Spendenkampagne „Scheidungsringe für Kinder“

Wir möchten Geschiedene dazu bringen, uns ihre alten Eheringe zu spenden. Wie es zu dieser Idee kam, verraten wir in diesem Blogartikel.

Nach dem Motto „Eheringe helfen Scheidungskindern“ haben wir von Flechtwerk 2+1 die Spendenkampagne Scheidungsringe für Kinder gestartet. Wir möchten Geschiedene dazu bewegen, ihre alten Eheringe für unser Besuchsprogramm Mein Papa kommt zu spenden. Auch abgelegter Schmuck aus Edelmetall kann gespendet werden. Mit dem Erlös der Spendenaktion finanzieren wir Sozialplätze für bedürftige Väter und Mütter und den Erhalt und weiteren Ausbau unseres Besuchsprogramms Mein Papa kommt. Die Finanzierung durch unseren Hauptförderer Auridis gGmbH läuft Ende dieses Jahres aus. Wir erhalten keine staatliche Förderung und die Mitgliedsbeiträge von Vätern und Müttern decken nur teilweise unsere Kosten.

 

Eine besondere Spende zündete die Idee

Foto Ellen Keßler
Die Spende von Ellen Keßler über den Erlös ihres alten Eheringes brachte uns auf die Idee zur Spendenkampagne „Scheidungsringe für Kinder“.

Ellen Keßler aus Rheinfelden an der schweizerischen Grenze hatte sich nach ihrer Scheidung 2007 immer wieder gefragt, was sie mit ihrem alten Ehering machen sollte. Wie so viele Geschiedene verwahrte sie ihn in einer Kommode auf. Wegschmeißen kam für sie nicht in Frage. Und zu Geld machen wollte sie ihn auch nicht. Durch die Segnung der Ringe bei ihrer katholischen Trauung ist der Ehering auch nach der Scheidung für Ellen Keßler etwas Besonderes geblieben. Daher überlegte sie sich, den Ring einschmelzen zu lassen und den Erlös für eine gemeinnützige Organisation zu spenden, die sich für Scheidungskinder engagiert.

 

Doch die Beratungsstellen vor Ort – wie zum Beispiel die Caritas – waren ihr zu sehr auf die Probleme der Eltern fixiert. Ihr fehlte der direkte Bezug zu den Kindern und vor allem zur Bindung zwischen Eltern und Kindern. Als sie dann im Frühjahr 2015 zufällig in der Badischen Zeitung von unserer Initiative Mein Papa kommt las, wusste sie sofort, dass eine Spende für unser Besuchsprogramm genau ihrem Wunsch entsprechen würde. Die Heilerziehungspflegerin hat selbst keine Kinder, doch ihr ist bewusst, dass die Kinder immer die größten Leidtragenden bei einer Trennung sind. Zum Thema „große räumliche Distanz“ hat sie einen persönlichen Bezug, da ihr Ex-Mann nach der Trennung an den Niederrhein gezogen ist. Wenn sie sich vorstellt, dass sie und ihr geschiedener Mann Kinder gehabt hätten, dann wären regelmäßige Besuche des Vaters sehr erschwert und ein Programm wie Mein Papa kommt sehr hilfreich gewesen.

 

Nachdem wir von Mein Papa kommt erfahren hatten, was der Beweggrund für die Geldspende der unbekannten Dame aus Rheinfelden war, begannen wir uns mit der Frage zu beschäftigen: Was passiert eigentlich nach einer Trennung mit all den abgelegten Eheringen? Dieses Symbol der Unendlichkeit und des Versprechens einer gemeinsamen Zukunft landet allzu oft sprichwörtlich in der Schublade. Unsere Recherche ergab, dass mehr als 300.000 Eheringe in Deutschland so jährlich ihre Funktion verlieren. Und ein hoher Materialwert an Gold und Silber ungenutzt bleibt. Mit unserer Spendenaktion wollen wir diesen Schatz heben und diesem emotionalen Symbol eine neue Bestimmung geben! Als wir beinahe drei Jahre später Frau Keßler erzählten, was ihre außergewöhnliche Spende damals ins Rollen gebracht hatte, war sie sehr gerührt.

 

Nachahmer waren schnell gefunden

Die ersten Ringe ließen nicht lange auf sich warten. Seit dem Start der Spendenaktion haben wir 28 Spendenboxen an interessierte Spender versandt und 9 Schmuckspenden im Gesamtwert von rund 980 Euro erhalten. Wir merkten schnell, dass die Spender den sinnstiftenden Zweck und den rituellen Aspekt der Spende zu schätzen wissen. So schrieb uns Kristin Bauer (Name geändert): „Für mich fühlte sich die Spende und schon allein das Einpacken und Verschicken der Ringe wirklich befreiend und erlösend an. Ich bin super glücklich mit dieser Entscheidung und kann es nur jedem, der auch den Gedanken ‚Was mache ich mit den Ringen?‘ mit sich trägt, weiterempfehlen!“

 

Nicht nur Eheringe können gespendet werden

Schmuckspende Laura Haverkamp
Laura Haverkamp spendete gleich mehrere geerbte Schmuckstücke. Sie findet „Mein Papa kommt“ klasse, da sie Patchwork und weite Distanzen zur Familie aus der eigenen Kindheit kennt.

