Jetzt ist mein Kind ein „Trennungskind“!

Ob Junge oder Mädchen – spielt beim Kinderwunsch für viele Eltern keine Rolle mehr. Ein „Trennungskind“ sollte es aber keinesfalls werden!

Die Wirklichkeit sieht anders aus. Jedes sechste Kind wächst in Deutschland als „Trennungskind“ auf. Die Erfahrung von Trennung oder Scheidung ist für alle Familienmitglieder wie ein inneres Erdbeben. Nichts bleibt mehr, wie es war. Und selbst, wenn jeder versucht, erst einmal alles wieder zurück an seinen alten Platz zu stellen, als wäre nichts gewesen – das Gefühl der ewigen Sicherheit in einer Beziehung wird nie mehr unerschütterlich sein.

 

Wie sag ich`s meinem Kind?

 

Dem Kind zuliebe wollen wir über die Veränderungen in der Familie wertungsfrei und beide Eltern gleich gewichtend reden und zu einem Perspektiv-Wechsel einladen. Wegweisend scheint uns, die Kinder aus Familien mit Trennungshintergrund weder über die Erfahrung des Mangels („Einelternfamilie“/„Alleinerziehendenfamilie“), noch über die Rückbindung an die Verlusterfahrung („Scheidungs-/ Trennungskinder“) zu definieren. Die Eltern unterbrechen ihre Beziehung als Paar und trennen sich. Aber das Kind trennt sich nicht. Es kann mit Mutter und Vater verbunden bleiben.

 

Kinder suchen sich mit kleinen Schritten und der täglichen Entdeckung neuer Wörter den Weg in ihre Welt. Könnten sie doch auch nur über die Trennungserfahrungen in ihrer Familie in einer kinderleichten Sprache reden! Wir Flechtwerker nutzen das positive Bild des „Elternhauses“, ohne die Brüche und Verwundungen, die es im Zusammenhang mit der Trennung des Elternpaares gibt, zu beschönigen. Und so haben wir einen neuen Begriff gefunden: „Kinder mit zwei Elternhäusern“.

 

„Kinder mit zwei Elternhäusern“

 

Aus unserer Sicht ist das Kind kein „Trennungskind“. Die Eltern sind nun „getrennte Leute“, nicht aber Vater und Kind. Was verändert sich also für das Kind? Es hat zwei Elternhäuser und soll in beiden ein- und ausgehen können. Kinder werden weiterhin „Vater, Mutter, Kind“ spielen. Vielleicht werden Kinder künftig ganz pragmatisch einfach zwei Häuser und ein Kind zeichnen. Denn es wird ein Teil der gesellschaftlichen Normalität werden, dass zu Kindern zwei Elternhäuser gehören.

 

Vielleicht ist unser Begriff „Kinder mit zwei Elternhäusern“ ein weiterer Schritt, um über Veränderungen in der Familie in kindgerechter Sprache reden zu können?

 

Wenn Du unser Coaching oder unser Besuchsprogramm nutzen möchstest, dann melde Dich am besten gleich an!

 

 

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Annette Habert

Autor: Annette Habert

Initiatorin & Gesellschafterin