Umgangskosten-Rechner

Berechne hier, wie viel Du mit „Mein Papa kommt“ sparen kannst.

Hast Du auch immer hohe Übernachtungskosten, wenn Du Dein Kind besuchst? Das muss nicht sein!

Mein Kind lebt km entfernt von mir. Ich besuche es ungefähr mal im und reise mit an. Für die Übernachtung zahle ich pro Besuch ca. €.

Geld sparen mit „Mein Papa kommt“*

Väter, – und auch Mütter – die nach Trennung oder Scheidung in großer räumlicher Distanz zu ihrem Kind leben, leiden unter einer hohen finanziellen Belastung. Zusätzlich zu den Unterhaltskosten entstehen für die pendelnden Väter hohe Kosten zur Realisierung des Umgangs. Zu den Mehrkosten und dem Mehraufwand für den Umgang gehören neben der Verpflegung und Freizeitgestaltung während des Treffens mit dem Kind auch die Fahrtkosten und Übernachtungskosten.

Hotels zu teuer für Umgangswochenenden

In der Wohnung der Kindesmutter können die Trennungsväter meist nicht übernachten. So bleiben den Vätern nur kostspielige Unterkünfte wie Hotels oder Pensionen. Das Hotel als Umgangsort ist kein Schnäppchen. Zudem bieten Hotels und Pensionen nur eine anonyme Übernachtung. Airbnb, Couchsurfing & Co bieten eine Alternative zum Hotel. Auf Dauer sind jedoch auch Buchungen über Airbnb für die Väter zu teuer und in ländlichen Gebieten finden sich kaum Anbieter. Couchsurfing und andere Hospitality Exchange Networks bieten eher ein studentisches, provisorisches Ambiente für kurze Aufenthalte in fremden Städten. Das kostenfreie Übernachten bei Couchsurfing ist für einen Vater sicher keine Dauerlösung, da es keine verlässliche Lösung bietet und auch nicht gerade altersgerecht ist. Außerdem ist auch Couchsurfing auf dem Lande nicht sehr verbreitet. Diese Arten des preisgünstigen Wohnens auf Zeit sind somit nicht geeignet für Umgangswochenenden.

Verlässliche und kostengünstige Unterkünfte für Umgangswochenenden

Das gemeinnützige Unternehmen Flechtwerk 2+1 unterstützt durch das Programm „Mein Papa kommt“ Väter oder Mütter, die weit zu ihrem Kind anreisen müssen, um den Umgang wahrnehmen zu können. „Mein Papa kommt“ vermittelt pendelnde Väter an ehrenamtliche Gastgeber am Wohnort des Kindes, bei denen sie kostenfrei in einem Gästezimmer übernachten können. Die Väter schlafen nicht in einem anonymen Hotel, sondern bei Gastgebern, die ihnen eine private Rückzugsmöglichkeit am Umgangsort bieten und sie darüber hinaus in ihrer Vaterschaft wertschätzen.

Umgangskosten-Rechner von „Mein Papa kommt“

Mit dem Umgangskosten-Rechner von „Mein Papa kommt“ können „Langstreckenväter“ einfach ausrechnen, wie hoch der durchschnittliche finanzielle Aufwand zur Realisierung des Umgangs mit dem Kind jeden Monat ist. Zudem errechnet der Umgangskosten-Rechner auch den Betrag, den Trennungsväter durch eine Premium-Mitgliedschaft bei „Mein Papa kommt“ sparen können. Denn Mitglieder, die das Besuchsprogramm von „Mein Papa kommt“ nutzen, zahlen monatlich nur 12,- EUR anstatt eine hohe Hotelrechnung. Und Premium-Mitglieder, die am Papawochenende mit dem Fernbus zu ihrem Kind reisen, erhalten von Flechtwerk 2+1 einen Flixbus-Gutschein und damit zusätzlich einen 10%-Rabatt auf jede Fahrt. Allein mit dieser Ermäßigung rechnet sich für Premium-Mitglieder häufig bereits der Mitgliedsbeitrag von „Mein Papa kommt“, da sie bei der monatlichen Reise zum Kind mit dem Fernbus hin und zurück 12,- EUR oder mehr sparen. Mithilfe des Umgangskosten-Rechners von „Mein Papa kommt“ können Interessierte in wenigen Sekunden ausrechnen, um wie viel sie ihre individuellen Kosten reduzieren können. Die Ermittlung der durchschnittlichen Mobilitätskosten mit dem Auto, der Bahn oder dem Fernbus übernimmt dabei ganz komfortabel der Umgangskosten-Rechner. Mit einem Klick werden die aktuellen Ausgaben zur Umgangsrealisierung und die möglichen Einsparungen durch das Programm „Mein Papa kommt“ deutlich.

