das muss nicht sein!

Mein Kind lebt km entfernt von mir. Ich besuche es ungefähr mal im und reise mit an. Für die Übernachtung zahle ich pro Besuch ca. €.

Geld sparen mit „Mein Papa kommt“*

Väter, – und auch Mütter – die nach Trennung oder Scheidung in großer räumlicher Distanz zu ihrem Kind leben, leiden unter einer hohen finanziellen Belastung. Zusätzlich zu den Unterhaltskosten entstehen für die pendelnden Väter hohe Kosten zur Realisierung des Umgangs. Zu den Mehrkosten und dem Mehraufwand für den Umgang gehören neben der Verpflegung und Freizeitgestaltung während des Treffens mit dem Kind auch die Fahrtkosten und Übernachtungskosten.

Hotels zu teuer für Umgangswochenenden

In der Wohnung der Kindesmutter können die Trennungsväter meist nicht übernachten. So bleiben den Vätern nur kostspielige Unterkünfte wie Hotels oder Pensionen. Das Hotel als Umgangsort ist kein Schnäppchen. Zudem bieten Hotels und Pensionen nur eine anonyme Übernachtung. Airbnb, Couchsurfing & Co bieten eine Alternative zum Hotel. Auf Dauer sind jedoch auch Buchungen über Airbnb für die Väter zu teuer und in ländlichen Gebieten finden sich kaum Anbieter. Couchsurfing und andere Hospitality Exchange Networks bieten eher ein studentisches, provisorisches Ambiente für kurze Aufenthalte in fremden Städten. Das kostenfreie Übernachten bei Couchsurfing ist für einen Vater sicher keine Dauerlösung, da es keine verlässliche Lösung bietet und auch nicht gerade altersgerecht ist. Außerdem ist auch Couchsurfing auf dem Lande nicht sehr verbreitet. Diese Arten des preisgünstigen Wohnens auf Zeit sind somit nicht geeignet für Umgangswochenenden.

Verlässliche und kostengünstige Unterkünfte für Umgangswochenenden

Das gemeinnützige Unternehmen Flechtwerk 2+1 unterstützt durch das Programm „Mein Papa kommt“ Väter oder Mütter, die weit zu ihrem Kind anreisen müssen, um den Umgang wahrnehmen zu können. „Mein Papa kommt“ vermittelt pendelnde Väter an ehrenamtliche Gastgeber am Wohnort des Kindes, bei denen sie kostenfrei in einem Gästezimmer übernachten können. Die Väter schlafen nicht in einem anonymen Hotel, sondern bei Gastgebern, die ihnen eine private Rückzugsmöglichkeit am Umgangsort bieten und sie darüber hinaus in ihrer Vaterschaft wertschätzen.

Umgangskosten-Rechner von „Mein Papa kommt“

Mit dem Umgangskosten-Rechner von „Mein Papa kommt“ können „Langstreckenväter“ einfach ausrechnen, wie hoch der durchschnittliche finanzielle Aufwand zur Realisierung des Umgangs mit dem Kind jeden Monat ist. Zudem errechnet der Umgangskosten-Rechner auch den Betrag, den Trennungsväter durch eine Premium-Mitgliedschaft bei „Mein Papa kommt“ sparen können. Denn Mitglieder, die das Besuchsprogramm von „Mein Papa kommt“ nutzen, zahlen monatlich nur 12,- EUR anstatt eine hohe Hotelrechnung. Und Premium-Mitglieder, die am Papawochenende mit dem Fernbus zu ihrem Kind reisen, erhalten von Flechtwerk 2+1 einen Flixbus-Gutschein und damit zusätzlich einen 10%-Rabatt auf jede Fahrt. Allein mit dieser Ermäßigung rechnet sich für Premium-Mitglieder häufig bereits der Mitgliedsbeitrag von „Mein Papa kommt“, da sie bei der monatlichen Reise zum Kind mit dem Fernbus hin und zurück 12,- EUR oder mehr sparen. Mithilfe des Umgangskosten-Rechners von „Mein Papa kommt“ können Interessierte in wenigen Sekunden ausrechnen, um wie viel sie ihre individuellen Kosten reduzieren können. Die Ermittlung der durchschnittlichen Mobilitätskosten mit dem Auto, der Bahn oder dem Fernbus übernimmt dabei ganz komfortabel der Umgangskosten-Rechner. Mit einem Klick werden die aktuellen Ausgaben zur Umgangsrealisierung und die möglichen Einsparungen durch das Programm „Mein Papa kommt“ deutlich.

