„Vorlese-Geschichte“ – nicht nur für die Weihnachtszeit!

Über eine Kirchenmaus, die von einer Bienenwachskerze lernt, den Moment zu genießen – auch wenn das Loslassen bedeutet.

 

Weihnachten kann sehr herausfordernd sein – für Euch Erwachsene, aber auch für die Kinder. Eine schöne Gute-Nacht-Geschichte kann Ruhe in die aufgewühlten Emotionen bringen. Wir empfehlen Euch eine wunderbare Geschichte über das Glück, den Moment zu genießen:

Kirchenmaus und Bienenwachskerze

Es war einmal eine arme Kirchenmaus, die lebte in einer großen, schönen, aber kalten Kirche. Leider gab es hier nur wenig zu fressen. Deshalb fiel es der kleinen Maus sofort auf, als eines Tages in der Adventszeit ein süßer Honigduft durch die Kirche zog.

„Hm“, schnupperte das Mäuschen. „Woher kommt dieser wundervolle Duft?“ Und es folgte seiner Nase.

Nicht lange, da stand die Kirchenmaus vor einer Honigwachskerze, die zwischen Tannenzweigen aufgestellt war.

„Oh riechst Du schön“, sagte das Mäuschen.

„Und wie ich erst leuchte“ erwiderte die Honigwachskerze.

„Das würde ich gerne einmal sehen“ sprach das Mäuschen. „Ich bin immer nur in der Kirche, wenn keine Lichter mehr brennen.“

So beschloss die Kerze, dass sie einmal ganz alleine für die kleine Maus leuchten wolle.

 

Und tatsächlich, eines Abends, nach dem Gottesdienst, behielt die Kerze heimlich einen Funken Glut in ihrem Docht als sie nicht recht ausgeblasen wurde. Als niemand mehr nach ihr sah, fing sie durch einen Luftzug entfacht, wieder an zu brennen.
Als die arme Kirchenmaus sie so in der großen, dunklen Kirche sah, konnte sie zunächst keinen Ton herausbringen. Noch nie hatte das kleine Mäuschen die große Kirche so gesehen. Die kleine Kerzenflamme verwandelte die die Dunkelheit der Kirche in ein wunderbares Spiel aus Licht und Schatten.

 

 „Oh ist das schön“ piepste das Mäuschen und lief zur Honigwachskerze hin. In deren Nähe war es ganz hell und die arme Kirchenmaus fühlte sich dort bei der Kerze ganz wohlig warm, wie sonst nur im Sommer auf einem Stein in der Sonne.

„Danke“, flüsterte das Mäuschen der Kerze zu. „Danke! So schön war es noch nie, hier in meiner Kirche.“

Da lächelte die Honigwachskerze. Und fast hatte es den Anschein, als würde sie beim Lächeln kleiner.
Lange, lange Zeit saß die Maus bei der Kerze. Warm war es dort, hell und schön. Die arme Kirchenmaus genoss die Nacht. Ihr war, als würde sie im Licht und dem Duft der Kerze baden. Doch plötzlich erschrak das Mäuschen.
„Du bist ja ganz klein geworden“ piepste es die Honigwachskerze an. „Merkst Du es erst jetzt?“ erwiderte die Kerze mit leiser Stimme. „Komm, ich will Dir ein Geheimnis verraten“, flüsterte sie, und das Mäuschen spitzte die Ohren. Die Honigwachskerze begann zu erzählen: „Mäuschen, Glück ist brennen und vergehen, verstehst Du das?“

Das Mäuschen schüttelte den Kopf.

 

„Nun, das was wir miteinander erlebt haben, das ging nur, weil ich mich nicht gefürchtet habe kleiner zu werden. Hätte ich eine große, schöne, duftende Honigwachskerze bleiben wollen, hätte ich nie das Glück in Deinen kleinen dunklen Mäuseaugen sehen können. Nie hätte ich Deine Freude miterlebt, wenn ich den Funken nicht im Docht hätte glimmen lassen und für Dich gebrannt hätte. Ohne mein Leuchten wäre die Kirche jetzt dunkel und kalt und nicht warm und erhellt.“

„Das verstehe ich“, sagte die Kirchenmaus. „Weil Du brennst und kleiner wirst, ist es für mich schön und ich bin froh. Du verschenkst Dich mit Licht und Wärme an mich.“
„Das hast Du schön gesagt“
erwiderte die kleine Honigwachskerze. „Ja, ich verschenke mich an Dich, damit Du glücklich bist.“

 

Mit großen Augen schaute das Mäuschen die immer kleiner werdende Kerze an. „Glück ist brennen und vergehen“ murmelte es.