 

*Das Programm „Mein Papa kommt“ vermittelt Vätern/Müttern, die weit von ihren Kindern entfernt leben,  ehrenamtliche Gastgeber und „Kinderzimmer auf Zeit“ am Wohnort des Kindes.

Zu Gast bei Gastgebern

Wer engagiert sich eigentlich für „Mein Papa kommt“? Und warum? Zwei Münchener Gastgeber haben uns zu sich nach Hause eingeladen und von ihren Erfahrungen erzählt.

„Mein Haus ist offen“

Die drei Kinder von Barbara Baum sind schon lange aus dem Haus. In ihrem mehrstöckigen Reihenhaus im Stadtteil Bogenhausen ist daher viel Platz für Gäste. Schon immer lebt Frau Baum nach dem Motto des „offenen Hauses“. So vermietet sie immer wieder mal zwei der ehemaligen Kinderzimmer für wenig Geld an Studenten. Und auch wenn Verwandte und Bekannte oder deren Kinder mal einen Unterschlupf für einige Zeit brauchen, öffnet sie gerne ihre Tür. Daher war sie gleich begeistert, als sie über einen persönlichen Kontakt von der Initiative Mein Papa kommt erfuhr. Und meldete sich an.

 

Gastgeberin Mein Papa kommt
Barbara Baum hat einen großen Garten, in dem der Papa mit seinem Kind toben kann.

Für Flechtwerk-Eltern stellt sie das dritte ehemalige Kinderzimmer zur Verfügung. In dem großzügigen Raum gibt es neben einem großen Bett eine Schlafcouch und viele Brettspiele und Kinderbücher. Sogar mit einem Kleinkindbett könnte Frau Baum durch ihre Enkelkinder aushelfen. Einem Aufenthalt mit Kind steht also nichts im Wege. Im Gegenteil, Frau Baum würde sich sehr freuen! „Allerdings habe ich erst ein einziges Mal einen Vater als Gast empfangen“, berichtet sie. Ein anderer Vater hatte sich bei Frau Baum vorgestellt, dann aber doch nicht von der Übernachtungsmöglichkeit Gebrauch gemacht. Sie vermutet, dass ihr Haus zu weit entfernt vom Wohnort des Kindes liegt. Und ein dritter Vater hatte Kontakt aufgenommen, dann aber wieder abgesagt, da der geplante Umgangstermin von der Mutter des Kindes abgesagt worden war.

 

Frau Baum hat Verständnis für die missliche Lage der Väter und ist auch interessiert an den persönlichen Geschichten. „Ich würde mich aber nie einmischen“, betont sie. „Und natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn ein Vater oder eine Mutter regelmäßig zu mir käme. Denn es ist mir eine Herzensangelegenheit, mich zu engagieren.“

 

„Einfach mal jemandem Raum schenken“

Zu Bernd Hawe kommen schon seit dem Jahr 2014  Väter zu Besuch, aber keiner von ihnen regelmäßig. Manchmal hat er einige Wochenenden hintereinander Gäste, dann wieder einen längeren Zeitraum keine Anfragen. Er bekommt die ganzen Geschichten und teilweise Dramen rund um die Organisation des Papa-Wochenendes in München mit. „Die Väter müssen so viel arrangieren und ärgern sich, wenn es nicht so rund läuft. Ist doch toll, wenn die Väter dann wissen, dass dank Mein Papa kommt wenigstens die Übernachtung geregelt ist!“

 

Gastgeber Mein Papa kommt
Bernd Hawe räumt gerne für „seine“ Väter – und auch deren Kinder oder Partnerinnen – sein Bett.

Mit kurzfristigen Absagen hat der Gastgeber kein Problem. Und er sieht sich durch die Gäste überhaupt nicht eingeschränkt. Den Vätern überlässt er während der Besuchszeit sein geräumiges Schlafzimmer und zieht sich selbst in das Wohnzimmer mit Schlafcouch zurück. Wenn er seinen Gast nicht persönlich in seiner Zweizimmerwohnung mitten in München empfangen kann, bittet er einen Nachbarn um die Schlüsselübergabe. „Bisher lief jeder Besuch ganz unkompliziert ab. Alles wird immer tiptop hinterlassen. Es klappt einfach, den Raum zu teilen“, schwärmt er.