 

*Das Programm „Mein Papa kommt“ vermittelt Vätern/Müttern, die weit von ihren Kindern entfernt leben,  ehrenamtliche Gastgeber und „Kinderzimmer auf Zeit“ am Wohnort des Kindes.

ZFF Positionspapier zum Wechselmodell

Als Mitglied des Zukunftsforum Familie (ZFF) freuen wir uns von „Mein Papa kommt“ über den neuen Beitrag des ZFF zum Wechselmodell.

 

Download Positionspapier

 

Mitgliedschaft im ZFF

Seit 2014 sind wir von Flechtwerk 2+1 Mitglied im Zukunftsforum Familie e.V. Das ZFF verfolgt das Ziel, Familie in ihrer Vielfalt zu unterstützen und zu stärken. Familienpolitik – so die Position des Zukunftsforums – muss sich an demokratischen und solidarischen Zielen orientieren und allen Bevölkerungsgruppen und familiären Lebensformen gerecht werden.

Positionspapier zum Wechselmodell

Dass dies für das ZFF auch für Trennungsfamilien gelten muss, zeigt das neue Positionspapier „Vielfalt Familie – Vielfältige Trennungsfamilie“. Das Positionspapier beleuchtet ausführlich rechtliche, gesellschaftliche und wissenschaftliche Aspekte und regt eine differenzierte Diskussion an, die wir von Flechtwerk 2+1 unterstützen. Wir Flechtwerker freuen uns, dass das ZFF bei der kritischen Auseinandersetzung mit dem Wechselmodell auch darauf aufmerksam macht, dass einige getrennte Eltern weit voneinander entfernt leben und ein Wechselmodell unter diesen Rahmenbedingungen nicht umzusetzen ist.

Anregungen von Flechtwerk-Eltern sind gefragt

Das ZFF schätzt unsere Erfahrungen, die wir im Rahmen unserer Arbeit mit multilokalen Familiensettings machen und holt sich in regelmäßigen Abständen unsere Meinung zu unterschiedlichen Trennungsthemen ein. Daher laden wir unsere Flechtwerk-Väter und -Mütter grundsätzlich ein, uns immer wieder auf Handlungsbedarfe hinzuweisen. Diese Anregungen geben wir gerne an das ZFF weiter.

Zu Gast bei Gastgebern

Wer engagiert sich eigentlich für „Mein Papa kommt“? Und warum? Zwei Münchener Gastgeber haben uns zu sich nach Hause eingeladen und von ihren Erfahrungen erzählt.

„Mein Haus ist offen“

Die drei Kinder von Barbara Baum sind schon lange aus dem Haus. In ihrem mehrstöckigen Reihenhaus im Stadtteil Bogenhausen ist daher viel Platz für Gäste. Schon immer lebt Frau Baum nach dem Motto des „offenen Hauses“. So vermietet sie immer wieder mal zwei der ehemaligen Kinderzimmer für wenig Geld an Studenten. Und auch wenn Verwandte und Bekannte oder deren Kinder mal einen Unterschlupf für einige Zeit brauchen, öffnet sie gerne ihre Tür. Daher war sie gleich begeistert, als sie über einen persönlichen Kontakt von der Initiative Mein Papa kommt erfuhr. Und meldete sich an.

 

Gastgeberin Mein Papa kommt
Barbara Baum hat einen großen Garten, in dem der Papa mit seinem Kind toben kann.