Die Honigwachskerze nickte und strahlte noch einmal besonders hell. Ihr Licht fiel auf den gekreuzigten Jesus, der aus Holz geschnitzt am Altarkreuz hing. Fast war es der Kirchenmaus so, als hätte er gelächelt.

 

Auch später ging es der kleinen Maus noch oft so, dass sie in stillen Augenblicken diesen Jesus anschaute, wenn ihr die Honigwachskerze in den Sinn kam und ihr der Satz einfiel: „Glück ist brennen und vergehen.“

© 2017 Michael Pfeiffer, Biberach/Riss
Erstveröffentlichung in der „Der Jugendfreund“ Jahresband 1987, Heft 52

 

Lust auf mehr Weihnachtsgeschichten?

Dann stöbert im Netz, zum Beispiel auf www-weihnachten.de. Dort gibt es Geschichten für Kinder ab zwei Jahren und auch für Jugendliche. Praktisch: Bei den Geschichten steht nicht nur das empfohlene Kindesalter dabei, sondern auch, ob die jeweilige Geschichte beispielsweise eher zum Nachdenken anregt, für die ganze Familie schön ist oder besonders geeignet für Tierfreunde ist.

Das Wechselmodell unter der Lupe

Zu Mama? Zu Papa? Oder im wöchentlichen Wechsel bei beiden leben? Auch das Urteil des Bundesgerichtshofs macht eine Kindeswohl orientierte Entscheidung nicht einfacher.

Auf den ersten Blick erscheint das Wechselmodell bzw. das Doppelresidenzmodell das gerechteste aller Betreuungsmodellen zu sein. Die getrennten Väter und Mütter verbringen gleich viel Zeit mit ihren Kindern. Sie teilen sich paritätisch die Erziehung, alltägliche Herausforderungen und auch die entspannten Zeiten mit dem Nachwuchs. Väter werden nach der Trennung nicht zu Zahlvätern und Wochenend-Event-Papas, sondern schlagen sich genauso wie die Mütter mit den Hausaufgaben und Arztterminen rum. Im Gegenzug tragen die Mamas nicht die ganzen Alltagssorgen alleine. Im Gegenteil: Sie können in der „kinderfreien“ Woche entspannter Erwerbsarbeit und Hobbys nachgehen sowie Freundschaften pflegen. Und die Kinder? Die haben im Idealfall zwei tolle Zuhause, ausgeglichene Eltern und kein schlechtes Gewissen einem Elternteil gegenüber. Und Kinder im Teenager-Alter müssen sich nicht entscheiden, bei wem sie überwiegend leben möchten.

 

Das Wechselmodell in der Praxis

So die Theorie. Die Praxis eines Familienlebens in zwei Elternhäusern zu annähernd gleichen Teilen stellt Eltern und Kinder vor große Herausforderungen. Zunächst müssen von den Eltern die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Zwei Wohnungen, die nahe beieinander liegen und zudem genügend Wohnraum bieten, müssen gefunden werden. Auf dem Lande oder in Kleinstädten mag das zum Teil problemlos zu realisieren sein. In Großstädten herrscht zunehmend Wohnungsmangel, der es bereits Familien, die nur eine kleine Wohnung suchen, schwer macht. Durch das Wechselmodell binden sich Ex-Partner stark räumlich aneinander. Etwas weiter weg ziehen wegen eines neuen Partners oder einer beruflichen Veränderung ist nicht möglich. Außerdem wohnt einer der Eltern dann zwei Wochen im Monat allein in einer überdimensionierten Wohnung. Zusätzliche Kosten für die Einrichtung der zwei Kinderzimmer fallen an. Und alles, was nicht wöchentlich von einer Wohnung in die andere mitgeschleppt werden kann oder will, muss noch dazu doppelt angeschafft werden. Wer denkt, dieses Betreuungsmodell sei kostengünstiger als das Residenzmodell, der täuscht sich. Viele Eltern können sich das Wechselmodell schlichtweg nicht leisten.