 

Seine Gäste beschreibt er als sehr unaufdringlich und dankbar. „Bei einem Vater habe ich mit der Zeit rausgehört, dass er gerne auch mal seine neue Partnerin mitnehmen würde. Und am liebsten auch sein Kind über Nacht bei sich hätte. Für mich kein Problem. Ich habe sie gleich alle drei eingeladen!“ Und da die neue Partnerin nicht bei der Mutter des Kindes willkommen ist, frühstückt Bernd Hawe mit ihr, während der Vater sein Kind bei der Mutter abholt. „Auch die Schwester oder ein Freund des Vaters sind schon bei mir untergekommen, wenn sie die den Vater begleiten wollten.“

 

Er kennt die Initiative noch aus den Anfangszeiten, als Annette Habert zunächst aus einem privaten Engagement heraus eine Lösung für anreisende Trennungsväter suchte. Bis heute spürt man die Leidenschaft, mit der er hinter seinem ehrenamtlichen Engagement steht. Natürlich freut er sich, wenn er durch kleine Aufmerksamkeiten von seinen Gästen überrascht wird. Mal ist es eine Teemischung, mal ein kleiner Gutschein. „Einmal habe ich eine selbstgemalte Dankeskarte von einem Kind bekommen. Da geht einem natürlich das Herz auf!“

 

 

Überall, wo Kinder leben, suchen wir Gastgeber!

Möchtest auch Du Gastgeber werden?  Oder es Freunden empfehlen? Hier geht es zur Anmeldung:

 

 

Gastgeber werden

 

 

Im nächsten Newsletter würden wir gerne Gastgeber vorstellen, die einen Vater über einen längeren Zeitraum unterstützt haben. Dürfen wir ein telefonisches Interview mit Dir führen? Bitte komm auf uns zu!

Unser Geschenk zum Vatertag

Gewinn eine Comic-Story exklusiv für Dich und Dein Kind. Unser Cartoon-Zeichner illustriert Euer ganz persönliches Erlebnis.

Ein Cartoon von Dir und Deinem Kind. Das wäre doch was! Zum Vatertag schenken wir von Mein Papa kommt zwei Vätern ihren ganz persönlichen Comic. Illustriert wird die Geschichte von dem Cartoon-Zeichner Marcello, der für uns bereits kleine Comics gezeichnet hat.

 

So kannst Du mitmachen:

Welcher Moment oder welche kleine Geschichte verbindet Dich von Herzen mit Deinem Kind? Ganz gleich, ob es ein lustiges oder trauriges Erlebnis ist. Schreib uns in ein paar einfachen Sätzen per Email, welcher Moment Dich besonders berührt hat. Zwei Geschichten, die uns am meisten beeindrucken, werden von Marcello als Mini-Comic mit drei bis vier Bildern illustriert. Mit etwas Glück kannst Du  Deinem Kind schon bald eure Geschichte als Comic schenken.

 

Wenn Du das große Los gezogen hast, erhältst Du den Comic als gerahmtes Unikat. Stell Dir vor, wie stolz Dein Kind sein wird! Die Bildergeschichte wird Euch immer an diesen einen besonderen Moment erinnern. Und vielleicht ist es der Anfang einer Comic-Serie, die ihr von nun an weitermalt. Natürlich werden wir den Comic im Mein Papa kommt-Blog veröffentlichen. Anonym versteht sich. Die Bildrechte bleiben bei Mein Papa kommt. Aber Du bekommst den Comic auch als Druckdatei.

 

Einsendeschluss ist der 8. Juni 2017.

 

Los geht’s!

Deine Geschichte schickst Du an boehm@flechtwerk-ggmbh.de mit dem Betreff „Comic Vatertag“.

 

Das Team von Mein Papa kommt wünscht viel Glück!

 

Comic-Figur Mio "Mein Papa kommt"Comic-Figur Mia "Mein Papa kommt"

 

… die beiden Flechtzwerge Mio und Mia natürlich auch!

 

Gastgeber gesucht!