Für Flechtwerk-Eltern stellt sie das dritte ehemalige Kinderzimmer zur Verfügung. In dem großzügigen Raum gibt es neben einem großen Bett eine Schlafcouch und viele Brettspiele und Kinderbücher. Sogar mit einem Kleinkindbett könnte Frau Baum durch ihre Enkelkinder aushelfen. Einem Aufenthalt mit Kind steht also nichts im Wege. Im Gegenteil, Frau Baum würde sich sehr freuen! „Allerdings habe ich erst ein einziges Mal einen Vater als Gast empfangen“, berichtet sie. Ein anderer Vater hatte sich bei Frau Baum vorgestellt, dann aber doch nicht von der Übernachtungsmöglichkeit Gebrauch gemacht. Sie vermutet, dass ihr Haus zu weit entfernt vom Wohnort des Kindes liegt. Und ein dritter Vater hatte Kontakt aufgenommen, dann aber wieder abgesagt, da der geplante Umgangstermin von der Mutter des Kindes abgesagt worden war.

 

Frau Baum hat Verständnis für die missliche Lage der Väter und ist auch interessiert an den persönlichen Geschichten. „Ich würde mich aber nie einmischen“, betont sie. „Und natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn ein Vater oder eine Mutter regelmäßig zu mir käme. Denn es ist mir eine Herzensangelegenheit, mich zu engagieren.“

 

„Einfach mal jemandem Raum schenken“

Zu Bernd Hawe kommen schon seit dem Jahr 2014  Väter zu Besuch, aber keiner von ihnen regelmäßig. Manchmal hat er einige Wochenenden hintereinander Gäste, dann wieder einen längeren Zeitraum keine Anfragen. Er bekommt die ganzen Geschichten und teilweise Dramen rund um die Organisation des Papa-Wochenendes in München mit. „Die Väter müssen so viel arrangieren und ärgern sich, wenn es nicht so rund läuft. Ist doch toll, wenn die Väter dann wissen, dass dank Mein Papa kommt wenigstens die Übernachtung geregelt ist!“

 

Gastgeber Mein Papa kommt
Bernd Hawe räumt gerne für „seine“ Väter – und auch deren Kinder oder Partnerinnen – sein Bett.

Mit kurzfristigen Absagen hat der Gastgeber kein Problem. Und er sieht sich durch die Gäste überhaupt nicht eingeschränkt. Den Vätern überlässt er während der Besuchszeit sein geräumiges Schlafzimmer und zieht sich selbst in das Wohnzimmer mit Schlafcouch zurück. Wenn er seinen Gast nicht persönlich in seiner Zweizimmerwohnung mitten in München empfangen kann, bittet er einen Nachbarn um die Schlüsselübergabe. „Bisher lief jeder Besuch ganz unkompliziert ab. Alles wird immer tiptop hinterlassen. Es klappt einfach, den Raum zu teilen“, schwärmt er.

 

Seine Gäste beschreibt er als sehr unaufdringlich und dankbar. „Bei einem Vater habe ich mit der Zeit rausgehört, dass er gerne auch mal seine neue Partnerin mitnehmen würde. Und am liebsten auch sein Kind über Nacht bei sich hätte. Für mich kein Problem. Ich habe sie gleich alle drei eingeladen!“ Und da die neue Partnerin nicht bei der Mutter des Kindes willkommen ist, frühstückt Bernd Hawe mit ihr, während der Vater sein Kind bei der Mutter abholt. „Auch die Schwester oder ein Freund des Vaters sind schon bei mir untergekommen, wenn sie die den Vater begleiten wollten.“

 

Er kennt die Initiative noch aus den Anfangszeiten, als Annette Habert zunächst aus einem privaten Engagement heraus eine Lösung für anreisende Trennungsväter suchte. Bis heute spürt man die Leidenschaft, mit der er hinter seinem ehrenamtlichen Engagement steht. Natürlich freut er sich, wenn er durch kleine Aufmerksamkeiten von seinen Gästen überrascht wird. Mal ist es eine Teemischung, mal ein kleiner Gutschein. „Einmal habe ich eine selbstgemalte Dankeskarte von einem Kind bekommen. Da geht einem natürlich das Herz auf!“

 

 

Überall, wo Kinder leben, suchen wir Gastgeber!

Möchtest auch Du Gastgeber werden?  Oder es Freunden empfehlen? Hier geht es zur Anmeldung:

 

 

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Im nächsten Newsletter würden wir gerne Gastgeber vorstellen, die einen Vater über einen längeren Zeitraum unterstützt haben. Dürfen wir ein telefonisches Interview mit Dir führen? Bitte komm auf uns zu!