Laura Haverkamp aus Hamburg kramte im Schmuckkästchen nach Erbstücken ihrer 1994 verstorbenen Mutter und spendete unter anderem deren Ehe- bzw. Scheidungsring (die Eltern lebten getrennt seitdem Laura 1,5 Jahre war) sowie andere Schmuckstücke. Ihre Motivation: Nicht nur bei den eigenen Eltern erlebte sie Patchwork (wenn auch nicht über eine große Entfernung). Auch die zweite Ehe des Vaters, aus der Laura eine geliebte (Halb-)Schwester hat, zerbrach. Das Patchwork hier: über 500 km Fahrt und alle Ungewissheit und Belastung, die Patchwork so mit sich bringen kann. An unzähligen Sonntagen hätten Laura Haverkamp, ihrer Schwester und ihrem Vater Kinderzimmer auf Zeit, wie sie von Mein Papa kommt angeboten werden, geholfen, die Zeit zwischen Hotelcheckout und „zur Mutter bringen“ zu überbrücken.

 

So kannst Du uns unterstützen:

Vielleicht hast auch Du einen alten Ehering oder anderen Schmuck, der nicht mehr getragen wird und darauf wartet, für einen guten Zweck eingeschmolzen zu werden? Oder kennst jemanden in Deinem Freundes- und Familienkreis, für den eine Schmuckspende genau das Richtige wäre? Informationen zur Spendenaktion und zum Anfordern unserer eigens entwickelten Spendenbox  findest Du unter scheidungsringe-fuer-kinder.de.

 

Wir freuen uns über Deine Unterstützung! Spread the News! Über Facebook und Co. oder die altbewährte Mund-zu-Mund-Werbung. Vielleicht hast Du auch interessante Kontakte zu Netzwerken und Medien, die uns bei der Bekanntmachung unserer Spendenkampagne helfen können? Schreib einfach eine Email an Danièle Böhm (PR & Marketing Referentin Flechtwerk 2+1).

 

 

Wir danken im Namen der Kinder mit zwei Elternhäusern!

 

Scheidungsringe

Fachvorträge bei interdisziplinären Arbeitskreisen

Kürzlich haben wir in Erfurt Fachkräfte über multilokale Familiensettings und unser Besuchsprogramm informiert.

Wir von Mein Papa kommt berichten immer wieder vor Fachkreisen von unserer Arbeit und den besonderen Herausforderungen von „Familienleben an mehreren Orten“ nach Trennung und Scheidung. Zuletzt waren wir am 16. Januar 2018 in Erfurt beim interdisziplinären Arbeitskreis „Kinder in Trennung und Scheidung“ eingeladen. Die rund 25 Teilnehmer – darunter überwiegend Familienrichter, aber auch Mitarbeiter vom Jugendamt und von Familienberatungsstellen sowie Verfahrenspfleger und Umgangsbegleiter – kamen aus Erfurt und Weimar. In dieser Region ist unser Programm noch nicht so sehr bekannt und unser Gastgeber-Netzwerk bisher wenig ausgebaut. Daher haben wir uns ganz besonders über diese Einladung gefreut. Nach dem Vortrag kam noch ein Pressekontakt zum MDR Hörfunk zustande, der kürzlich in einem Interview mit Jobst Münderlein (geschäftsführender Gesellschafter) über Mein Papa kommt berichtet hat.

 

Rollenspiele zum besseren Verständnis

Damit sich die Teilnehmer besser in die Situation von unseren weitreisenden Eltern hineinversetzen können, beleben wir unsere Vorträge gerne durch kurze Rollenspiele anhand von Kurzprofilen unserer Eltern. Auch Playmobil-Figuren kommen zum Einsatz… Was bedeutet es, wenn zum Beispiel die Mutter des Kindes nun schon zum dritten Mal innerhalb von fünf Jahren umzieht, immer wieder in eine andere Stadt? Oder wenn das Kind von heute auf Morgen nach Freiburg zieht und man als Elternteil in Flensburg lebt? Durch die anschaulichen Beispiele können die Teilnehmer noch besser verstehen, wo unsere Arbeit von Mein Papa kommt ansetzt und wie wir ganz pragmatisch den betroffenen Eltern durch die Vermittlung von ehrenamtlichen Gastgebern und Kinderzimmern auf Zeit helfen können.

 

 

Folie Fachvortrag
In unseren Vorträgen geben wir detaillierte Einblicke in die Scheidungszahlen von Deutschland.

 

Fakten und Fragen

Neben den Rollenspielen und Informationen über die Angebote von Mein Papa kommt liefern wir auch detaillierte Fakten zu Scheidungszahlen und deren Entwicklungen. Aus den Teilnehmerkreisen kommen häufig Fragen wie „Wäre Couchsurfing nicht eine Alternative?“ oder „Warum habt ihr in unserer Region noch so wenig Gastgeber?“. Im Austausch werden den Teilnehmern dann die Probleme, die die große räumliche Distanz zwischen den Eltern hervorruft, sehr bewusst, und die Notwendigkeit z.B. einer ortsunabhängigen pädagogischen Eltern-Begleitung wird deutlich. Wir freuen uns, dass die Bereitschaft, unser Besuchsprogramm Mein Papa kommt weiter zu empfehlen, nach unseren Vorträgen immer groß ist.

 

Wir freuen uns über Eure Einladungen!

Möchtet auch Ihr unser Experten-Know-how für Euren Arbeitskreis oder den nächsten Fachtag nutzen? Dann schreibt uns eine Email an info@flechtwerk-ggmbh.de und wir überlegen gemeinsam, in welchem Rahmen der Vortrag am besten geeignet ist.