 

Wechselmodell – möglich, wenn die Kommunikation stimmt

Entscheidende Voraussetzung für das Gelingen ist auch eine kontinuierliche gute Absprache zwischen den Eltern. Denn Schulthemen, Gesundheit und Sorgen der Kinder beginnen nicht montags und enden am Wochenende, kurz bevor das Kind zum anderen Elternteil geht. Umso überraschender, dass der Bundesgerichtshof Ende Februar 2017 bestimmt hat, dass das Wechselmodell auch gerichtlich verordnet werden kann. Mütter und Väter, die ihr Kind nach einer Trennung im gleichen Umfang wie der Ex-Partner betreuen wollen, können diesen Wunsch unter Umständen auch gegen dessen Willen durchsetzen. Ob Nachtrennungsfamilien, die sich über das Betreuungsmodell vor Gericht einigen müssen, gut miteinander kommunizieren können, ist fraglich.

 

Immer zum Wohle des Kindes?!

Für manche Eltern und Kinder ist das Doppelresidenzmodell die ideale Lösung und eine gerechte Berücksichtigung aller Bedürfnisse. Es gibt aber auch Kinder, die aus den unterschiedlichsten Gründen unter der wechselnden Wohnsituation leiden. Dies kann altersbedingte Gründe haben. So leiden manche Kleinkinder unter der Trennung von der Mutter, wenn diese bisher den überwiegenden Betreuungsanteil übernommen hat. Hilfreich können dann Wechsel zwischen den Eltern in kürzeren Abständen nach zwei oder drei Tagen sein. Aus anderen Gründen lehnen teilweise ältere Kinder das Modell ab. Teenager verbringen mehr Zeit mit ihren Freunden und sind stärker von der Schule beansprucht. Einigen wird das ständige hin und her irgendwann zu viel, auch wenn sie die beiden gleichwertigen Elternhäuser bis dahin sehr genossen haben. Und für manche Kinder ist es trotz stimmiger Rahmenbedingungen und gut funktionierenden Absprachen einfach belastend, keinen eindeutigen Lebensmittelpunkt zu haben. Ganz gleich, aus welchen Gründen das Kind nicht (mehr) im Wechselmodell leben möchte: Es ist immer das Wohl des Kindes, das letztendlich entscheidend ist für die Wahl des Umgangsmodells.

 

Unser Fazit zum Wechselmodell

Das perfekte Betreuungsmodell gibt es nicht. Die getrennten Eltern müssen gründlich und ehrlich für sich prüfen, ob sie alle Voraussetzungen für das gute Gelingen des Wechselmodells für alle Familienmitglieder schaffen können. Eine gute Orientierungshilfe bieten zum Beispiel die Broschüren zum Wechselmodell vom VafK (Väteraufbruch für Kinder e.V.) und vom  VAMV (Verband alleinerziehende Mütter und Väter e.V.). Das ZFF (Zukunftsforum Familie) bezieht in einem differenzierten Positionspapier Stellung zum Thema. Wird das Doppelresidenzmodell gelebt, sollten die Eltern immer wieder neu prüfen, ob das Umgangsmodell angepasst werden sollte, z.B. hinsichtlich des Wechselrhythmus, der Wechseltage etc., und den Kindern signalisieren, dass sie jederzeit den Wunsch nach einer Veränderung äußern können – ohne befürchten zu müssen, dass sie Vater oder Mutter damit enttäuschen könnten.

 

 

Unsere Mission

Manche Familien stehen nach der Trennung nicht „nur“ vor der Herausforderung, ein geeignetes Betreuungsmodell zu finden und dieses für sich anzupassen. Denn häufig kommt es aus beruflichen Gründen, wegen nachfolgender Partnerschaften oder dem Rückzug zur Herkunftsfamilie zu Ortswechseln der Eltern. Die Umgangsrealisierung ist bei größeren räumlichen Entfernungen erschwert. Wir von Mein Papa kommt bieten mit unserem Programm ein entlastendes Angebot für diese sehr herausfordernde Situation – manchmal auch die entscheidende Hilfe in einer Übergangsphase. Wir unterstützen die getrennten Väter oder Mütter durch kostenfreie Übernachtungen bei ehrenamtlichen Gastgebern am Wohnort des Kindes und Kinderzimmer auf Zeit.

 

Links:

Urteil des Bundesgerichtshof – Az. XII ZB 601/15 / – vom 01.02.2017 

VafK – Broschüre zum Wechselmodell 

VAMV – Broschüre zum Wechselmodell

ZFF – Positionspapier zum Wechselmodell

 

Umgangsrecht? Von Herzen gerne!

