Wege, die noch keiner ging

Flechtwerk-Freunde hinterlassen für Kinder zuverlässige Spuren in turbulenten Zeiten. Mit Kreativität, Zärtlichkeit und Entschlossenheit!

Mein Papa kommt Junge Hängebrücke

Für Kinder ist es einfach: Gibt es ein Problem, muss eine Lösung her! Genauso pragmatisch wurde die Idee von Mein Papa kommt geboren. Wenn ein Vater keinen Schlafplatz am Wohnort des Kindes hat, dann muss eben ein Gästebett her. Wir Flechtwerker sind immer wieder begeistert, wie selbstverständlich die mittlerweile fast 1.000 Gastgeber von Berlin bis Buxtehude ihre Türen und Herzen öffnen – und häufig auch mehr als nur einen Schlafplatz für den Langstrecken-Papa bieten.

 

Männer sind unkreativ?!

Von wegen! Unseren Flechtwerk-Vätern fallen die tollsten Sachen ein. So nutzte ein Vater am Sonntag den Schattenwurf auf dem Gehweg, um die Umrisse von seiner Tochter und sich mit Kreide zu zeichnen. Immer wieder hielten die beiden an, um die Körperschatten nachzumalen. Der Vater lenkte den Spaziergang extra über den Schulweg seiner Tochter. Am Montagmorgen war die Kleine ein bisschen traurig, dass das Papa-Wochenende schon wieder vorbei war. Aber dann wartete ja das ganz besondere Papa-Tochter-Bild auf sie!

 

Und wer sagt denn, dass man unbedingt Strom für eine Carrera Autorennbahn braucht? Der kleine Justus (alle Namen im Artikel geändert) braucht nur seinen Papa, der das riesige Spielzeug extra bei jedem Besuch von Düsseldorf nach Hamburg schleppt, um dort mit ihm im Park zu spielen. Dass die Autorennbahn eigentlich Strom braucht, bleibt erst einmal das Geheimnis von Papa. Stattdessen kann der Vierjährige seinen Freunden im Kindergarten erzählen, dass sein Papa bei gutem Wetter extra für ihn Autorennen im Park veranstaltet. Vielleicht haben wir für Justus und seinen Papa bald auch ein Kinderzimmer auf Zeit in Hamburg gefunden.

 

Und auch Gastgeber erzählen uns begeistert, dass sie schon von den Vätern überrascht wurden. Sei es mit einem leckeren Essen, das der Hobbykoch mit seiner kleinen Chefköchin Carla in der Küche für die Gastgeberfamilie gezaubert hat. Oder von dem kreativen Vater-Tochter-Gespann, das in der Vorweihnachtszeit plötzlich mit einem selbstgebastelten Adventskranz vor der Tür stand. Einfach so, der Vater brauchte an diesem Wochenende gar keinen Schlafplatz. Und ein Vater hinterlässt immer eine kleine Merci-Schokolade als kleines Dankeschön. Immer wieder woanders versteckt – mal am Badezimmerspiegel, mal an der Kaffeemaschine.

 

Rückenwind für kreative Lösungen

Abschiede und Trennungen erleben viele von uns. In unserem Flechtwerk entstehen unendlich viele Geschichten, wie es trotzdem gut weitergehen kann. Dazu gehören nicht nur die engagierten Gastgeber, sondern auch die Mitarbeiter der Jugendämter mit ihrem Vertrauen in unsere Arbeit, die Kindergärten, die uns sonntags ihre Türen öffnen und die Auridis Stiftung, die uns für all dies den Rücken stärkt. Das Flechtwerk für Kinder mit zwei Elternhäusern wächst und wird seinem Namen mehr als gerecht. Und wir freuen uns wie die Kinder, dass wir nun einen Blog haben, der Platz für „1.000 hoch 10“ wunderbare Geschichten bietet. Aber lest selbst!

Danièle Böhm

Autor: Danièle Böhm

PR & Marketing Referentin