Hier findet Ihr unsere aktuellen Gastgeber-Gesuche. Schaut rein! Vielleicht kennt Ihr ja jemanden, der genau dort wohnt und gerne Gastgeber werden möchte.

Sharing is Caring!

Ihr wohnt nicht in Bad Wildbad oder Buchen? Aber vielleicht Tante Rosi oder der ehemalige Arbeitskollege Ahmad? Oder Tante Rosi kennt jemanden, der dort wohnt. Deshalb: Bitte weiterleiten über die Emailfunktion oder teilen auf Facebook.

 

Danke im Namen der Kinder!




Gastgebersuche "Mein Papa kommt"

„Mein Papa kommt“ auf dem DJHT 2017

Interessante Gespräche, spannende Impulse für unsere Arbeit und zum Schluss gleich zwei Überraschungen aus dem Flechtwerk

„Ach, das ist ja eine tolle Idee!“ Diesen Satz hörten wir immer wieder spontan von interessierten Fachkräften an unserem Infostand auf dem Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) in Düsseldorf. Ob Jugendamtsmitarbeiter, Verfahrensbeistände oder Kita-Erzieher – alle bestätigten uns, dass wir nicht nur eine große Unterstützung für die betroffenen Väter oder Mütter bieten, sondern auch die Fachkräfte entlasten, die oft in ihrem Aufgabenbereich beim Thema Multilokalität bei Trennungsfamilien an ihre Grenzen stoßen.

Das Besondere unter vielen

Der 16. DJHT lockte vom 28.-30. März 2017 etwa 30.000 Besucher in die Messehallen. Die meisten der 500 vertretenen Institutionen, Organisationen, Verbände und Vereine waren in den klassischen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit bzw. Familienhilfe angesiedelt. Daher waren wir mit unserem Angebot für Kinder mit zwei Elternhäusern, die eine große räumliche Distanz überwinden müssen, ein kleines Highlight. Die Standgestaltung wurde durch eine Spendenaktion auf Betterplace.org möglich. Danke!

 

"Mein Papa kommt" Guided Tour
Internationale Gäste am Stand von „Mein Papa kommt“

Europa zu Gast bei „Mein Papa kommt“

Im Rahmen der „Guided Tours“, ausgerichtet von „Jugend in Europa“, konnten sich internationale Fachkräfte ein Bild von der Kinder- und
Jugendhilfearbeit in Deutschland machen. Auch wir waren Gastgeber einer „Guided Tour“ und haben in einem kurzen Vortrag und einer anschließenden Diskussion über „Mein Papa kommt“ informiert. So haben wir auch erfahren, was „Mein Papa kommt“ unter anderem auf Griechisch und Bulgarisch heißt. Habt Ihr weitere Übersetzungen für uns? Dann schickt sie uns gerne über das Kontaktformular.

 

"Mein Papa kommt" in verschiedenen Sprachen
Messebesucher verrieten uns, was „Mein Papa kommt“ in ihrer Sprache heißt

Papa sagt Dankeschön

Und wie so oft bewahrheitet sich der Spruch „Das Beste kommt zum Schluss“. Am Ende des zweiten Messetages gleich doppelt: Plötzlich stand ein Flechtwerk-Vater aus Düsseldorf an unserem Stand. Nach der Arbeit war er extra noch schnell zur Messe gefahren. Um uns zu danken! Für die große Unterstützung, die er durch uns und seine hilfsbereiten Gastgeber in den letzten drei Jahren erfahren hatte. Gänsehaut-Feeling pur! Ebenso schön war die Überraschung, als wir den Stand des Bundesverbandes der Elterninitiativen besuchten und feststellten, dass einer der ehrenamtlichen Vorstände als Gastgeber bei uns im Flechtwerk aktiv ist. So konnten wir den Dank des Vaters stellvertretend weitergeben. Ohne das Engagement unserer ehrenamtlichen Gastgeber wäre unsere Arbeit nicht möglich!

 

Der nächste Kinder- und Jugendhilfetag findet 2019 statt. Wir wissen noch nicht, welche Stadt ihn ausrichten wird. Aber wir werden auf jeden Fall wieder dabei sein!

 

Ihr wart nicht beim DJHT, möchtet aber gerne unser Info-Paket für Fachkräfte erhalten? Kein Problem: mit einem Klick jetzt anfordern!