Umgangsberechtigte Väter fahren quer durch die Republik, um ihre Kinder zu sehen. Aber wer braucht eigentlich Umgang?

 

Umgangssprache

Umgangsbesuche am Wochenende gehören für viele inzwischen mehr zur Realität als der Kirchgang. Und doch können wir es kaum fassen, wenn wieder einmal ein Umzugswagen bei einer Familie vor der Tür steht. Damit auf die Trennung des Elternpaares nicht auch noch die Trennung vom Kind folgt, muss nun der Umgang geregelt werden. Im Interesse des Kindeswohls kann der umgangsberechtigte Elternteil nicht auf die Ausübung des Umgangsrechtes verzichten und ist sogar zum Umgang verpflichtet. Egal, wie weit die monatliche Reise zu seiner Dreijährigen ist.

 

Umgangsrecht und Besuchsrecht meint das Gleiche. Im Gesetz wird einheitlich das Wort „Umgangsrecht“ benutzt, weil eben gerade nicht nur Besuche des Kindes stattfinden sollen. Väter erinnern zu Recht daran, dass sie für das Kind kein „Besuchsvater“ sein wollen. Mancher fühlt sich sonst wie ein entfernter Onkel, der zu besonderen Anlässen vorbeischaut und mehr oder weniger geduldet ist, weil er irgendwie zur Verwandtschaft gehört. Das klingt nicht gerade nach Wertschätzung und vertrauter Nähe.

 

Der juristische Begriff „Umgang“ nähert sich der einzigartigen Verbindung zwischen Vater und Kind schon eher an. Aber was für ein Wort!!! Was versteht wohl ein Kind unter dem Begriff „Umgang“? Ein „Umgang“ mit Papa ist auch nicht viel besser als sein „Besuch“, oder?

 

Und auch uns fehlt in dem juristisch korrekten Begriff „Umgang“ der Herzschlag. Wie wollen wir von väterlicher oder mütterlicher Bindung reden angesichts der Erfahrung, wie instabil Bindungen sein können? Nach der Trennung oder Scheidung verschlägt es wohl allen erst einmal die Sprache. Es gibt wohl Zeiten, in denen ein Besuch des Vaters für das Kind erst einmal tatsächlich „kein guter Umgang“ ist. Für alle anderen aber ist zu wünschen, dass die gemeinsame Zeit von Vater und Kind der beste Umgang ist, den sie sich nur wünschen können.

 

Die Trennung des Elternpaares ist für alle Familienmitglieder eine Zeit großer Emotionen. Umgang ist weder einfach nur „zu regelnder Umgang“, noch ein Besuch. Umgang ist für Väter eine Herzenssache. Warum reden wir dann trotzdem so paragraphennüchtern vom „Umgangsrecht“, während es doch um den zweijährigen Elias geht, der seinen Papa nach fünf Stunden Anreise in verdreckten Gummistiefeln begrüßt???

 

Umgang mit Gefühlen

Vielleicht umgehen wir mit dem nüchternen Begriff „Umgang“ das Wagnis, zu fühlen. Gefühle von Schuld und Versagen, Verlassensein und Angst angesichts der Erschütterungen, die eine Trennung bei Vater, Mutter und Kind mit sich bringt. Etliche Väter und Mütter haben noch dazu selber in ihrer Kindheit schon die Trennungsgeschichte ihrer eigenen Eltern erlebt. Oft bleibt da angesichts der eigenen Verletzungen kaum Raum, um die Bedürfnisse des eigenen Kindes wahrzunehmen und zu verstehen. Unvorstellbar erscheint gänzlich, den Umgang nun auch noch ausgerechnet mit demjenigen regeln zu müssen, dem man eigentlich nur noch aus dem Weg gehen möchte. Vielleicht ist es da doch hilfreich, dass es die nüchterne Formulierung eines „Umgangsrechtes“ nach § 1684 Absatz 1 BGB gibt!

 

Kinder aber fragen so lange, bis sie ihre Welt verstehen. „Wie viel Taschengeld gibt es im Kindergarten? Warum fällt Regen nach unten? Und was ist noch mal Umgang?“ Nennen wir`s doch beim Namen! Googelt man Synonyme für „Umgang“, findet sich: „Verbindung“, „Brückenschlag“, “Berührung“, „Bindung“… Das Umgangsrecht ist also ein „Recht auf Brücken, Berührung und Verbindung“. Wunderbar! Schon hört sich § 1684 Absatz 1 BGB für Kinderohren warmherziger an!