 

 

 

Tagesmutter-Wohnung als „Kinderzimmer auf Zeit“

Wir sind begeistert vom Engagement einer Tagesmutter aus Dresden und hoffen auf viele Nachahmer unter Tagesmüttern und Umgangsbegleitern.

Stanley fährt alle zwei Wochen von Freising (bei München) nach Dresden, um seinen mittlerweile zweijährigen Sohn Julian (Name geändert) zu besuchen. Bevor Stanley Mitglied bei Mein Papa kommt wurde, hatte er meistens bei seinem Vater in Dresden übernachtet, manchmal auch im Hotel, das den 31-jährigen einmal über die Weihnachtsfeiertage 350 Euro gekostet hatte. In der kleinen Wohnung seines Vaters war er nie alleine mit seinem Sohn und die Umgebung nicht kindgerecht. Der Aufenthalt im Hotelzimmer war auch keine geeignete Alternative. Der kleine Raum bot wenig Möglichkeiten zum Spielen. Eine gemütliche Atmosphäre für die Papa-Tage fehlte. Daher hat Stanley anfangs viel Zeit mit dem Kleinen draußen verbracht und ist mittags zum Füttern und den Mittagsschlaf zurück in die Wohnung von Julians Mutter. Doch dann ist die Mutter eine neue Beziehung eingegangen und die Lösung war für alle Beteiligten keine Option mehr, obwohl sich Stanley nach wie vor sehr gut mit Julians Mutter versteht.

 

Suche nach einem „Kinderzimmer auf Zeit“

Ein Raum für den Tagesumgang war daher am wichtigsten für Stanley, als er sich an Mein Papa kommt wendete. In Dresden hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch keine Kooperation mit einem Kindergarten oder einem Familienzentrum. Und auch unsere privaten Gastgeber, die einen Aufenthalt mit Kind ermöglichen, waren bereits alle vermittelt. Doch nach einigen Monaten meldete sich eine neue Gastgeberin aus Dresden in unserem Netzwerk an. Zu unserer großen Überraschung bot sie ihre gesamte angemietete Tagesmutter-Wohnung für die Umgangswochenenden an – und zwar samt Übernachtung mit Kind. Die Tagesmutter hatte von unserem Besuchsprogramm erfahren und sofort entschieden, dass sie ihre am Wochenende ungenutzten Räume anbieten wollte. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir Stanley und dem kleinen Julian diese ganz besondere Umgangslösung anbieten konnten.

 

Ferienwohnung im Kita-Stil gefunden

Stanley meldete sich sofort bei der Gastgeberin und wollte sich bei ihr vorstellen. Er war sehr überrascht, dass sie ihm einen großen Vertrauensvorschuss gab und einfach für das nächste Umgangswochenende den Schlüssel hinterlegte. Stanley schaute sich die Wohnung erst einmal alleine an und sah sofort, dass sie perfekt war für die Umgangswochenenden. Seit der Vermittlung im letzten Spätsommer übernachtet nun das Papa-Sohn-Gespann immer in der Zwei-Zimmer-Wohnung, die wie eine „Kita in Klein“ ist: Es gibt einen Schlafraum mit sechs Kinderbettchen, der komplett verdunkelt werden kann, was für den kleinen Julian sehr wichtig ist. Im Wohn- und Spielraum gibt es nur kleine Tische und Stühle und alles an Spielzeugen, was das kleine Kinderherz begehrt. Die Wohnung ist groß genug, dass Julian auch mit dem Laufrad seine Runden drehen kann. Der Kleine fühlt sich sehr wohl und kennt sich schon super in der Tagesmutter-Wohnung aus. Wenn Papa jetzt sagt, dass es Zeit für den Mittagsschlaf ist, stapft Julian gleich los ins Schlafzimmer.

 

Sorgenfrei ins Umgangswochenende

Früher war Stanley mit Julian im Hotel, wo der Raum klein war und er alle Spielzeuge mitbringen musste. Der Vater musste sich immer Gedanken machen, was sie den Tag über unternehmen sollten und wo sie essen werden. Diese Sorgen hat er durch das Kinderzimmer auf Zeit jetzt nicht mehr. Stanley übernachtet nun regelmäßig alle zwei Wochen zusammen mit Julian in der Tagesmutter-Wohnung, manchmal sogar öfter im Monat. Er kann die Wohnung immer von Freitag Abend bis Montag Morgen nutzen und hat ein Kühlschrankfach für seine Sachen, sodass die beiden kochen können. Bettwäsche für sich und seinen Sohn bringt er immer mit. Dass er die Wohnung gereinigt hinterlässt, ist für ihn selbstverständlich. Stanley kündigt seinen Aufenthalt jedes Mal vorher an. Nach wie vor hinterlegt die Gastgeberin ganz unkompliziert den Schlüssel, sodass beide zeitlich nicht an eine persönliche Übergabe gebunden sind. Für Stanley ist die Lösung mit der Tagesmutter-Wohnung für seine derzeitige Situation perfekt. Am Anfang fand er es verwunderlich, dass die Tagesmutter ihm einfach die Wohnung kostenfrei überlässt. Stanley würde sogar für eine Kita mit Übernachtungsmöglichkeit zahlen, wenn es so etwas gäbe. Zu Weihnachten hat er der Tagesmutter ein Schokoladen-Geschenk gemacht.

 

Weitere „Kinderzimmer auf Zeit“ dringend gesucht!