 

Info-Paket anfordern

 

 

 

 

"Mein Papa kommt" Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag Düsseldorf"Mein Papa kommt" Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag Düsseldorf"Mein Papa kommt" Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag Düsseldorf"Mein Papa kommt" Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag Düsseldorf

Flechtwerk-Väter unter der wissenschaftlichen Lupe

In einer großen Nutzerbefragung hat unsere Werkstudentin Sophia Flechtwerk-Väter zu ihren Lebenslagen und Bedarfen befragt.

Durch den Kontakt bei der Gastgeber-Vermittlung und das pädagogische Eltern-Coaching haben wir bereits eine gute Vorstellung davon, wer unsere Flechtwerk-Väter sind. Doch auch wenn wir in Gesprächen immer wieder Einblicke in ihre Lebenslagen bekommen, so bleiben es Einzelaufnahmen. Aber wie alt die Väter und ihre Kinder im Schnitt sind, wie oft die Väter ihren Nachwuchs sehen und welche Distanz die Langstrecken-Papas dafür überwinden müssen, das wussten wir statistisch betrachtet nicht. Bis jetzt!

 

Das Werk ist vollbracht

Durch einen Kontakt zum Deutschen Jugendinstitut kam Sophia zu Mein Papa kommt mit dem Wunsch, ihre Masterarbeit über das Thema „Multilokalität bei Trennungsfamilien“ zu schreiben. Im November 2016 schickte sie einen Fragebogen an alle 689 zu diesem Zeitpunkt registrierten Väter im Flechtwerk. Die Beantwortungsquote war trotz des großen Umfangs sehr hoch. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an alle 117 Väter, die sich die Zeit genommen habe, alle 72 (!) Fragen zu beantworten. Im März hat Sophia ihre Masterarbeit abgeschlossen. Wir freuen uns über die vielen Anregungen, die wir durch diese wissenschaftliche Begleitung von Mein Papa kommt erhalten haben. Aufgrund der erhobenen Daten können wir das Besuchsprogramm weiterentwickeln und die Lebenslagen und Bedarfe der Väter noch besser berücksichtigen.

 

Präsentation Masterarbeit Sophia Groh
Masterarbeit-Betreuer Dr. Andreas Eickhorst (Deutsches Jugendinstitut) und Sophia Groh

Die Gewinner sind …

Durch die Ergebnisse können wir uns künftig noch besser für die Bindungssicherheit von Kindern stark machen. Sie sind also die Hauptgewinner! Aber auch einige Teilnehmer der Studie können sich zu den Gewinnern zählen. Denn natürlich haben wir uns mit ein paar feinen Geschenken wie Ratgeber-Büchern, Gutscheinen für Tankfüllungen und den Flixbus sowie den original Jonglierbälle-Sets von Mein Papa kommt bedankt. Ein Vater hat den Hauptpreis gezogen und darf mit seiner Tochter drei Tage Erholungsurlaub auf der niederländischen Nordseeinsel Schiermonnikoog machen. Ein sehr großzügiger Gastgeber aus unserem Flechtwerk stellt dafür sein Urlaubsdomizil auf der Wattinsel zur Verfügung. Sophia hat nach Abgabe der Masterarbeit spontan einen Urlaubstrip nach Schiermonnikoog eingelegt und uns diesen Urlaubsgruß vom Strand geschickt.

 

Schiermonnigoog
Sophias Urlaubsgrüße von Schiermonnikoog

 

Und die Ergebnisse der Väterbefragung?

Die Ergebnisse der Studie sind sehr umfangreich. Daher werden wir den Datensatz noch tiefergehend analysieren und ihn peu à peu für Euch aufbereiten. Mehr dazu in den nächsten Blogbeiträgen… Ein paar Fakten haben wir natürlich schon für Euch:

  • Das durchschnittliche Alter der Väter liegt bei knapp 43 Jahren.
  • Die Kinder sind im Schnitt fast 7 Jahre alt.
  • Im Durchschnitt fahren die Väter 426 km (ein Weg) zu ihrem Kind.
  • Pro Monat belaufen sich die Fahrtkosten der Väter für die Umgangskontakte auf ca. 166 Euro.
  • Über die Hälfte der befragten Väter gab an, nie gemeinsam mit dem Kind am Wohnort des Kindes zu übernachten.
Ergebnisse Nutzerbefragung "Mein Papa kommt"
Ergebnis der Väterbefragung: Entscheidung zur Trennung der Eltern

 

Jahres- und Wirkungsbericht 2015

Was bewirkte „Mein Papa kommt“ bisher? Und welche Pläne haben wir Flechtwerker noch? Das erfahrt Ihr in unserem Bericht.