 

Umgang mit dem Umgang

Vater. Mutter. Kind. Auch, wenn sie nach der Trennung des Elternpaares längst kein Dreigespann mehr sind. Wie geht es weiter? Vielleicht lebt das Kind im Alltag beim Vater und die Mutter hat monatlichen Umgang mit ihrem Kleinkind. Vielleicht überlegt der Vater, ob er nicht doch im Auto schläft, weil die Umgangskosten durch die weite Entfernung so hoch sind. Hoffentlich fühlt sich der umgangsberechtigte Elternteil am Wohnort seines Kindes nicht isoliert und stigmatisiert. Denn nicht nur Kinder brauchen Bindungssicherheit. Auch Eltern.

 

Wir meinen, der umgangsberechtigte Elternteil braucht am Wohnort des Kindes den sicheren Umgang mit einer Gemeinschaft außerhalb des Paarkonfliktes. In unserem Logo findet sich ein Bild dafür. In einem umgebenden großzügigen Kreis kann Vater und Mutter auch Abstand vom früheren Partner nehmen, ohne gleich völlig isoliert und stigmatisiert zu sein. Dazu braucht es die Erfahrung, mit der Gemeinschaft außerhalb des Familienkonfliktes weiterhin verbunden zu sein.

 

Wir bauen ein Flechtwerk für Eltern mit Trennungserfahrung auf. Dazu gehören bundesweit ehrenamtliche Gastgeber am Wohnort des Kindes. Unsere Gastgeber für den umgangsberechtigten Elternteil sind Menschen, die sich bürgerschaftlich engagieren und sich mitverantwortlich für die Umgangsgestaltung fühlen. Egal, ob der Vater aus dem Nachbardorf oder vom anderen Ende der Welt kommt.

 

Für unsere ehrenamtlichen Gastgeber ist der fremde Vater vertrauenswürdig, auch wenn die Mutter seines Kindes ihm als Partnerin nicht mehr vertrauen kann. Und er erlebt, dass es unbeteiligten Menschen in einer fremden Stadt am Herzen liegt, ob ein Kind mit beiden Eltern verbunden bleibt.

 

In den Tagen des Umgangs mit seinem Kind reist der Vater zugleich auch an den Ort der schmerzlichen Erinnerung an seine Trennung und Scheidung. Ausgerechnet hier erlebt der Vater nun durch seine Gastgeber das Geschenk von Vertrauen und die Ermutigung in seiner Elternschaft. Wenn das gelingt, dann ist der Umgang mit dem Kind kein einsames Wagnis mehr.

 

Suchst Du auch nach einer Lösung für Dich und Dein Kind? Zaubern können wir auch nicht. Aber vieles ermöglichen! Melde Dich am besten gleich an! Und schon bald begrüßen wir Dich mit einem „Willkommensanruf“.

 

 

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Mal was anderes

„Mein Papa kommt“-Malvorlage zum Downloaden! Vielleicht für die nächste Fahrt mit der Bahn oder im Flixbus!

Download

 

Dem Karikaturisten Werner Tiki Küstenmacher hat unsere Arbeit für Kinder mit zwei Elternhäusern so gut gefallen, dass er eigens eine Karikatur-Reihe für Mein Papa kommt geschaffen hat.
Danke Tiki!

Mittellose Väter?! – Gibt es nicht!

Mittellose Väter gibt es natürlich! Nach der Trennung oder Scheidung fehlt es ihnen Monat für Monat an Geld …

Die Väter müssen nicht nur für die Unterhaltskosten des Trennungskindes entsprechend der Düsseldorfer Tabelle aufkommen. „Trennungskinder“ haben zusätzlich zum Recht auf Unterhalt auch noch ein Recht auf monatlichen Umgang.

 

Niemand fragt dabei, ob der mittellose Vater am selben Ort lebt wie das „Trennungskind“ oder ob er wegen des Anreiseweges von 500 km zum Kind nun außer dem Kindesunterhalt auch noch Hotelkosten zu zahlen hat. In keiner Statistik wird in Deutschland derzeit erfasst, wie viele Väter den Umgang mit ihrem Kind über weite Entfernungen quer durch die Bundesrepublik gestalten.

 

Für einen Vater aus Chemnitz mit Kind in München bedeuten das monatliche Hotelkosten, die in der Berechnung des Kindesunterhalts jedoch nicht berücksichtigt werden. Da wird man natürlich schnell zum „mittellosen Vater“ und die Gefahr des Bindungsabbruches zwischen Kind und getrennt lebendem Vater ist enorm!