Das Beispiel von Stanley und dem kleinen Julian zeigt, wie wichtig kindgerechte Räume gerade für den Umgang mit kleinen Kindern sind. Viele unserer Flechtwerk-Väter und -Mütter sehen ihre Kleinkinder nur für einige Stunden am Tag. Für einen qualitätsvollen Umgang sind Kinderzimmer auf Zeit in Kitas, Kindergärten, Mütter- und Familienzentren oder kirchlichen Einrichtungen unerlässlich.

 

Habt Ihr in Eurer Einrichtung auch einen kindgerechten Raum, den Ihr am Wochenende stundenweise zur Verfügung stellen könnt? Es muss keine voll ausgestattete Kita sein! Ein kindgerechter Raum mit einigen Spielzeugen und Zugang zu einer Toilette genügen. Wir haben bisher nur diese eine Tagesmutter-Wohnung in Dresden als Kinderzimmer auf Zeit. Vielleicht kennt Ihr auch eine Tagesmutter oder eine Umgangsbegleiterin, die eine Wohnung angemietet hat und diese am Wochenende zur Verfügung stellen kann? Wir brauchen Kinderzimmer auf Zeit in allen Städten, in denen kleine Kinder von einem weit entfernt lebenden Elternteil besucht werden.

 

Aktuell suchen wir dringend Kooperationspartner in:

 

Berlin
Ennepetal
Münster
Oldenburg
Stuttgart

 

Wir freuen uns über Eure Unterstützung! Und danken im Namen der Kinder mit zwei Elternhäusern!

 

 

Zur Anmeldung

 

 

 

 

 

 

Geschichten von unseren Gastgebern

Für viele unserer Gastgeber ist das Engagement eine Bereicherung. Sie bekommen einiges zurück, manchmal entstehen auch langjährige Freundschaften.

Väter im Doppelpack erwünscht

Bei Julia Freudenberg und ihrer Familie in Hamburg finden gleich mehrere Väter eine Herberge. Wenn sich wie vor kurzem die Umgangswochenenden von zwei Vätern überschneiden, ist das für die engagierte junge Familie auch kein Problem. „Da wurde es richtig gesellig, besonders weil beide Väter etwas Leckeres für die ganze Runde gekocht haben. Am ersten Abend gab es was Mexikanisches und am zweiten Abend ein französisches Gericht!“, erzählte uns Julia Freudenberg begeistert.

 

Zusage vom Flechtwerk-Vater in Rekordzeit

Auf eine Anfrage an unser Gastgeber-Netzwerk für die Mutter eines 13jährigen Jungen meldete sich nur eine Minute später Michael zurück. Michel ist nicht nur Gastgeber. Wir konnten ihm einige Monate zuvor ein „Kinderzimmer auf Zeit“ vermitteln, in dem er Kuschelstunden mit seiner erst wenige Monate alten Tochter verbringen kann. Wir sind begeistert, dass sich auch immer wieder betroffene Väter und Mütter als Gastgeber anbieten und dadurch etwas zurückgeben! 

 

Eine Tagesmutter bietet ihre Wohnung als „Kinderzimmer auf Zeit“ an

Wir suchten gerade in Dresden für einen Vater aus Freising Gastgeber, bei denen der Vater mit seinem einjährigen Sohn tagsüber spielen könnte… Da meldete sich doch tatsächlich eine Tagesmutter als Gastgeberin im Flechtwerk an. Samt ihrer Tagesbetreuungswohnung, die am Wochenende nicht genutzt wird. Ein kindgerechter Rückzugort für Papa und Sohn. Wir sind begeistert!

 

Möchtest Du auch Gastgeber bei „Mein Papa kommt werden? 

Melde Dich einfach mit wenigen Klicks auf unserer Website an. Sobald wir eine passende Anfrage eines Vaters oder einer Mutter haben, nehmen wir Kontakt zu Dir auf. Wir danken im Namen der Kinder mit zwei Elternhäusern!

 

 

Gastgeber werden

Umgangskosten-Rechner

Berechne hier, wie viel Du mit „Mein Papa kommt“ sparen kannst.

Hast Du auch immer hohe Übernachtungskosten, wenn Du Dein Kind besuchst? Das muss nicht sein!

Mein Kind lebt km entfernt von mir. Ich besuche es ungefähr mal im und reise mit an. Für die Übernachtung zahle ich pro Besuch ca. €.

Geld sparen mit „Mein Papa kommt“*

Väter, – und auch Mütter – die nach Trennung oder Scheidung in großer räumlicher Distanz zu ihrem Kind leben, leiden unter einer hohen finanziellen Belastung. Zusätzlich zu den Unterhaltskosten entstehen für die pendelnden Väter hohe Kosten zur Realisierung des Umgangs. Zu den Mehrkosten und dem Mehraufwand für den Umgang gehören neben der Verpflegung und Freizeitgestaltung während des Treffens mit dem Kind auch die Fahrtkosten und Übernachtungskosten.

Hotels zu teuer für Umgangswochenenden

In der Wohnung der Kindesmutter können die Trennungsväter meist nicht übernachten. So bleiben den Vätern nur kostspielige Unterkünfte wie Hotels oder Pensionen. Das Hotel als Umgangsort ist kein Schnäppchen. Zudem bieten Hotels und Pensionen nur eine anonyme Übernachtung. Airbnb, Couchsurfing & Co bieten eine Alternative zum Hotel. Auf Dauer sind jedoch auch Buchungen über Airbnb für die Väter zu teuer und in ländlichen Gebieten finden sich kaum Anbieter. Couchsurfing und andere Hospitality Exchange Networks bieten eher ein studentisches, provisorisches Ambiente für kurze Aufenthalte in fremden Städten. Das kostenfreie Übernachten bei Couchsurfing ist für einen Vater sicher keine Dauerlösung, da es keine verlässliche Lösung bietet und auch nicht gerade altersgerecht ist. Außerdem ist auch Couchsurfing auf dem Lande nicht sehr verbreitet. Diese Arten des preisgünstigen Wohnens auf Zeit sind somit nicht geeignet für Umgangswochenenden.