Hier ein paar Wirkungsbeispiele aus unserer Arbeit bei „Mein Papa kommt“. Weitere Ein- und Ausblicke findet Ihr in unserem aktuellen Jahres- und Wirkungsbericht 2015:

 

Download Bericht

 

Pädagogisches Elterncoaching

Till konnte nicht wöchentlich 800 km zum Kind anreisen. Telefonieren mit dem zweijährigen Karlchen klappte auch noch nicht. Die Ideenwerkstatt vom pädagogischen Elterncoaching überraschte ihn: „Skypen für Krabbelkinder?!“ Seitdem das Konzept beiden Elternteilen vorgestellt wurde, ist Till jeden Mittwoch „live“ im Kinderzimmer dabei, bis Karlchens Mama den Kleinen zum Abendessen ruft. Und beide Eltern trainieren ganz nebenbei die achtsame Übergabe von einem zum anderen Elternteil.

 

Übernachtungen bei Gastgebern

Die dreijährige Laura hat nach der Trennung ihrer Eltern mehrere Orts-
und Partnerwechsel der Mutter erlebt. Die Treffen mit ihrem Vater Manuel konnten dennoch kontinuierlich weitergehen. Manuel fand überall – in Berlin, Hamburg und Lübeck – Gastgeber von Mein Papa kommt. Nun verbringt Laura die Sommerferien zum ersten Mal wieder bei ihrem Vater an ihrem Geburtsort. Flechtwerk 2+1 bietet der begleitenden Mutter Gastgeber in Frankfurt an. Dann ist Lauras Mutter in 
der Nähe, falls die Kleine anfangs Heimweh bekommt.

Kinderzimmer auf Zeit

Die sechs Umgangsstunden mit
 seinem Sohn, für die Philippe jedes
 Mal von Köln nach Niederbayern anreist, haben die beiden früher auf der Straße oder im Kurpark verbracht. Bei Regen hat Philippe ein Kasperltheater zwischen Fahrersitz und Kindersitz für den fünfjährigen Jerome gebastelt. Durch Mein Papa kommt kann Philippe seinen Sohn in kindgemäßen Räumen treffen und spart monatlich eine Menge Geld. Er kann endlich seine Unterhaltsschulden beim Jugendamt tilgen und hat für Jerome einen Schwimmkurs gebucht.

 

 

 

Weitere Details über unsere Angebote und den Stand unseres bundesweiten Besuchsprogramms findet Ihr unter www.mein-papa-kommt.de.

Einblicke in ein „Kinderzimmer auf Zeit“

Wir waren im Haus Sonnenquell in München, das regelmäßig Flechtwerk-Vätern und ihren Kindern seine Räume zum Spielen öffnet.

Nach der Trennung spielte Josef zunächst tagsüber mit seinem Sohn David in der Wohnung von Davids Mutter. Als das nicht mehr möglich war, stellte sich der Vater aus der Schweiz die große Frage, was er nun mit seinem damals eineinhalbjährigen Sohn an nasskalten Regentagen in München machen sollte. Da kam das Angebot eines Kinderzimmers auf Zeit von Mein Papa kommt wie gerufen. „Und es war so einfach!“, berichtet Josef begeistert. „Nachdem das Team von Mein Papa kommt unsere Kontaktdaten ausgetauscht hatte, genügte ein Anruf, und schon war der erste Besuch im Haus Sonnenquell vereinbart.“

 

Hereinspaziert!

Tanja Olbert von der Elterninitiative des Montessori-Kindergartens Sonnenquell begrüßte David und Josef beim ersten Besuch mit einem kleinen Teddybären und zeigte den beiden die Gruppenräume und den großzügigen Garten, in den man sogar über eine große Rutsche aus dem ersten Stock gelangt.

 

 

Und auch den großen Mein Papa kommt-Spielkoffer, den der Kindergarten eigens für die Flechtwerk-Väter und ihre Kinder angeschafft hat – mit Malsachen, Bauklötzen, Bastelsets und Schleichtieren.