Mittellose Väter?! – Gibt es nicht!

Damit Kinder die Gewinner sind, darf die Bindungssicherheit von Kindern nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Erst recht nicht nach der Trennung ihrer Eltern. Nach Trennung und Scheidung sind Mutter und Vater für das „Trennungskind“ der wichtigste Garant für Bindungssicherheit. Das Kind braucht die Erfahrung der Verlässlichkeit von Beziehungen mehr als alles andere.

 

Wir glauben tatsächlich, dass es aus Sicht des „Trennungskindes“ gar keinen mittellosen Vater gibt… Denn er hat große Schätze im Gepäck, wenn er sein Kind besucht: Der immer zuverlässige Anruf nach der Sandmännchen-Sendung… Das Wiederkommen, obwohl es letzten Monat Streit gegeben hat… Neben dem Kopfkissen Teddys Schlafsack aus Papas altem Socken… Mit Papa den Rasierapparat ausprobieren, obwohl man erst drei Jahre alt ist… Der Sprung in Papas Arme, wenn man hoch hinaus geklettert ist… Getragen werden, auch, wenn man schon „zu groß“ ist… Wenn das gelingt, haben Kinder keinen mittellosen Vater.

Den größten Goldschatz bekommt das Kind

Denn bei jedem Umgangsbesuch bringt der Vater seinem Kind den größten Goldschatz mit, den es von Mutter und Vater bekommen kann: „Bindungssicherheit“!

 

Damit das gelingt, brauchen Kinder mit zwei Elternhäusern mehr als Mutter und Vater. Wir von Flechtwerk 2+1 bieten Vätern oder Müttern bundesweit mit unseren ehrenamtlichen Gastgebern ganz pragmatische Unterstützung an.

 

Es darf uns nicht egal sein, unter welchen Bedingungen Kinder nach der Trennung über weite Entfernungen mit Mutter oder Vater verbunden bleiben. Weil Bindungssicherheit für Kinder der größte Schatz auf Erden ist. Auch wenn man einen mittellosen Vater hat.

 

Wenn Du unser Coaching oder unser Besuchsprogramm nutzen möchtest, dann melde Dich am besten gleich an! Und schon bald begrüßen wir Dich mit einem „Willkommensanruf“.

 

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Vater. Mutter. Kind.

Dieses Spiel haben wir doch alle gespielt. Meistens fehlte der Vater. „Der ist halt gestorben!“, hieß es dann…

Aber wie wir auch die Familienrollen aufteilten, es gab den Vater – auch wenn er in der Fantasie schon verstorben war. Niemand von uns Kindern wäre auf die Idee gekommen, das nicht zu erwähnen.

Vater. Mutter. Kind. Ein Kinderspiel!

Vater. Mutter. Kind. Das spielen Kinder wohl zu allen Zeiten und in allen Kulturen. Und wenn heute beim Spielen einer fehlt? Dann heißt es vielleicht: „Der hat sich halt getrennt!“

 

Meistens fehlt der Vater. Aber es gibt ihn. Und er gehört eigentlich dazu. Was auch immer wir als Kinder an Dramen, Liebesgeschichten oder Tragödien in unseren Familien erlebt haben, wir kennen wohl zumindest die Sehnsucht, sowohl mit unserer Mutter als auch mit unserem Vater verbunden zu sein. Warum das so ist, können andere erklären. Vielleicht meint diese Sehnsucht ja gar nicht die Person „Mutter“ oder „Vater“, sondern vielmehr die Sehnsucht, mit dem Anfang des eigenen Lebens verbunden bleiben zu können.

 

„Und wie fing alles an?“, fragen Kinder immer wieder. Um was sollen sich Eltern denn noch alles kümmern! Keine Ahnung, wie die Welt entstanden ist! Manche Fragen können doch wirklich auch einfach offen bleiben, oder?!

 

„Und wie fing alles an?“ fragen Kinder an ihrem Geburtstag unbefangen und meinen natürlich ihr eigenes Leben. Dazu gehört auch ihre individuelle Schöpfungsgeschichte, durch die sie in die Welt kamen. Manche Fragen können getrost offen bleiben. Aber nicht die Kinderfrage nach dem Anfang des ganz eigenen Lebens.