Verlässliche und kostengünstige Unterkünfte für Umgangswochenenden

Das gemeinnützige Unternehmen Flechtwerk 2+1 unterstützt durch das Programm „Mein Papa kommt“ Väter oder Mütter, die weit zu ihrem Kind anreisen müssen, um den Umgang wahrnehmen zu können. „Mein Papa kommt“ vermittelt pendelnde Väter an ehrenamtliche Gastgeber am Wohnort des Kindes, bei denen sie kostenfrei in einem Gästezimmer übernachten können. Die Väter schlafen nicht in einem anonymen Hotel, sondern bei Gastgebern, die ihnen eine private Rückzugsmöglichkeit am Umgangsort bieten und sie darüber hinaus in ihrer Vaterschaft wertschätzen.

Umgangskosten-Rechner von „Mein Papa kommt“

Mit dem Umgangskosten-Rechner von „Mein Papa kommt“ können „Langstreckenväter“ einfach ausrechnen, wie hoch der durchschnittliche finanzielle Aufwand zur Realisierung des Umgangs mit dem Kind jeden Monat ist. Zudem errechnet der Umgangskosten-Rechner auch den Betrag, den Trennungsväter durch eine Premium-Mitgliedschaft bei „Mein Papa kommt“ sparen können. Denn Mitglieder, die das Besuchsprogramm von „Mein Papa kommt“ nutzen, zahlen monatlich nur 12,- EUR anstatt eine hohe Hotelrechnung. Und Premium-Mitglieder, die am Papawochenende mit dem Fernbus zu ihrem Kind reisen, erhalten von Flechtwerk 2+1 einen Flixbus-Gutschein und damit zusätzlich einen 10%-Rabatt auf jede Fahrt. Allein mit dieser Ermäßigung rechnet sich für Premium-Mitglieder häufig bereits der Mitgliedsbeitrag von „Mein Papa kommt“, da sie bei der monatlichen Reise zum Kind mit dem Fernbus hin und zurück 12,- EUR oder mehr sparen. Mithilfe des Umgangskosten-Rechners von „Mein Papa kommt“ können Interessierte in wenigen Sekunden ausrechnen, um wie viel sie ihre individuellen Kosten reduzieren können. Die Ermittlung der durchschnittlichen Mobilitätskosten mit dem Auto, der Bahn oder dem Fernbus übernimmt dabei ganz komfortabel der Umgangskosten-Rechner. Mit einem Klick werden die aktuellen Ausgaben zur Umgangsrealisierung und die möglichen Einsparungen durch das Programm „Mein Papa kommt“ deutlich.

 

*Das Programm „Mein Papa kommt“ vermittelt Vätern/Müttern, die weit von ihren Kindern entfernt leben,  ehrenamtliche Gastgeber und „Kinderzimmer auf Zeit“ am Wohnort des Kindes.

ZFF Positionspapier zum Wechselmodell

Als Mitglied des Zukunftsforum Familie (ZFF) freuen wir uns von „Mein Papa kommt“ über den neuen Beitrag des ZFF zum Wechselmodell.

 

Download Positionspapier

 

Mitgliedschaft im ZFF

Seit 2014 sind wir von Flechtwerk 2+1 Mitglied im Zukunftsforum Familie e.V. Das ZFF verfolgt das Ziel, Familie in ihrer Vielfalt zu unterstützen und zu stärken. Familienpolitik – so die Position des Zukunftsforums – muss sich an demokratischen und solidarischen Zielen orientieren und allen Bevölkerungsgruppen und familiären Lebensformen gerecht werden.

Positionspapier zum Wechselmodell

Dass dies für das ZFF auch für Trennungsfamilien gelten muss, zeigt das neue Positionspapier „Vielfalt Familie – Vielfältige Trennungsfamilie“. Das Positionspapier beleuchtet ausführlich rechtliche, gesellschaftliche und wissenschaftliche Aspekte und regt eine differenzierte Diskussion an, die wir von Flechtwerk 2+1 unterstützen. Wir Flechtwerker freuen uns, dass das ZFF bei der kritischen Auseinandersetzung mit dem Wechselmodell auch darauf aufmerksam macht, dass einige getrennte Eltern weit voneinander entfernt leben und ein Wechselmodell unter diesen Rahmenbedingungen nicht umzusetzen ist.

Anregungen von Flechtwerk-Eltern sind gefragt

Das ZFF schätzt unsere Erfahrungen, die wir im Rahmen unserer Arbeit mit multilokalen Familiensettings machen und holt sich in regelmäßigen Abständen unsere Meinung zu unterschiedlichen Trennungsthemen ein. Daher laden wir unsere Flechtwerk-Väter und -Mütter grundsätzlich ein, uns immer wieder auf Handlungsbedarfe hinzuweisen. Diese Anregungen geben wir gerne an das ZFF weiter.

Zu Gast bei Gastgebern

Wer engagiert sich eigentlich für „Mein Papa kommt“? Und warum? Zwei Münchener Gastgeber haben uns zu sich nach Hause eingeladen und von ihren Erfahrungen erzählt.