 

 

„Natürlich dürfen sie auch mit anderen Spielzeugen im Kindergarten spielen“, versichert Tanja. Sie war sofort von dem Projekt überzeugt und konnte auch die anderen Eltern und den Vermieter des Hauses dafür begeistern, dass sie ein Kinderzimmer auf Zeit anbieten. „Das Haus Sonnenquell ist ein wunderbarer Schatz, den sonst nur unsere 15 Kindergartenkinder nutzen können. Durch die Kooperation mit Mein Papa kommt können weitere Kinder in unserem gemütlichen Haus auf zwei Ebenen spielen. Das ist wirklich klasse“, findet Tanja.

 

 

 

Das fand auch der kleine David. Sofort begann er, die Villa Kunterbunt zu erkunden. „Besonders die Holztreppe mit den knarrenden Stufen hatte es ihm angetan!“, erinnert sich Josef lachend. „Ich weiß nicht, wie oft wir da hoch- und runtergekraxelt sind.“ Fasziniert war der Kleine auch vom Aquarium mit den flinken Fischen. Nach der ganzen Aufregung konnte er es sich mit seinem Papa anschließend in der Kuschelecke gemütlich machen. Als das Papa-Sohn-Gespann zum zweiten Mal zu Gast im Kindergarten war, konnte David auch endlich bei gutem Wetter im Garten toben und für seinen Papa Sandkuchen backen. „Am liebsten ließ sich mein Sohn natürlich von mir im Bollerwagen spazieren fahren“, erzählt Josef. „Die Spielmöglichkeiten, die ein Kinderzimmer auf Zeit bietet, sind enorm. Besonders, wenn die Kinder noch so klein sind.“

 

Kinderleicht zu organisieren

Tanja freut sich jedes Mal, wenn sie im Haus Sonnenquell Flechtwerk-Väter zu Besuch haben. „Wir merken immer wieder, wie dankbar die Väter sind. Und die Freude in den Augen der Kinder ist die schönste Motivation, sich zu engagieren.“ Natürlich ist das Angebot auch mit Organisation verbunden. Der Aufwand hält sich jedoch in Grenzen. „Im Grunde ist es nur die Terminabsprache per Telefon oder Email und dann die Schlüsselübergabe und eine kurze Einweisung in die Räumlichkeiten. Wenn ich mal verhindert bin, springt eine andere Mutter oder ein anderer Vater aus unserer Elterninitiative ein“, sagt Tanja. „Wir bleiben auch nur so kurz wie nötig und lassen dann Papa und Kind alleine. Schließlich ist die Zeit mit dem Kind sehr kostbar für den Vater“, betont sie. Das Team Sonnenquell schenkt den Vätern vollstes Vertrauen und ist nicht enttäuscht worden. Bisher haben sich alle an die vereinbarten Absprachen und Regeln gehalten. „Und wenn wir dann am Montagmorgen mit einem gemalten Gruß an der Tür überrascht werden, ist die Freude natürlich groß!“

 

Heute braucht Josef das Kinderzimmer auf Zeit nicht mehr, da der mittlerweile dreijährige David eine echte Wasserratte geworden ist und bei jedem monatlichen Papabesuch schwimmen gehen möchte. „Das ist zu einem schönen Ritual geworden“, freut sich Papa Josef. „Aber wer weiß, vielleicht kommen wir auch mal wieder ins Haus Sonnenquell. Es ist beruhigend zu wissen, dass es die Möglichkeit gibt.“

 

Weitere „Kinderzimmer auf Zeit“ gesucht!

Ihr wollt ebenfalls ein Kinderzimmer auf Zeit anbieten? Dann meldet Euch an. Ob Kindergarten, Mütter-, Väter-, Familienzentrum oder auch Kirchengemeinde, wir freuen uns über neue Umgangsräume. Ein ruhiges Zimmer und eine Kiste mit Spielsachen genügen. Sagt uns einfach kurz, wer Ihr seid und wo Ihr einen Raum anbieten könnt. Falls Eure Räumlichkeiten am Wochenende geschlossen sind, gibt es auch die Möglichkeit, einen Förderungsantrag an die städtische Stadtsparkasse zu stellen, um einen „Housekeeper“ zu zahlen. Vielleicht hat eine Reinigungskraft Eurer Einrichtung Interesse an diesem Dienst?

 

 

Anmeldung Kinderzimmer

 

 

 

Fotos: Haus Sonnenquell