 

„Stimmt`s Lisa? Wir haben keinen Papa“, sagte die Mutter zu ihrer Tochter in der Vorstellungsrunde beim Alleinerziehenden-Treffpunkt. Wie kommen Väter oder Mütter nur dazu? Vielleicht erzählen Väter und Mütter ihren Kindern oft nur die Geschichten vom bitteren Ende. Alles hat ein Ende. Auch Beziehungen. Das weiß heute jedes Kind. Wenn schon 6 von 10 Kindern das Ende der Paarbeziehung ihrer Eltern erleben, noch bevor die Schulzeit geendet hat, brauchen Kinder die Gewissheit, dass alles auch einen Anfang hat. Vater und Mutter sind und bleiben die einzigen Zeugen dieses Anfangs.

 

Besser nicht darüber reden? Irgendwie der Wahrheit ausweichen, dass alles ganz anders gekommen ist als es anfangs erträumt war in den paradiesischen Anfängen der Paarbeziehung? Es bleibt einfach eine Zumutung, sich ausgerechnet nach einer Trennung vor dem Kind zu einer Einheit von Mutter und Vater bekennen zu sollen, auch wenn die Eltern längst kein Liebespaar mehr sind oder nie eines waren.

 

Auch, wenn es noch so schwer fällt. Bekennen wir uns den Kindern zuliebe zum Anfang! Auch, wenn die Paarbeziehung längst sein Ende gefunden hat und Mutter und Vater mehr oder weniger „glücklich geschieden“ sind. Dem Kind zuliebe müssen wir uns als Vater und Mutter trotz unserer Trennungsgeschichte dieser schmerzvollen Kinderfrage stellen. Wer soll ihm sonst davon erzählen? Die Kinder haben ein Recht auf ihre ganz eigene kleine Schöpfungsgeschichte. Denn Kinder wollen sich nicht mit dem Ende der Paarbeziehung seiner Eltern, sondern mit dem Anfang des eigenen Lebens verbinden können.

 

Das Kind wird sonst kaum glauben können, dass es gut ist, da zu sein. Unsere Kinder sind zuerst nicht „Trennungskinder“, sondern Menschenkinder, mit denen etwas Neues begann. Als getrennt lebende Mütter oder Väter haben wir nicht das Recht, ihnen diesen Anker des eigenen Anfangs vorzuenthalten.

Vater. Mutter. Eine echte Zumutung!

Vielleicht ist ja über Vater oder Mutter wirklich nichts Gutes zu sagen. Kinderohren bekommen auch so etwas zu hören: „Der kann sich verpissen. Den brauchen wir eh nicht! Wir kommen alleine klar!“ 6 von 10 Kindern erleben im Alltag ihren Vater nicht, weil Mutter und Vater sich als Paar getrennt haben. Manchmal gibt es einen Stiefvater. Oft lebt das Kind alleine mit der allein erziehenden Mutter. Es gibt wohl zumindest in den eigenen vier Wänden oft eine „vaterlose Gesellschaft“. Aber es gibt kein vaterloses Kind. Und Kinder brauchen eine Gesellschaft, die Väter wertschätzt. Auch, wenn sie weit weg sind.

Vater. Mutter. Kind. Ein Kompliment geht immer noch.

Und wenn tatsächlich nichts Besseres über den Vater oder die Mutter eines Kindes zu sagen ist und man ihm zu nichts und gar nichts Dank schuldet, dann bleibt doch eines:

„Dein Vater und ich. Wir haben das Leben an Dich weiter gegeben. Wie gut, dass Du da bist!“ Jeder auf seine Weise. Vielleicht nehmen wir uns mal wieder Zeit dafür.

 

Suchst Du auch nach einer Lösung für Dich und Dein Kind? Zaubern können wir auch nicht. Aber vieles ermöglichen! Melde Dich am besten gleich an! Und schon bald begrüßen wir Dich mit einem „Willkommensanruf“.

 

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Buch-Tipp: Kreatives Kinderzimmer

Für große und kleine Handwerker, und solche, die es vielleicht noch werden wollen. Das Buch macht Lust und Mut!

Welches Kind sagt schon mit leuchtenden Augen „Das haben wir bei Ikea gekauft“? Eben! Aber jedes Kind verkündet voller Stolz, wenn es etwas mit Papa gebaut oder gebastelt hat. Und da zählt nicht nur das fertige Werk, sondern auch das gemeinsame Pinseln, Kleben und Schrauben.