„Mein Haus ist offen“

Die drei Kinder von Barbara Baum sind schon lange aus dem Haus. In ihrem mehrstöckigen Reihenhaus im Stadtteil Bogenhausen ist daher viel Platz für Gäste. Schon immer lebt Frau Baum nach dem Motto des „offenen Hauses“. So vermietet sie immer wieder mal zwei der ehemaligen Kinderzimmer für wenig Geld an Studenten. Und auch wenn Verwandte und Bekannte oder deren Kinder mal einen Unterschlupf für einige Zeit brauchen, öffnet sie gerne ihre Tür. Daher war sie gleich begeistert, als sie über einen persönlichen Kontakt von der Initiative Mein Papa kommt erfuhr. Und meldete sich an.

 

Gastgeberin Mein Papa kommt
Barbara Baum hat einen großen Garten, in dem der Papa mit seinem Kind toben kann.

Für Flechtwerk-Eltern stellt sie das dritte ehemalige Kinderzimmer zur Verfügung. In dem großzügigen Raum gibt es neben einem großen Bett eine Schlafcouch und viele Brettspiele und Kinderbücher. Sogar mit einem Kleinkindbett könnte Frau Baum durch ihre Enkelkinder aushelfen. Einem Aufenthalt mit Kind steht also nichts im Wege. Im Gegenteil, Frau Baum würde sich sehr freuen! „Allerdings habe ich erst ein einziges Mal einen Vater als Gast empfangen“, berichtet sie. Ein anderer Vater hatte sich bei Frau Baum vorgestellt, dann aber doch nicht von der Übernachtungsmöglichkeit Gebrauch gemacht. Sie vermutet, dass ihr Haus zu weit entfernt vom Wohnort des Kindes liegt. Und ein dritter Vater hatte Kontakt aufgenommen, dann aber wieder abgesagt, da der geplante Umgangstermin von der Mutter des Kindes abgesagt worden war.

 

Frau Baum hat Verständnis für die missliche Lage der Väter und ist auch interessiert an den persönlichen Geschichten. „Ich würde mich aber nie einmischen“, betont sie. „Und natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn ein Vater oder eine Mutter regelmäßig zu mir käme. Denn es ist mir eine Herzensangelegenheit, mich zu engagieren.“

 

„Einfach mal jemandem Raum schenken“

Zu Bernd Hawe kommen schon seit dem Jahr 2014  Väter zu Besuch, aber keiner von ihnen regelmäßig. Manchmal hat er einige Wochenenden hintereinander Gäste, dann wieder einen längeren Zeitraum keine Anfragen. Er bekommt die ganzen Geschichten und teilweise Dramen rund um die Organisation des Papa-Wochenendes in München mit. „Die Väter müssen so viel arrangieren und ärgern sich, wenn es nicht so rund läuft. Ist doch toll, wenn die Väter dann wissen, dass dank Mein Papa kommt wenigstens die Übernachtung geregelt ist!“

 

Gastgeber Mein Papa kommt
Bernd Hawe räumt gerne für „seine“ Väter – und auch deren Kinder oder Partnerinnen – sein Bett.

Mit kurzfristigen Absagen hat der Gastgeber kein Problem. Und er sieht sich durch die Gäste überhaupt nicht eingeschränkt. Den Vätern überlässt er während der Besuchszeit sein geräumiges Schlafzimmer und zieht sich selbst in das Wohnzimmer mit Schlafcouch zurück. Wenn er seinen Gast nicht persönlich in seiner Zweizimmerwohnung mitten in München empfangen kann, bittet er einen Nachbarn um die Schlüsselübergabe. „Bisher lief jeder Besuch ganz unkompliziert ab. Alles wird immer tiptop hinterlassen. Es klappt einfach, den Raum zu teilen“, schwärmt er.

 

Seine Gäste beschreibt er als sehr unaufdringlich und dankbar. „Bei einem Vater habe ich mit der Zeit rausgehört, dass er gerne auch mal seine neue Partnerin mitnehmen würde. Und am liebsten auch sein Kind über Nacht bei sich hätte. Für mich kein Problem. Ich habe sie gleich alle drei eingeladen!“ Und da die neue Partnerin nicht bei der Mutter des Kindes willkommen ist, frühstückt Bernd Hawe mit ihr, während der Vater sein Kind bei der Mutter abholt. „Auch die Schwester oder ein Freund des Vaters sind schon bei mir untergekommen, wenn sie die den Vater begleiten wollten.“

 

Er kennt die Initiative noch aus den Anfangszeiten, als Annette Habert zunächst aus einem privaten Engagement heraus eine Lösung für anreisende Trennungsväter suchte. Bis heute spürt man die Leidenschaft, mit der er hinter seinem ehrenamtlichen Engagement steht. Natürlich freut er sich, wenn er durch kleine Aufmerksamkeiten von seinen Gästen überrascht wird. Mal ist es eine Teemischung, mal ein kleiner Gutschein. „Einmal habe ich eine selbstgemalte Dankeskarte von einem Kind bekommen. Da geht einem natürlich das Herz auf!“

 

 

Überall, wo Kinder leben, suchen wir Gastgeber!

Möchtest auch Du Gastgeber werden?  Oder es Freunden empfehlen? Hier geht es zur Anmeldung:

 

 

Gastgeber werden

 

 

Im nächsten Newsletter würden wir gerne Gastgeber vorstellen, die einen Vater über einen längeren Zeitraum unterstützt haben. Dürfen wir ein telefonisches Interview mit Dir führen? Bitte komm auf uns zu!

Einladung ins Familienministerium

Nach der Trennung der Eltern muss das Koordinatennetz der Familienmitglieder ein tragfähiges Flechtwerk bleiben.

Damit das auch für Eltern und Kinder gelingt, die nach der Trennung über weite Entfernungen hinweg voneinander getrennt eine innige Beziehung erfahren wollen, setzen wir uns nicht nur für pragmatische Lösungen, sondern auch mit engagierter Lobbyarbeit für Kinder mit zwei Elternhäusern und deren Väter und Mütter ein.

 

Flechtwerk bringt seine Erfahrungen mit dem Thema Multilokalität nach Trennung und Scheidung in familienpolitischen Verbänden ein, wie z.B. dem Zukunftsforum Familie, dem Bundesforum Männer oder auch in Fachkreisen sowie auf bundesweiten Fachtagungen. Unser treuer Begleiter ist dabei ein kleines rotes Auto, das die Visitenkarten unserer wertvollen Kontakte sammelt. Im September hat es sich von München aus auf die Reise in die Hauptstadt gemacht…

 

Familienpolitik braucht Mut

Am Weltkindertag hatte Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley auch Flechtwerk 2+1 zum zweiten Zukunftsgespräch „Gemeinsam getrennt erziehen“ nach Berlin eingeladen.

 

Zu der Dialogveranstaltung waren Vertreter aus Väter- und Mütterorganisationen sowie zahlreiche Experten aus den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe und des Familienrechts eingeladen. Es ging dem Bundesfamilienministerium nicht darum, vorgefertigte Lösungen zu präsentieren, sondern sich im fachlichen Austausch gemeinsam auf die Suche nach konstruktiven Lösungen zu machen.

 

In der Begrüßungsrede verdeutlichte die noch amtierende Bundesfamilienminsterin Katarina Barley, dass sie sich weder als „Mütterlobbyistin“, noch als „Väteraktivistin“ verstehe, sondern dass sie sich für nötige Veränderungen in den rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für die Elternschaft nach der Trennung engagieren möchte. Wir haben eine Familienministerin erlebt, die Ambivalenzen und Polarisierungen mit Blick auf die Verletzungserfahrungen Betroffener achtet, ohne sie zum Spielball politischer Entscheidungsfindungen werden zu lassen. Sehr glaubhaft sprach sie sich dafür aus, dass die oft notwendige staatliche Unterstützung der Eltern nach der Trennung nicht zum „Brandbeschleuniger“ im Elternkonflikt werden dürfe.

 

Zentrale Frage waren gesellschaftliche Bedingungen egalitärer Elternrechte sowie nach einer sowohl für Mütter wie für Väter realisierbaren Vereinbarkeit von Elternverantwortung, Kindeswohl und Lebensqualität.

 

Wir von Flechtwerk 2+1 konnten in den Vertiefungsgesprächen die für viele Teilnehmer noch immer überraschende Perspektive von multilokalen Familien in die Diskussionen einbringen.

 

Väter sind gefragt.
Nun auch in der Familienpolitik!

Spannende Impulse aus wissenschaftlichen Vorträgen und Beispielen aus der Praxis regten zum fachlichen Austausch darüber an, wie die Bedürfnisse der Kinder mit zwei Elternhäusern künftig noch besser gewahrt werden können.

 

Wer? Wie? Was? Wieso? Weshalb? Warum?
Nicht nur Kinder stellen zum Glück unzählige Fragen.

 

Welche Rahmenbedingungen braucht unsere Gesellschaft, um auch nach der Trennung väterliche Fürsorge zu ermöglichen?

Wie können wir der Retraditionalisierung des Vaterbildes nach der Trennung entgegenwirken?

Wie müssen Beratungsangebote ergänzt werden, um Eltern dabei zu unterstützen, die gemeinsam getrennt erziehen wollen?

Kann eine Mediationsberatung der Eltern zur Verpflichtung werden?

Wie kann staatliche Unterstützung einen Elternteil stärken, ohne dass deshalb dem anderen Elternteil Leistungen verloren gehen würden?

 

Impulse aus der Wissenschaft

Grundlage der Diskussionen hierzu bildeten aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft:

 

Prof. Dr. Franz Petermann von der Universität Bremen erläuterte erste Ergebnisse der vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebenen Studie PETRA. Diese Studie hat das Ziel eine empirische Grundlage dafür zu schaffen, Umgangsregelungen nach einer Trennung stärker am Wohl und an den Bedürfnissen von Kindern anzupassen und Belastungen zu vermindern. Laut Petermann ergaben erste Ergebnisse der Studie, dass derzeit lediglich 28 % der getrennten Eltern eines der existierenden Angebote der Familienberatung in Anspruch nehmen. Für die nicht am Wohnort des Kindes lebenden Eltern dürfte nach unserer Erfahrung dieser Anteil statistisch noch viel geringer sein (Anm. Flechtwerk). Beratungseinrichtungen müssen sich dieser Herausforderung stellen.

 

Mit Spannung erwartet werden dürfen wohl auch die weiteren Ergebnisse der noch nicht abgeschlossenen Studie. Petermann berichtete auch von neuen Evaluationsinstrumenten, die von der Forschungsgruppe PETRA entwickelt wurden, um die Erlebniswelt und Kinderperspektive auch kleiner Kinder ab 6 Monate bis 6 Jahre besser kennen lernen und zukünftig besser berücksichtigen zu können.