 

Auch für Nicht-Heimwerkerkönige

Keine Angst, Ihr müsst keine Handwerksprofis sein! In dem unkonventionellen DIY-Buch „Kreatives Kinderzimmer“ findet Ihr auch einfache Bastelideen. Für ganz Eilige gibt’s sogar tolle Plakate und Grafiken zum Ausdrucken! Und wer sich doch mit Säge und Bohrmaschine austoben möchte, der kann mithilfe der praktischen Schritt-für-Schritt-Anleitungen stylische (Mini-)Möbel und Holzspielzeug im coolen Retrolook bauen. Uns gefallen besonders die vielen Upcycling-Ideen, mit denen man sich Materialkosten spart und die Kinder ganz nebenbei für den Umweltschutz sensibilisieren kann.

 

Kreatives Kinderzimmer. Selbstbaumöbel und einfache Bastelideen, von Gregor Faubel und Julia Romeiß, 160 Seiten , 151 Farbfotos , 65 Zeichnungen, 19,99 Euro, BLV Buchverlag

 

DIY-Tipp fürs nächste Papa-Wochenende

Die Ritterburg aus drei Umzugskartons und buntem Klebeband ist eines von den vielen Bastelprojekten, bei denen die Kinder super mitmachen können. Bastelzeit: etwa eine Stunde. Einfach die Gratis-Anleitung aus dem Buch herunterladen und los geht’s!

 

Download Bastelanleitung

 

Fotos und Bastelanleitung: BLV Buchverlag

Jetzt ist mein Kind ein „Trennungskind“!

Ob Junge oder Mädchen – spielt beim Kinderwunsch für viele Eltern keine Rolle mehr. Ein „Trennungskind“ sollte es aber keinesfalls werden!

Die Wirklichkeit sieht anders aus. Jedes sechste Kind wächst in Deutschland als „Trennungskind“ auf. Die Erfahrung von Trennung oder Scheidung ist für alle Familienmitglieder wie ein inneres Erdbeben. Nichts bleibt mehr, wie es war. Und selbst, wenn jeder versucht, erst einmal alles wieder zurück an seinen alten Platz zu stellen, als wäre nichts gewesen – das Gefühl der ewigen Sicherheit in einer Beziehung wird nie mehr unerschütterlich sein.

 

Wie sag ich`s meinem Kind?

 

Dem Kind zuliebe wollen wir über die Veränderungen in der Familie wertungsfrei und beide Eltern gleich gewichtend reden und zu einem Perspektiv-Wechsel einladen. Wegweisend scheint uns, die Kinder aus Familien mit Trennungshintergrund weder über die Erfahrung des Mangels („Einelternfamilie“/„Alleinerziehendenfamilie“), noch über die Rückbindung an die Verlusterfahrung („Scheidungs-/ Trennungskinder“) zu definieren. Die Eltern unterbrechen ihre Beziehung als Paar und trennen sich. Aber das Kind trennt sich nicht. Es kann mit Mutter und Vater verbunden bleiben.

 

Kinder suchen sich mit kleinen Schritten und der täglichen Entdeckung neuer Wörter den Weg in ihre Welt. Könnten sie doch auch nur über die Trennungserfahrungen in ihrer Familie in einer kinderleichten Sprache reden! Wir Flechtwerker nutzen das positive Bild des „Elternhauses“, ohne die Brüche und Verwundungen, die es im Zusammenhang mit der Trennung des Elternpaares gibt, zu beschönigen. Und so haben wir einen neuen Begriff gefunden: „Kinder mit zwei Elternhäusern“.

 

„Kinder mit zwei Elternhäusern“

 

Aus unserer Sicht ist das Kind kein „Trennungskind“. Die Eltern sind nun „getrennte Leute“, nicht aber Vater und Kind. Was verändert sich also für das Kind? Es hat zwei Elternhäuser und soll in beiden ein- und ausgehen können. Kinder werden weiterhin „Vater, Mutter, Kind“ spielen. Vielleicht werden Kinder künftig ganz pragmatisch einfach zwei Häuser und ein Kind zeichnen. Denn es wird ein Teil der gesellschaftlichen Normalität werden, dass zu Kindern zwei Elternhäuser gehören.

 

Vielleicht ist unser Begriff „Kinder mit zwei Elternhäusern“ ein weiterer Schritt, um über Veränderungen in der Familie in kindgerechter Sprache reden zu können?

 

Wenn Du unser Coaching oder unser Besuchsprogramm nutzen möchstest, dann melde Dich am besten gleich an!

 

 

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