 

Frau Dr. Hildegund Sünderhauf-Kravets, Professorin für Recht an der Evangelischen Fachhochschule Nürnberg betonte die Notwendigkeit einer Änderung im Grundgesetz bezgl. doppeltem Wohnort des Kindes.

 

Frau Norman vom Familiennotruf München gab Einblicke in die ermutigenden Erfahrungen mit dem Programm „Kinder im Blick“, das auch wir Flechtwerker unseren Eltern empfehlen.

 

Frau Prof. Dr. Sabine Walper vom Dt. Jugendinstitut überraschte damit, dass aktuell 20 % der Kinder in den ersten vier Lebensjahren die Trennung der Eltern erleben und erinnerte im Abschlussplenum daran, dabei nicht die besonderen Bedarfe der Eltern zu übersehen, die trotz weiter räumlicher Entfernung ihre Elternschaft gemeinsam getrennt leben wollen.

 

Impulse aus der Praxis

Jobst Münderlein, Geschäftsführer von Flechtwerk 2+1, betonte im Workshop zu „Steuerungslücken und Verteilungsfragen im Steuer- und Sozialrecht“ die völlig unbefriedigende Situation hinsichtlich der Gewährung eines „Umgangsmehrbedarfs“ seitens der Behörden für getrennt lebende Eltern, die regelmäßig weite räumliche Entfernungen zu bewältigen haben, um mit ihrem Kind verbunden zu bleiben.  Annette Habert wies darauf hin, dass beruflich oder trennungsbedingte multilokale Familiensettings geänderter Öffnungszeiten der Erziehungsberatungsstellen auch am Wochenende bedürfen.

 

Wer auch immer künftig im Familienministerium für die nächste Wegstrecke die Weichen stellen wird – wir werden unser Erfahrungswissen zur herausfordernden Situation von Familien mit weiten Entfernungen einbringen!

 

In der pragmatischen Realisierung des Umgangs auch über weite Entfernungen hinweg  bietet Flechtwerk mit dem Programm „Mein Papa kommt“ bundesweit weiterhin eine einmalige Lösung. In allen anderen Fragen reihen wir uns gerne ein in eine gemeinsame wertschätzende Suchbewegung ein.

 

Kollektives Schwarmwissen nutzen

Es gilt, das Kindeswohl dabei nicht zum umkämpften Terrain werden zu lassen. Nicht erst „Swimmy“, der kleine Fisch aus dem Kinderbuch von Leo Lionni, ist schließlich auf die Idee gekommen, das kollektive Schwarmwissen zu nutzen, um sich in die Weite der Welt zu wagen.

 

Das Spektrum der Empfehlungen für einen kindeswohlorientierten Umgang für Kinder mit zwei Elternhäusern kann und muss vielfältig bleiben, Verunsicherungen eigener Positionen wagen und konträres Erfahrungswissen wertschätzen. Einfach deshalb, weil auch Familien und deren Biographien vielfältig sind. In diesem Sinne verweisen wir gerne auf eine Auswahl an Links und freuen uns auf einen weiteren zielführenden Austausch mit allen Beteiligten.

 

Vielleicht ja beim dritten Zukunftsgespräch „Gemeinsam getrennt erziehen“ in Berlin?!

 

Links:

PETRA Studie 

Urteil des Bundesgerichtshof – Az. XII ZB 601/15 / – vom 01.02.2017 

VafK – Broschüre zum Wechselmodell 

VAMV – Broschüre zum Wechselmodell

Gewinner-Comics vom Vatertag

Viele berührende Geschichten habt Ihr uns geschickt. Diese zwei haben uns am meisten beeindruckt und sind von unserem Cartoon-Zeichner illustriert worden!

 

Zum Vatertag 2017 wollten wir von Flechtwerk 2+1 zwei Vätern ihren ganz persönlichen Comic schenken. Dem Aufruf „Ein Cartoon von Dir und Deinem Kind“ sind so einige Papas gefolgt und haben uns ihre Erlebnisse geschrieben. Darunter waren lustige und auch traurige Geschichten. Die Auswahl fiel schwer. Am Ende haben wir uns für die Bildergeschichten „Lang lebe das Sparschwein“ und „Das schönste Geschenk“ entschieden. Sie erzählen, was viele andere Väter ähnlich erlebt haben. Unser Cartoon-Zeichner Marcelo hat sie wunderbar in Szene gesetzt.

 

“Cartoon mein Papa kommt“

Für immer verewigt

Die Gewinner erhalten die Mini-Comics als gerahmtes Unikat und digital – auch in einer Schwarz-weiß-Version als Malvorlage. Die Bildergeschichte wird sie immer an diesen besonderen und auch herausfordernden Moment erinnern. Dem Vater mit der Geschichte „Das schönste Geschenk“ wünschen wir von Herzen, dass sein Sohn ihn bald sehen kann. Dem zweiten Vater helfen unsere engagierten Gastgeber, dass sein Sparschwein satt wird und die Reisekosten zum Kind endlich gesichert sein können.

 

“Cartoon mein Papa kommt“

Erzählt uns Eure Geschichten!

Comics können wir aus Kostengründen erst einmal nicht mehr anfertigen lassen – leider! Aber natürlich könnt Ihr zu besonderen Gelegenheiten wie dem Schuleintritt oder dem ersten runden Geburtstag des Kindes bei uns Euren individuellen Cartoon in Auftrag geben.

 

In jedem Fall: Wir freuen uns immer sehr, wenn Ihr uns von Erlebnissen mit Euren Kindern berichtet. Schreibt eine Email an boehm@flechtwerk-ggmbh.de.